Raab–Örség–Goricko

Raab

Trocke Glatthaferwiese mit Streuobstbestand in der Gemeinde Mühlgraben

 

Bezirk Jennersdorf; Seehöhe: 240–380 m

Landschaftsschutzgebiet Raab und Naturpark Raab–Örség–Goricko: LGBl. Nr. 44/1979; Größe: 14. 783 ha

 

Das Jennersdorfer Hügelland bildet einen Ausläufer des südoststeirischen Hügellandes, das von der Landesgrenze zur Steiermark bis Wallendorf und Mogersdorf reicht und mit mehr oder weniger steilen Hängen in die Ebene des Raab- bzw. Lafnitztales übergeht.

Die tief eingeschnittenen Bäche und Gräben haben eine kleinräumige, bis zu  364 m hohe Hügellandschaft gebildet. Auf der West- und Nordwestseite des Tafelberges bei Jennersdorf befindet sich ein Eichen-Hainbuchenwald / Carpinion betuli, in den trockenen, mageren Glatthaferwiesen / Arrhenatherion auf der Südseite tritt massenhaft die Fünfzahl-Weißmiere / Moenchia mantica auf, die in warmen Lagen des Südburgenlandes, und des Mittelburgenlandes häufig vorkommt aber in anderen Bundesländern fehlt. Erwähnenswert ist das Vorkommen des Blassen Pyrenäen-Milchsternes / Loncomelos pyrenaicus subsp. sphaerocarpus. Die schönsten Erlenbrüche des Südburgenlandes befinden sich am Rande des Lafnitztales bei Rosendorf. In den mehr oder weniger durchströmten Erlenbrüchen finden sich eine Reihe von seltenen Pflanzen, wie zum Beispiel der Gift-Wasserschierling / Cicuta virosa, Sumpffarn / Thelypteris palustris, Wasser-Schwertlilie / Iris pseudacorus, Bach-Kratzdistel / Cirsium rivulare, Wasserfeder / Hottonia palustris und der bis zu 2 m hohe Sumpf-Haarstrang / Peucedanum palustre.

Den bis zu 1,6 km breiten und auf burgenländischer Seite 163 km² großen Talboden der Raab durchströmte der Fluss einst in vielen Mäandern. Heute ist die Raab bis auf die Grenzabschnitte reguliert, das gesamte Raabtal entwässert, sodass über 80 % des Talraumes intensiv ackerbaulich genutzt werden können, Talwiesen sind kaum mehr zu finden. Von den einstigen, ausgedehnten Auwäldern sind nur mehr kleine Reste von Weidenauen (Weichholzauen) in Flussnähe erhalten, kleinere Altarmrelikte sind noch bei Weichselbaum vorhanden. Nahe der Grenze findet man noch ein kleines Niedermoorgebiet mit Lungen-Enzian / Gentiana pneumonanthe, Schmalblatt-Wollgras / Eriophorum angustifolium und Sibirien-Schwertlilie / Iris sibirica.

Südlich des breiten Raabtales liegt das Neuhauser Hügelland mit Erhebungen bis zu 380 m Höhe. Das durch viele kleine Tälchen, kleinräumig zerschnittene Hügelland ist von beeindruckender landschaftlicher Schönheit. Kleine Streusiedlungen und entlegeneHöfe werden vielfach von Wein und Obstgärten umrahmt und ergeben so ein Mosaik an wertvollen Lebensräumen. Zahlreiche gefährdete Kulturfolger und Gebäude bewohnende Tierarten können hier überleben.

Bei Kalch treten Teile der „Südburgenländischen Schwelle“, die sich von der Rechnitzer Schieferinsel im Norden über den Eisenberg und den Stadlberg bis zum Poßruck (Steiermark) erstreckt, in Form von Ton-, Kalk- und Grünschiefern zutage. Basalttuffe kommen bei Neuhaus am Klausenbach vor.

Dieser südlichste Teil des Burgenlandes ist deutlich „subillyrisch“ getönt, was sich unter anderen im Vorkommen einer Eine großen Besonderheit äußert, nämlich stellt auch der im Neuhauser Hügelland vorkommende des submediterranen Europa-Hundszahns / Erythronium dens-canis dar.