(5) Naturschutzgebiet Lafnitz–Stögersbach-Auen Wolfau

Ramsar- und Natura-2000-Gebiet Lafnitz–Stögersbach-Auen Wolfau

 

Lage

Bez. Oberwart; KG Wolfau. Höhenlage des Naturschutzgebietes: 310 bis 320 msm.

 

Wegroute

Von Graz oder Wien kommend nimmt man die Autobahnabfahrt Markt Allhau. Von Oberwart kommend wählt man den Autobahnzubringer bis zur Abfahrt Markt Allhau. In beiden Fällen fährt man danach Richtung Wolfau und biegt im Ort unmittelbar nach der Ortseinfahrt vor der Brücke rechts ab, vorbei an einer Kläranlage, bis man zu einer Naturschutz-Informationstafel kommt. Dort gibt es Parkmöglichkeiten.

Von der Naturschutztafel beginnend nimmt man den Rundweg in Richtung Lafnitzfluss. Dann geht es flussabwärts mehr oder minder entlang des Flusses bis man am Ende des Weges linker Hand über eine kleine Holzbrücke in der Gegenrichtung entlang des Stögersbaches wieder zum Ausgangspunkt zurückkommt. Je nach Interesse und Gehvermögen dauert der Rundweg mindestens ein bis zwei Stunden.

Wanderroute Lafnitz-Stögersbach-Auen Wolfau_ÖK

Wanderroute Lafnitz-Stögersbach-Auen

 

Allgemeine Beschreibung

Die Lafnitz und ihr Umland gehören zu den bedeutendsten Fließgewässersystemen unseres Landes, was auch durch die Ausweisung als Ramsar-Schutzgebiet im Jahre 2002 entsprechend gewürdigt wird. Zahlreiche Mäanderschleifen zeichnen diesen Tieflandfluss aus und zeugen von der Dynamik des Flusses. Altarme und kleine Auwaldreste bieten zahlreichen Tieren Überlebensmöglichkeiten.

Die Erklärung zum Naturschutzgebiet Lafnitz-Stögersbach-Auen in der KG Wolfau erfolgte im Jahre 1990. Es wird vom kleineren Stögersbach und der größeren Lafnitz begrenzt und verläuft mit einer Fläche von ca. 70 ha bis zur Einmündung des Stögersbaches in die Lafnitz. Die Flächen bestehen in erster Linie aus großen Wiesenbeständen, die über den Vertragsnaturschutz bewirtschaftet werden.

 

Charakteristische Habitate und Vegetation

Den größten Teil des Naturschutzgebietes nehmen Tal-Fettwiesen des Typs Fuchsschwanz-Frischwiese ein. Wesentlich seltener findet man Glatthafer-Wiesen, die sich durch größere Trockenheit von den Fuchsschwanzwiesen unterscheiden. An manchen Stellen findet man entlang der Lafnitz wechselfeuchte Pfeifengras-Wiesen, die früher gar nicht so selten waren. Dieser Wiesentyp beherbergt einige recht seltene und markante Pflanzenarten, die allesamt unter Naturschutz stehen. An vernässten Stellen breitet sich die Bachkratzdistel-Wiese aus, die mit zunehmender Staunässe in die Waldbinsen-Wiese übergeht, in der Simsen und Binsen vorherrschen. Großseggenriede und Röhrichtbestände stocken in der Nähe der Lafnitz. Entlang der beiden Flüsse Lafnitz und Stögersbach haben sich dichte Bestände bachbegleitender Gehölze ausgebildet, die an manchen Stellen in auwaldähnliche Strukturen überleiten.

 

Pflanzen- und Tierarten

Ein seltener Farn, nämlich der

Straußenfarn / Matteuccia struthiopteris, ist entlang der Lafnitz an einigen Stellen beheimatet.

 

In den weiträumigen Wiesenlandschaften zwischen Stögersbach und Lafnitz sind einige Raritäten zu Hause, die nicht nur wegen ihrer Schönheit unter Schutz stehen. In den Hochstaudenfluren gibt es neben

Groß-Mädesüß / Filipendula ulmaria und

Arznei-Baldrian / Valeriana officinalis auch unterschiedliche

Wiesenraute-Arten / Thalictrum spp. zu entdecken.

Die Feuchtstellen und feuchten Wiesen beherbergen

Wasser-Schwertlilie / Iris pseudacorus,

Sibirien-Schwertlilie / Iris sibirica,

Preußen-Laserkraut / Laserpitium prutenicum,

Teufelsabbiss / Succisa pratensis,

Niedrig-Schwarzwurzel / Scorzonera humilis,

Färberscharte / Serratula tinctoria und vereinzelt auch

Trollblume / Trollius europaeus und

Breitblatt-Knabenkraut / Dactylorhiza majalis.

 

Bemerkenswert ist der Vogel-Reichtum  im Gebiet, und zwar sowohl an Singvögeln als auch an Greifvögeln; z. B.

● Pirol / Oriolus oriolus,

● Kleinspecht / Dendrocopos minor,

● Baumfalke / Falco subbuteo.

 

Etliche Amphibienarten, wie z. B.

● Gelbbauchunke / Bombina variegata,

● Moorfrosch / Rana arvalis

und zahlreiche Schmetterlings-Arten, wie z. B.

● Großer Feuerfalter / Lycaena dispar,

● Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling / Mauculinea nausithous;

weiters Heuschrecken:

● Große Schiefkopfschrecke / Ruspolia nitidula,

● Sumpfschrecke / Stethophyma grossum

und eine Vielzahl an Käfern nutzen den Übergangsbereich zwischen Fließgewässer und Festland.