(6) Naturschutzgebiet Galgenberg bei Rechnitz

Lage

Bez. Oberwart. KG Rechnitz; das NSG liegt ca. 2 km WSW vom Ortszentrum Rechnitz an der Straße nach Markt Neuhodis. Fuß ca. 200 msm, Gipfel 252 msm.

 

Wegroute

Von Markt Neuhodis kommend gibt es linksseitig auf halber Strecke Richtung Rechnitz eine Parkmöglichkeit an der Basis des Galgenberges. Direkt neben der Straße beginnend geht es auf einem Weg hügelan durch das Naturschutzgebiet.

Wanderroute Galgenberg Rechnitz_ÖK

Wanderroute Naturschutzgebiet Galgenberg

 

Allgemeine Beschreibung

Das Naturschutzgebiet Galgenberg bei Rechnitz bildet mit ca. 10 ha den größten Trockenrasen des Südburgenlandes. Die ehemals erfolgte Beweidung und ständige Schwendung des aufkommenden Baumwuchses begünstigte die Entstehung eines Trocken- und Magerrasens. Geringe Humusauflage und teilweise anstehender Fels taten ein Übriges. Die Böden auf der Hangkuppe sind stark versauert und zeigen unzersetzten Rohhumus. Auswaschungsprozesse sind die Ursache, dass von den Kuppen zur Hangbasis hin sich der Bodenchemismus veränderte und eine interessante Abfolge von saurer zu basischer Vegetation zu beobachten ist.

 

Charakteristische Habitate und Vegetation

Geringe Humusauflage und anstehende Felsen (kristallines Gestein, vorwiegend Grünschiefer, Phyllite) sowohl auf der Kuppe als auch im Bereich der Hangbasis bewirken sehr nährstoffarme Standorte mit saurem Boden. Am Hangfuß hat sich eine artenreiche Felsgrusgesellschaft gebildet. Vom Frühjahr bis in den Frühsommer hinein zeigt der nach Süden ausgerichtete Hang einen bunten Blühaspekt.

 

Pflanzen- und Tierarten

An Frühlings-Annuellen kann man am Hangfuß

Dolden-Spurre / Holosteum umbellatum,

Dreifinger-Steinbrech / Saxifraga tridactylites,

Hungerblümchen / Draba verna,

Zwiebel-Rispengras / Poa bulbosa u. a. antreffen.

 

Auf den sauren Kuppen findet man

● Rentierflechten / Cladonia spp.,

● Moose,

Besenheide / Calluna vulgaris,

Gewöhnlich-Katzenpfötchen / Antennaria dioica,

Berg-Lauch / Allium lusitanicum,

Weinbergs-Traubenhyazinthe / Muscari neglectum und

Rispen-Graslilie / Anthericum ramosum

sowie Sukkulente wie

Mauerpfeffer / Sedum spp.

Auf den südexponierten Hängen blühen vom Frühjahr bis in den Herbst hinein in abwechselnder Folge

Groß-Küchenschelle / Pulsatilla grandis,

Wiesen-Küchenschelle / Pulsatilla pratensis subsp. nigricans,

Klein-Hundswurz / Anacamptis morio,

Liege-Ehrenpreis / Veronica prostrata,

Kartäuser-Nelke / Dianthus carthusianorum,

Edel-Gamander / Teucrium chamaedrys,

Ähren-Blauweiderich / Veronica spicata,

Klein-Mausohrhabichtskraut / Pilosella officinarum (= Hieracium pilosella),

Goldschopf-Steppenaster / Galatella linosyris und viele andere Arten.

Die herrschenden Süßgräser sind

Schaf-Schwingel-Gruppe / Festuca valesiaca agg. auf den trockensten und

Aufrecht-Trespe / Bromus erectus auf den weniger extremen Stellen.

 

Beachtenswert ist übrigens auch der Schmetterlingsreichtum mit ca. 520 Arten im Schutzgebiet, u. a.

● Weißer Waldportier / Brintesia circe,

● Segelfalter / Iphiclides podalirius,

● Schachbrett / Melanargia galathea, um nur einige zu nennen.

 

Zahlreiche Spinnen- und Heuschreckenarten sind ebenfalls im Gebiet heimisch – z. B.

● Vierfleck-Kreuzspinne / Araneus quadratus,

● Wespenspinne / Argiope bruennichi,

● Nachtigallgrashüpfer / Chorthippus biguttulus,

● Warzenbeißer / Decticus verrucivorus,

● Heidegrashüpfer / Stenobothrus lineatus und

● das seltene Weinhähnchen / Oecanthus pellucens sowie natürlich viele andere.