Frauenwiesen und Johannesbach bei Leithaprodersdorf

Frauenwiesen und Johannesbach Leithaprodersdorf

Odelwiesen Leithaprodersdorf

 

Bezirk Eisenstadt Umgebung; Seehöhe: 190–200 m

Natura-2000-FFH-Gebiet Frauenwiesen und Johannesbach: AT1104212; Größe: 49 ha (Johannesbach zirka 8,5 ha, Weierwiesen zirka 8,5 ha, Odelwiesen zirka 10 ha, Frauenwiesen zirka 13 ha, Verbindungsgräben zirka 5 ha)

Naturschutzgebiet Frauenwiesen: LGBl.-Nr. 4/1976; Größe: Größe: 13 ha

Der Johannesbach entspringt am Fuße des Leithagebirges im östlichen Wiener Becken südlich der Ortschaft Leithaprodersdorf. Von der Quelle fließt der Johannesbach auf einer Strecke von rund 6,5 km Richtung Nordosten und mündet bei der Kotzenmühle südöstlich von Seibersdorf rechtsufrig in die Leitha. Das Einzugsgebiet des Johannesbaches liegt im Bereich der Leithaniederungen, welche dem Naturraum „Feuchte Ebene“ angehören. Die Weierwiesen grenzen südlich unmittelbar an den Johannesbach an und sind ein traditionelles Mähwiesengebiet, das sich aufgrund der feuchten Standortsbedingungen für den Ackerbau nicht gut eignet und daher bis heute erhalten geblieben ist. Die unterschiedliche Bewirtschaftung (Intensität des Düngereinsatzes, Mähzeitpunkt) und das Kleinrelief führten zu einer sehr vielfältigen Ausprägung der Wiesentypen. So treten einerseits intensiv genutzte, artenarme Glatthaferwiesen mit dominierendem Rohr-Schwingel / Festuca arundinacea, andererseits aber auch sehr artenreiche  pannonische Halbtrockenrasen / Cirsio-Brachypodion mit Aufrecht-Trespe / Bromus erectus auf. Als Besonderheit blieb in einer ausgeprägten Senke, die aus dem einstigen Lauf des Johannesbaches hervorgegangen ist, eine Pfeifengraswiese / Molinion erhalten. Teile der Mähwiesen wurden in den letzten Jahrzehnten umgebrochen und kurzzeitig als Ackerfläche bewirtschaftet, anschließend jedoch wieder stillgelegt. Diese Grünbrachen beinhalten zum Teil noch das ursprüngliche Artenspektrum, besonders im Bereich feuchter Senken finden sich zahlreiche Seggenarten. Bei den Odelwiesen handelt es sich um einen Komplex verschiedener Wiesentypen, die großteils noch bewirtschaftet werden. Die Wiesen liegen unmittelbar nördlich des Gemeindegebietes von Loretto und sind rundum von Gräben abgegrenzt. Die wasserführenden Verbindungsgräben zwischen den einzelnen Gebieten dienen als Korridore und Biotopverbund.

Entsprechend den unterschiedlichen Standortsbedingungen von lang anhaltender Vernässung nahe den Quellaustritten bis zu frühzeitiger Trockenheit der höheren Lagen finden sich mehrere Wiesentypen im Gebiet. Die ökologische Reihe läuft von einem Kopfbinsen-Kalkflachmoor und Kleinseggenried des Lebensraumtyps 7230 Kalkreiche Niedermoore / Caricion davallianae über Pfeifengras-Streuwiesen, die dem Typ 6410 Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden, torfigen und tonig-schluffigen Böden / Molinion zugeordnet werden bis zu Halbtrockenrasen, die dem Typ 6210 Naturnahe Kalk-Trockenrasen und deren Verbuschungsstadien / Cirsio-Brachypodion entsprechen. Intensiver genutzte Flächen weisen Glatthafer-Fettwiesen des Lebensraumtyps 6510 Magere Flachland-Mähwiesen / Arrhenatherion auf. Der Johannesbach beherbergt ein individuenstarkes Vorkommen der Gemeinen Bachmuschel / Unio crassus, das die höchste Individuendichte im Burgenland aufweist, und ein ebenfalls sehr reiches Vorkommen des Bitterlings / Rhodeus sericeus amarus.