(8) Gmerk-Gatscher im Grenzgebiet bei Rechnitz

Teilgebiet des Landschaftsschutzgebietes und Natura-2000-Gebietes Bernstein–Lockenhaus–Rechnitz und des Naturparks Geschriebenstein / Írottkő

Lage

Bez. Oberwart; KG Rechnitz; ca. 2,5 km NO vom Ortszentrum Rechnitz am Grenzübergang zu Ungarn: auch „Gmark“ (ÖK) genannt. Höhenlage: ca. 315 bis 420 msm.

 

Wegroute

Wenn man von Rechnitz Richtung Grenzübergang fährt, zweigt unmittelbar vor dem Grenzübergang linksseitig ein schmaler, asphaltierter Weg ab. Diesen fährt man bis zum ersten rechtsseitig gelegenen Weinkeller hinauf und parkt dort.

Unterhalb des Weinkellers geht man ostwärts Richtung Grenze und kommt unmittelbar auf die Magerwiese. Von dort geht man den Hügel in nördlicher Richtung bergan bis zu einem in den Wald einmündenden Weg.

Wanderroute Gmerk-Gatscher Rechnitz_ÖK

Wanderroute Gmerk-Gatscher

 

Allgemeine Beschreibung

Das Gebiet ist wegen seiner reichen Strukturvielfalt von besonderer landschaftsökologischer Bedeutung. Zwischen Gebüschreihen, Hecken und alten Streuobstbeständen gibt es ausgedehnte Wiesenflächen, die noch in traditioneller Form bewirtschaftet werden. Eine Vielzahl magerkeits- und trockenheitsliebender Pflanzen, darunter einige Raritäten, konnte sich in diesem Gebiet halten. Reichhaltig ist auch die Insekten- und Vogelwelt, bedingt durch das abwechslungsreiche Mosaik der Landschaft.

 

Charakteristische Habitate und Vegetation

Der geologische Untergrund besteht zum Großteil aus Grünschiefer. Die südwärts geneigte Hanglage und der pannonisch geprägte klimatische Einfluss haben entlang der Grenze blühfreudige Mager- und Trockenstandorte entstehen lassen.

Entlang der Grenze zu Ungarn wechseln einander Hecken, Gebüschgruppen, wechselfeuchte Stellen, Streuobstwiesen, Trocken- und Magerrasenstandorte ab. Bedingt durch die Grenznähe war dieses Gebiet über Jahrzehnte keiner intensiven Bewirtschaftung ausgesetzt, und so konnten zahlreiche Pflanzen und Tiere diesen Naturraum als Rückzugsgebiet nutzen. Hohe Sonneneinstrahlung, die nach Süden ausgerichtete Hanglage, geringe Niederschläge und eine dünne Humusauflage förderten zahlreiche konkurrenzschwache Pflanzenarten. Das Frühjahr zeigt ein farbenkräftiges Bild vor allem jener Wiesenflächen, die am Unterhang angesiedelt sind.

 

Pflanzen- und Tierarten

Im Frühjahr dominieren auf den trockenen Flächen

Bleich-Knabenkraut / Orchis pallens,

Zwiebel-Steinbrech / Saxifraga bulbifera,

Zwerg-Weichsel / Prunus fruticosa,

Diptam / Dictamnus albus,

Knollen-Mädesüß / Filipendula vulgaris,

Rauhaar-Alant / Inula hirta,

Bunt-Schwertlilie / Iris variegata und

Bienen-Ragwurz / Ophrys apifera

sowie viele andere Arten.

 

Die Blütenpracht geht mit

Hoch-Fingerkraut / Potentilla recta,

Berg-Lauch / Allium lusitanicum und

Rispen-Graslilie / Anthericum ramosum in den Sommer über und klingt im Herbst mit der

Goldschopf-Steppenaster / Galatella linosyris aus.

Zahlreiche weitere Raritäten kann man darüber hinaus ganzjährig entdecken.

 

Bemerkenswert ist auch das Vorkommen vieler seltener Schmetterlings- und Heuschreckenarten. Bereits Mitte Mai kann man die seltene

● Wanstschrecke / Polysarcus denticauda

und als besondere Rarität im Sommer die

● Südliche Strauchschrecke / Pholidoptera fallax entdecken.

Mit viel Glück begegnet man auch der größten Schlange Österreichs, nämlich der

● Äskulapnatter / Elaphe longissima.