Viscum / Mistel

Etymologie:

Mit viscum bezeichneten die Lateiner (die alten Römer der Antike) keineswegs die botanische Gattung Viscum, sondern die Beeren von Loranthus europaeus / Riemenmistel, aus denen Vogelleim bereitet wurde zum Bestreichen der Leimruten, mit denen Singvögel, damals wie heute begehrte Leckerbissen, gefangen wurden; Weiteres siehe unter Riemenmistel / Loranthus.

Mistel: Etymologie ungeklärt; schon im Althochdeutschen: mistil (9. Jahrhundert).

Externe Taxonomie:

Nach etwas älterer Auffassung bildeten die Loranthaceen und die Viscaceen die gemeinsame Familie Loranthaceen (s. lat.); Viscum war demnach eine Loranthacee.

 

Interne Taxonomie:

Die Gattung besteht im Burgenland (und in ganz Österreich) aus 3 Sippen, die in unterschiedlicher Weise taxonomisch behandelt werden:

(a) Entweder alle als eine drei Unterarten umfassende Spezies: Viscum album s. lat..

(b) Oder: alle drei im Rang von Arten, die zusammen die Artengruppe Viscum album agg. bilden.

(c) Oder (wie hier):

Viscum album s. str. (V. a. subsp. album) / Laubholz-Mistel       ·

Viscum laxum / Nadelholz-Mistel

V. laxum subsp. abietis (= V. abietis, V. album subsp. abietis) / Tannen-Mistel

V. laxum subsp. laxum (= V. laxum s. str., V. album subsp. laxum) / Föhren-Mistel