(4) Naturschutzgebiet Thenau auf dem Thenauriegel bei Breitenbrunn am Neusiedler See

Wanderungen Naturschutzgebiet Thenau

Thenau – pannonische Rasensteppen / Festucion valesiacae

Lage

Bezirk Eisenstadt Umgebung; KG Breitenbrunn am Neusiedlersee; das Gebiet befindet sich zirka einen Kilometer südwestlich vom Ortszentrum Breitenbrunn am Neusiedlersee; Schutzgebietsgröße: 50 ha; Seehöhe: 150–210 m.

 

Wegroute

Start und Endpunkt befinden sich an der B 50, am südlichen Ortsrand von Breitenbrunn neben dem Gasthaus Fitzimayer und einer Tennishalle.

Die Route führt vom Parkplatz Gasthaus Fitzimayer Richtung Nordwesten zirka 1,5 km entlang eines Tälchens bis zum Kirschblütenradweg. Danach folgt man dem Radweg Richtung Nordosten (rechts) bis wiederum rechts sich das Schutzgebiet befindet. Am Rückweg folgt man dem Radweg bis zum Heideweg, dann rechts durch die Siedlung bis zur Florianikapelle und zurück zum Parkplatz. Die Gesamtgehzeit beträgt zirka 1,5 Stunden für eine Länge von fünf Kilometern.

Wanderroute Thenauriegl_ÖK

Wanderroute Naturschutzgebiet Thenau

 

Allgemeine Beschreibung

Die Thenau zählt mit etwa 50 ha Ausdehnung zu den größten Trockenrasen im Burgenland. Das Gebiet wird von vier kleinen Tälern zerschnitten, die von Plateaus mit steilen Abhängen überragt werden. Die Fläche weist eine artenreiche Trockenrasenvegetation und eine reichhaltige Fauna auf. Man findet basen- und relativ feinerdereiche Böden, die sich aus grusigen Leithakalk-Sedimenten gebildet haben. Die Tälchen und Senken werden durch tiefgründige und nährstoffreiche Böden geprägt. Die steilen Abhänge sind gekennzeichnet durch gering entwickelte Pionierböden über Kalkgrus.

Ursprünglich war das Gebiet von Eichen-Trockenwäldern bedeckt, die zu Gunsten von Weideflächen gerodet wurden. Die Bewirtschaftung der Flächen erfolgt hier wahrscheinlich schon seit Jahrhunderten.

 

Charakteristische Habitate und Vegetation

Westlich der Thenau befindet sich entlang eines Bachlaufes ein steiler Abhang, auf dem ein Eichen-Hainbuchenwald / Carpinion betuli vorherrscht. Die Randbereiche des Gebietes sind über weite Strecken von Hecken gesäumt. Kleine Teilflächen des Schutzgebietes werden von einem artenreichen pannonischen Halbtrockenrasen / Cirsio-Brachypodion eingenommen. Viele Pflanzenarten der Saumgesellschaften sind in diesen Flächen zu finden. Ein Großteil des Schutzgebietes wird von pannonischen Rasensteppen / Festucion valesiacae und deren Ersatzgesellschaften geprägt. Dieser Vegetationstyp nimmt vor allem die Böden der Plateauflächen und einige Abhänge ein. An den steileren Hängen treten Karbonat-Felssteppen / Seslerio-Festucion pallentis auf.  Vollständig entbuschte Flächen im zentral gelegenen Tälchen sind durch eine trockene Ruderalflur geprägt. Auf Felsaustritten und auf grusigen Erosionsrinnen sind Kelchsteinkraut-Mauerpfeffer-Gesellschaften / Alysso-Sedion zu finden, die zum Teil durch die Trittwirkung der Weidetiere entstanden sind. Neben den auf den extrem kargen Standorten vorkommenden Frühlings–Annuellen werden die Flächen von Moosen und Flechten dominiert. Mit zunehmender Bodenakkumulation dominieren Zwergsträucher und Horstgräser. Die Übergänge verlaufen fließend und somit entsteht ein reiches Vegetationsmosaik.

Pflanzenarten

Im Frühling ist das Gebiet geprägt durch

Groß-Küchenschelle / Pulsatilla grandis,

Zwerg-Schwertlilie / Iris pumila,

Frühlings-Adonis / Adonis vernalis,

Hochstiel-Kugelblume / Globularia bisnagarica

und viele andere bunt blühende Arten.

An den steilen und felsigen Südwesthängen im Ostteil des Schutzgebietes findet man bestandsbildende Zwergsträucher und schöne Trockenrasenflächen mit im Wind wehenden Federgräsern / Stipa pennata agg. und Pfriemengras / Stipa capillata. Zahlreiche Florenelemente pannonischer Trockengebiete (z. B. Trauer-Nachtviole / Hesperis tristis und Österreich-Lein / Linum austriacum) und südosteuropäischer Steppen wachsen neben wärmeliebenden mitteleuropäischen Arten (Weinzettl 2010).