Geschützter Lebensraum Stotzinger Heide

 

Bezirk Eisenstadt Umgebung; KG Stotzing; LGBl. Nr. 53/2006;                    Größe: 29,05 ha; Seehöhe: 240–300 m.

 

Der 29 ha umfassende „Geschützte Lebensraum Stotzinger Heide“ befindet sich zwischen den Ortschaften Loretto und Stotzing am Abhang des Leithagebirges. Das Gebiet stellt ein Teilgebiet von großflächigen Trockenrasen und Magerwiesen dar. Bis in die 1960er Jahre dienten die Flächen als Hutweide für Rinder und Schafe sowie zum Teil als Ackerland. Nach der Aufgabe der Beweidung wurden viele Bereiche als Mähwiese bewirtschaftet. Die fortlaufende Nutzung prägte die Artenvielfalt auf der Fläche und verhinderte eine Verbrachung. Am Unterhang befindet sich eine große Zieselkolonie, die auch Flächen außerhalb des Schutzgebietes gegenüber der Landesstraße einnimmt.

Das Schutzgebiet wird hauptsächlich von einem pannonische Halbtrockerasen / Cirsio-Brachypodion mit dominierender Aufrecht-Trespe / Bromus erectus eingenommen. Wo das Grundgestein an die Oberfläche tritt, kommt es zur Ausbildung einer pannonischen Rasensteppe / Festucion valesiacae. Begrenzt wird das Schutzgebiet im Südosten durch einen aufgeforsteten Windschutzgürtel. Auf der Gesamtfläche sind nur einzelne Gehölze zu finden. Die weithin im Gebiet dominierende Pflanzenart ist die Aufrecht-Trespe /Bromus erectus, weiters sind Furchen-Schwingel / Festuca rupicola und Erd-Segge / Carex humilis bestandsbildend. Der lückige und niederwüchsige Grasbestand ermöglicht einer Vielzahl an kleinwüchsigen, aber überaus blütenreichen Kräutern zu gedeihen wie beispielsweise Feinblatt-Lein / Linum tenuifolium, Hochstiel-Kugelblume / Globularia bisnagarica, Dorn-Hauhechel / Ononis spinosa, Steppen-Glockenbume / Campanula sibirica, Bart-Wachtelweizen / Melampyrum barbatum. Die Terrassen mit Böschungen im mittleren Bereich des Gebietes lassen auf ackerbauliche Nutzungen schließen. Auf einigen, heute verbuschten Flächen, dürfte auch Material abgebaut worden sein. Im Mittelteil des Gebietes befindet sich eine Karsterscheinung mit der Bezeichnung „Wiesenloch“. Diese Aushöhlung ist mehrere Meter tief und führt in ein verzweigtes Kluftsystem (Krauscher 1983).

 

Naturschutzfachliche Erhaltungsziele
  • Erhaltung des Offenlandcharakters
  • Erhaltung (Förderung) der Zieselpopulation
  • Erhaltung (Verbesserung) der Lebensraumqualität für Insektenarten
  • Erhaltung von Gehölzstrukturen, Felsstandorten und Saumgesellschaften
  • Vernetzung mit umliegenden Trockenlebensräumen

 

Pflegemaßnahmen

Das Schutzgebiet Stotzinger Heide umfasst einen Mäh-Halbtrockenrasen von bemerkenswerter Größe und Artenvielfalt. Aktuell wird die Fläche einmal jährlich zwischen Juli und September gemäht. Aufgrund der Flächengröße eignet sich das Gebiet für eine Mahd in mehreren zeitlich variierenden Abschnitten oder für die Einrichtung von Brachestreifen, die in Rotation jedes zweite Jahr gemäht werden. Als wichtige Maßnahme kann die Vernetzung des Gebietes mit dem Kleinhalbjoch und den Trockenrasen bei der Esterhazy´schen–Waldsiedlung in Loretto gesehen werden.