Geschützter Lebensraum Oberwart – Wehoferbach

 

Bezirk Oberwart; KG Oberwart; Größe: 4 ha; Seehöhe: 328 m.

 

Der „Geschützte Lebensraum Wehoferbach“ liegt südwestlich von Oberwart. Die Pfeifengraswiese / Molinion weist bedeutsame Populationen seltener Pflanzenarten wie Lungen-Enzian / Gentiana pneumonanthe, Sibirien-Schwertlilie / Iris sibirica und Teufelsabbiss / Succisa pratensis auf. Der Standort wird geprägt durch schwere Gleyböden, die sich über Aulehmen und Schwemmsand befinden (Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft s.a.). Das Gebiet hat eine abwechslungsreiche Geschichte hinter sich, da unter anderem in den Weltkriegen der Bereich um das heutige Schutzgebiet als Militärflughafen genutzt wurde. Die Jahre davor und später bis in die 1960iger Jahre war die Streunutzung verbreitet. Eine Umwandlung der meisten Flächen in Ackerland erfolgte im Rahmen der Strukturbereinigungsmaßnahmen in den 1970er Jahren. Bei der Regulierung des Wehoferbaches wurde der Bereich des heutigen Schutzgebietes als Ersatzbiotop angekauft. Der Bau von Entwässerungsgräben im Umfeld und die Einstellung der Pflege der Flächen begannen in den 1990er Jahren. Die Aufforstung einiger Teilbereiche und Aufschüttungen beziehungsweise Müllablagerungen folgten. Danach begann ein mehrjähriges Brachestadium, das von der Ausbreitung verschiedener Gehölze wie Asch-Weide / Salix cinerea und Riesen-Goldrute / Solidago gigantea subsp. serotina begleitet war. Die Wiederaufnahme der Pflege erfolgte im Jahr 2006 von Naturschutzorganen der Bezirksgruppe Oberwart.

 

Naturschutzfachliche Erhaltungsziele
  • Erhaltung (Förderung) der Pfeifengraswiesen
  • Verbesserung des Wasserhaushaltes
  • Entwicklung verarmter oder verbrachter Bestände zu artenreichen Wiesen
  • Erhaltung einzelner Gehölzstrukturen

 

Pflegemaßnahmen

Aufgrund des Brachestadiums über mehr als ein Jahrzehnt und großflächiger Anschüttungen kam es zu einer nachhaltigen Veränderung der Vegetationszusammensetzung. Sämtliche Pflegemaßnahmen sind auf die seltenen Pflanzenarten abgestimmt. Ein Großteil der Fläche wird einmal jährlich ab Mitte Oktober gemäht. Die Renaturierungsmaßnahmen konzentrieren sich vor allem auf die artenarmen Neophytenfluren. Das bachbegleitende Gehölz im Norden und Osten der Fläche bildet einen guten Puffer zum Betriebsgebiet.