(7) Naturschutzgebiet Trockenbiotop beim Friedhof in Rechnitz

Lage

Bez. Oberwart; KG Rechnitz; in Rechnitz am östlichen Ortsrand; Fläche: 3 ha; Höhenlage ca. 310 bis 330 msm.

 

Wegroute

Unmittelbar am östlichen Ortsrand von Rechnitz an der Straße zum Grenzübergang nach Ungarn liegt rechtsseitig der Rechnitzer Friedhof, wo es Parkmöglichkeiten gibt.

Unmittelbar neben dem Westrand des Friedhofes erstreckt sich das Naturschutzgebiet. Man geht hügelwärts Richtung Süden über die Kuppe bis zu einem Baumbestand, der etwa die Südgrenze des Schutzgebietes bildet. Höhenlage: ca. 320 bis 330 msm.

Wanderroute Trockenbiotop beim Friedhof Rechnitz_ÖK

Wanderroute Trockenbiotop beim Friedhof

 

Allgemeine Beschreibung

Der Trocken- und Magerrasen im Naturschutzgebiet Trockenbiotop beim Friedhof in der Nähe des Rechnitzer Friedhofs am Ostende des Ortes ist der Rest einer einst weiträumigen Weidelandschaft. Der an manchen Stellen zutage tretende geologische Untergrund besteht aus kristallinen Silikatgesteinen, meist in Form von Grünschiefer. Das Schutzgebiet ist 3 ha groß und wurde im Jahr 2011 um große Flächen erweitert, indem ein dichter Robinienaufwuchs entfernt und die Rückführung in eine Wiese begonnen wurde.

 

Charakteristische Habitate und Vegetation

Der nordseitige Hang weist nur eine geringe Humusauflage auf, was vielen konkurrenzschwachen Arten das Überleben sichert. Das Frühjahr zeigt sich mit einem überaus bunten Blühaspekt, dominiert von Klein-Hundswurz (= Kleinem Knabenkraut) / Anacamptis morio (Orchis morio) in zahlreichen Farbvarietäten und dem stellenweisen Massenvorkommen des Zwiebel-Steinbrechs / Saxifraga bulbifera. Die spätblühende Goldschopf-Steppenaster / Galatella linosyris beherrscht das Farbenbild des Herbstes.

Auf der Kuppe wird anstehender Fels sichtbar und Auswaschungsprozesse schufen ein saures Milieu. Es dominiert daher an einigen Stellen die Besenheide / Calluna vulgaris.

Über Grünschiefer gibt es Bestände von Wallis-Schwingel / Festuca valesiaca und daneben noch schöne Vorkommen, stellenweise flächendeckend, von Heide-Ginster / Genista pilosa. Der südwärts gerichtete Hang weist eine stärkere Humusschicht auf, ist aber ebenfalls mit zahlreichen seltenen Arten bestanden.

 

Pflanzen- und Tierarten

Eine weitere auffallende Art ist die Kartäuser-Nelke / Dianthus carthusianorum. Auf der Kuppe findet man Berg-Lauch / Allium lusitanicum (= A. montanum = A. senescens), an manchen Stellen Silberdistel / Carlina acaulis, die die ehemalige Beweidung anzeigt.

Vom Frühjahr zum Herbst hin können weiters noch

Sand-Frühlings-Fingerkraut / Potentilla incana (= P. arenaria),

Graukresse / Berteroa incana,

Pannonien-Goldlack / Erysimum odoratum,

Ähren-Blauweiderich / Veronica spicata,

Steppen-Sesel / Seseli annuum,

und als besondere Rarität die

Herbst-Wendelähre / Spiranthes spiralis angetroffen werden.

 

Der Schmetterlings- und Heuschreckenreichtum im Schutzgebiet ist ebenfalls beachtlich. Mit viel Glück kann man die

● Holzbiene / Xylocopa violacea und die

● Gottesanbeterin / Mantis religiosa beobachten.