Nordöstliches Leithagebirge

Verbuschter Halbtrockenrasen im Truppenübungsplatz Bruckneudorf

 

Bezirk Neusiedl am See; Seehöhe: 155–300 m

Natura-2000-FFH- und Vogelschutzgebiet Nordöstliches Leithagebirge: Größe: 6317 ha

 

Aus naturräumlicher Sicht schließt das Nordöstliche Leithagebirge im Südosten an das Natura-2000-Gebiet Neusiedler See an; über weite Strecken bildet die nutzungsbedingte untere Waldgrenze die Trennlinie zwischen den beiden Gebieten. Zirka 75 % der Fläche sind mit wärmeliebenden Eichenwäldern / Quercion pubescenti-petraeae und Eichen-Hainbuchenwäldern / Carpinion betuli bedeckt. In den oberen Hanglagen treten reich strukturierte Weingärten mit Feldgehölzen und Streuobstkulturen auf. Offene Kulturflächen mit Ackerkulturen und extensiv genutzte Wiesenflächen befinden sich am Südhang des Leithagebirges bei Jois und im Truppenübungsplatz Bruckneudorf. Hier sind auch größere zusammenhängende Trockenrasen ausgebildet, die im restlichen Gebiet nur fleckenhaft auf flachgründigen Kuppenlagen zu finden sind. Bemerkenswerte Pflanzenarten sind Purpur-Knabenkraut / Orchis purpurea, Bunt-Schwertlilie / Iris variegata, Sand-Lotwurz / Onosma arenaria und Langfahnen– und Kicher-Tragant / Astragalus onobrychis, A. cicer. Eine weitere Besonderheit des Truppenübungsplatzes Bruckneudorf sind die zahlreichen aufgelassenen Steinbrüche, die eine artenreiche Vegetation mit zum Teil sehr seltenen Arten beherbergen.

Das Gebiet enthält verglichen mit dem angrenzenden Natura-200-Gebiet Neusiedler See – Seewinkel eine geringere Anzahl an Lebensraumtypen. Flächenmäßig dominieren Waldgesellschaften, wobei an der Leitha kleinflächig 91E0 Auenwälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior / Alnion incanae ausgebildet sind. Auf über 95 % der Waldfläche stocken Eichen-Hainbuchen-Wälder / Carpinion betuli (91G0 Pannonische Wälder mit Quercus petraea und Carpinus betulus) sowie 91H0 Pannonische Flaumeichenwälder / Quercion pubescenti-petraeae beziehungsweise deren forstliche Ersatzgesellschaften. Die Trockenrasenstandorte umfassen Lebensräume der Typen 6110 Lückige basophile oder Kalk-Pionierrasen / Alysso-Sedion, 6210 Naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien / Cirsio-Brachypodion und 6240 Subpannonische Steppen-Trockenrasen / Festucion valesiacae. Die mesophilen Wiesenbestände können dem Typ 6510 Magere Flachland-Mähwiesen / Arrhenatherion zugeordnet werden.

Obwohl das Gebiet intensiv forstwirtschaftlich genutzt wird, sind durch traditionelle Nieder- und Mittelwaldwirtschaft die standörtlichen Waldgesellschaften erhalten geblieben. (Koó 2003). Die traditionell beweideten Flächen sind verbracht und zeigen Tendenzen zur Verbuschung.