Kopfbäume – das vergessene Kulturgut

Kopfbaum Gemeinde Siegendorf

Kopfbaum Gemeinde Siegendorf

 

Ein Projekt im Rahmen der Ländlichen Entwicklung – Sonstige Maßnahmen (2004–2007).

LEADER-Projekt „Erhaltung und Nutzung von Kopfbäumen im Burgenland“

Ein Projekt im Rahmen der Ländlichen Entwicklung – Sonstige Maßnahmen (2010–2013).

 

Kopfbäume gehören im Burgenland als Denkmäler traditioneller Nutzung zum typischen Bild der Landschaft. Sie zeichnen sich durch eine überaus wichtige ökologische Bedeutung als spezielles Habitat für unzählige, zum Teil seltene Insekten, Kleinsäuger, Amphibien und Reptilien aus. In den letzten Jahrzehnten wurden Kopfbäume aufgrund der weitgehenden Nutzungsaufgabe allerdings kaum mehr geschnitten. Viele Bestände verschwanden im Zuge von Flurbereinigungen.

Das Ziel des Projektes „Kopfbäume – das vergessene Kulturgut“ war daher, diese Kleinode, die zunehmend aus unserer Landschaft verschwinden, durch gezielte Pflegemaßnahmen zu erhalten, die Wertschätzung gegenüber den Kopfbäumen in der Bevölkerung durch intensive Öffentlichkeitsarbeit zu erhöhen sowie sämtliche Kopfbäume des Burgenlandes inklusive ihrer wichtigsten Parameter zu kartieren und im GIS zu digitalisieren.

Der Bereich Öffentlichkeitsarbeit konzentrierte sich auf Weidenworkshops für Kinder, auf die Veranstaltung von Korbflechtkursen, auf die Erstellung und Präsentation einer Wanderausstellung zum Thema, auf die Organisation eines Weidenfestes mit gleichzeitiger Präsentation eines Weidenthemenweges sowie auf intensive begleitende Pressearbeit. Dieses Angebot wurde von der Bevölkerung sehr positiv und mit großem Interesse aufgenommen und resultierte sogar in der Wiederaufnahme von Pflegearbeiten an Kopfbäumen durch Vereine und Freiwillige. Die im Zuge des Projektes durchgeführten Pflegearbeiten konzentrierten sich vor allem auf die großen, alten Kopfbaumbestände an Burgenlands Fließgewässern. Aufgrund der zeitlichen und monetären Beschränkung konnten aber bei weitem nicht alle pflegebedürftigen Bestände fachgerecht geschnitten bzw. erneuert werden.

Die Kartierung der Kopfbäume ergab eine landesweite Gesamtzahl von 6.128 Kopfbäumen an insgesamt 679 Standorten.

Bei der Interpretation der Daten zeigte sich ein deutlicher Unterschied zwischen dem Nord- und dem Südburgenland: Während in den nördlichen Bezirken hochköpfige, zum Teil sehr alte Bäume an linearen Standorten, besonders an Fließgewässern, vorherrschen, sind es in den südlichen Bezirken größtenteils niedrigköpfige und jüngere Exemplare an Standorten mit nur wenigen Einzelbäumen, zum Beispiel Gärten oder Grundstücksgrenzen. Unterschiedlich sind auch Pflege und Nutzung dieser Bäume: Die Bäume im Landesnorden werden, sofern sie überhaupt noch in Pflege stehen, nur alle fünf bis zehn Jahre geschnitten und hauptsächlich als Brennholz genutzt, während die Bäume im Landessüden meist jährlich gepflegt und vorwiegend zu Flechtarbeiten herangezogen werden. Ganz allgemein befinden sich die Bäume im Nordburgenland in einem wesentlich schlechteren Pflegezustand als jene im Südburgenland (Roth 2007).

 

Endbericht:

Kopfbäume das vergessene Kulturgut