(3) Geschützter Landschaftsteil Wehoferbachwiese bei Oberwart

GLR-OW-Wehoferbachwiese

Sibirien-Schwertlilie / Iris sibirica in der Wehoferbachwiese

Lage

Bez. Oberwart; KG Oberwart; Pfeifengraswiese und Pufferzone (ehemaliger Acker) zusammen weisen eine Größe von nicht ganz 3 ha auf; Höhenlage 330 msm.

 

Wegroute

Von Oberwart kommend wählt man den Weg nach Pinkafeld und biegt nach Oberwart im Kreisverkehr in Richtung Fernheizwerk ab. Vorbei am Fernheizwerk peilt man den Modellflugplatz an und parkt unmittelbar in der Nähe des Wehoferbaches.

Wanderroute Wehoferbachwiese Oberwart_ÖK

Wanderroute Geschützter Lebensraum Wehoferbachwiese

 

Allgemeine Beschreibung

Die sogenannte Wehoferbachwiese, benannt nach einem unmittelbar westlich an das Schutzgebiet angrenzenden kleinen Bach, ist der Rest ehemals großflächig vorhandener Feuchtwiesen im gesamten Pinkatal. Dieses Tal beidseitig der Pinka wird heute agrarisch intensiv genutzt. Ursprünglich sollte diese Feuchtwiese, die einen längeren Zeitraum nicht bewirtschaftet wurde und in die relativ rasch Weiden und Riesen-Goldruten einwanderten, einer großen Naturteichanlage geopfert werden. Bemühungen seitens des Naturschutzbundes haben dazu geführt, dass dieser Rest einer typischen Pfeifengraswiese im Jahre 2010 zum Geschützten Landschaftsteil erklärt wurde. Neben dem ostseitig begrenzenden Wehoferbach wird das Gebiet auf der Süd- und Westseite von einem Weg mit einem Graben umgeben. Nordseitig wurde das ursprüngliche Gebiet um einen stillgelegten Acker erweitert, an den intensiv bewirtschaftete Ackerflächen angrenzen.

 

Charakteristische Habitate und Vegetation

Pflegemaßnahmen – vor allem die Rodung großer Teile des Weiden-Aufwuchses und die Bekämpfung der Goldruten-Bestände – fördern sukzessive den ursprünglichen Pflanzenbestand, in welchem besonders das Groß-Pfeifengras / Molinia arundinacea  als Charakterart typisch ist. Zahlreiche seltene Pflanzenarten der Pfeifengraswiesen prägen diesen besonderen Lebensraum, wobei vor allem das massenhafte Vorkommen der Sibirien-Schwertlilie / Iris sibirica im Mai einen einzigartigen Blühaspekt abgibt.

 

Pflanzen- und Tierarten

Vom Frühjahr bis in den Herbst hinein kann man seltene Tier- und Pflanzenarten antreffen, die allesamt einen hohen Gefährdungsgrad aufweisen.

Im Frühjahr zeigt sich das Gebiet besonders bunt. Auf einigen wenigen Stellen kann man

Europa-Trollblume / Trollius europaeus

● und Niedrig-Schwarzwurzel / Scorzonera humilis antreffen.

Viel häufiger kommen

Sumpf-Schachtelhalm / Equisetum palustre,

Schlangen-Knöterich / Persicaria bistorta,

Kriech-Weide / Salix repens subsp. rosmarinifolia und

Sibirien-Schwertlilie / Iris sibirica vor (diese sogar in beeindruckender Massenblüte).

Im Sommer zeigen sich

Färberscharte / Serratula tinctoria,

Bertram-Schafgarbe (= Sumpf-Sch.) / Achillea ptarmica,

Groß-Wiesenknopf / Sanguisorba officinalis,

Grau-Kratzdistel / Cirsium canum,

Sumpf-Storchschnabel / Geranium palustre,

Preußen-Laserkraut / Laserpitium prutenicum,

Kümmelsilge / Selinum carvifolia und

Teufelsabbiss / Succisa pratensis.

Im Spätsommer blüht der seltene

Lungen-Enzian / Gentiana pneumonanthe.

 

Auch die Tierwelt ist prominent vertreten durch seltene Schmetterlinge wie

● Großer Feuerfalter / Lycaena dispar und

● Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling / Maculinea telejus, der eine interessante Brutbiologie aufweist.

 

An Heuschrecken-Arten findet man

● Lauchschrecke / Mecostethus parapleurus,

● Gestreifte Zartschrecke / Leptophyes albovittata,

● Roesels Beißschrecke / Metrioptera roeselii,

● Gemeine Sichelschrecke / Phaneroptera falcata und

● Große Schiefkopfschrecke / Ruspolia nitidula.