Waldsteppen-Wermut

Projektlaufzeit: 2008 – 2011

Projektträger: Verein BERTA / Natura-2000-Gebietsbetreuung.

Projektbetreuer: Ing. Kurt Grafl und Daniela Stiegelmar

 

Neben den inselhaften Vorkommen in Süd-Mähren (Tschechische Republik) und der Vojvodina in Serbien kommt der Waldsteppen-Wermut / Artemisia pancicii auch in Niederösterreich (Hainburger Berge und Bisamberg) und dem Nord-Burgenland vor.

Die aktuellen Fundorte im Burgenland liegen in Neusiedl am See (6 Fundpunkte), Mönchhof, Nickelsdorf (2 Fundpunkte) und Edelstal, die meisten davon in einem Naturschutzgebiet und / oder zumindest in einem Europaschutzgebiet. Schutzstatus: Die Pflanze ist in der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der Europäischen Kommission im Anhang II und IV gelistet und gilt europaweit als stark gefährdet. Artemisia pancicii hat in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet nur sehr zerstreute Vorkommen, ungefähr die Hälfte ihrer Populationen liegt in Österreich. Da die Populationen im gesamten Verbreitungsgebiet klein, wenn nicht sogar sehr klein sind, fällt Österreich und damit auch dem Land Burgenland eine herausragende Verantwortung für die Erhaltung der Art zu.

Vor allem Verbuschung und Verfilzung beziehungsweise zu dichte Grasnarbe zählen zu den Hauptgefährdungsfaktoren im Nordburgenland. Die Standorte im Burgenland werden daher über ein Arten- und Lebensraumschutzprojekt entbuscht, gemäht und beweidet. Begleitend werden von Diplomanden der Uni Wien Klimamessungen und ein Pflanzenmonitoring durchgeführt. Die Ergebnisse werden helfen die nächste Projektperiode noch effizienter zu planen.

Projektverlauf: Im Winter 2008/09 wurden bereits alle Standorte ausgenommen Edelstal und Mönchhof entbuscht, gemäht und der dichte Grasfilz ausgebracht. Im Sommer 2009 sind in Nickelsdorf Rinder, in Neusiedl Schafe im Bereich der Waldsteppen-Wermut-Vorkommen am Weiden. Die Entbuschungsmaßnahmen und das Freimähen der Bestände wurden im Winter 2009/2010 fortgesetzt.