Etymologie:

verbascum (lat.): antiker Pflanzenname (schon bei Plinius) unklarer Bedeutung.

Königskerze: Der Vergleich mit der Kerze beruht auch (vor allem?) darauf, dass getrocknete Stängel, mit Harz oder Wachs getränkt, tatsächlich als Kerzen oder Fackeln benutzt wurden

Gemeinsame Merkmale der burgenländischen Arten der Gattung Verbascum / Königskerze:

Blüte: Kelch, Krone und Andrözeum 5-zählig. Kelch verwachsenblättrig; Krone verwachsenblättrig, radförmig, nur schwach zygomorph; Stempel 2-karpellig; Fruchtknoten oberständig; Griffel 1; Narbe einfach.

Frucht: zweiklappige Kapsel.

Insgesamt ca. 360 Arten; eurasiatisch; Mannigfaltigkeitszentrum: Vorderasien; in der Türkei 228, in Europa 87, in Österreich 11 Arten; Ostafrika.

Kurzschlüssel zu den 9 Verbascum / Königskerzen-Arten des Burgenlands:

 

1 Krone purpurviolett.

Purpur-Königskerze/ Verbascum phoeniceum

1* Kro gelb (selten weiß) ……………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………… 2

2 Traube einfach, — unverzweigt.

Schaben-Königskerze / Verbascum blattaria

2* Traube aus Blütenbüscheln zusammengesetzt ……………………………………………………………………………………………………………………………….. 3

3 Bart (lange Behaarung) der Staubfäden purpurviolett ……………………………………………………………………………………………………………………… 4

3* Bart gelblich bis weißlich …………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………. 5

4 Spreite der Grundblätter mit keiliger Basis; Traube verzweigt; die längsten Blütenstiele etwa gleich lang wie der Kelch.

Österreich-Königskerze / Verbascum chaixii subsp. austriacum

4* Spreite der Grundblätter mit herzförmiger Basis; Traube meist unverzweigt oder nur am Grund mit Zweigen; die längsten Blütenstiele etwa doppelt so lang wie der Kelch.

Dunkel-Königskerze / Verbascum nigrum

5 (3) Alle 5 Staubfäden bebärtet …………………………………………………………………………………………………………..……………………………………….….. 6

5* Nur 3 Staubfäden bebärtet, die beiden unteren (längeren) meist ganz kahl ……………………………………………………………………………..…. 7

6 Laubblätter oberseits locker angedrückt kurzhaarig bis fast kahl, besonders unterseits weißlichgrau bis dünnfilzig behaart (wie mit Mehl bestäubt); oberste Stängelblätter länglich, nicht geöhrt.

Heidefackel-Königskerze / Verbascum lychnitis

6*Laubblätter beiderseits dicht graugelblich-filzig behaart; oberste StgB rundlich, geöhrt, stängelumfassend.

Pracht-Königskerze / Verbascum speciosum

7 (5) Krone 15–30 mm im Durchmesser; Anthere der beiden unteren Staubbblätter 1,5–2 mm lang, höchstens ⅓× so lg wie ihr Staubfaden.

Kleinblüten-Königskerze / Verbascum thapsus

7* Krone 30–50 mm im Durchmesser; Anthere der beiden unteren Staubblätter 3–5,5 mm lang, mindestens halb so lang wie ihr Staubfaden …………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………… 8

 

8 Mittlere und obere Stängelblätter nicht od. nur sehr kurz (niemals bis zum nächsten Laubblatt) am Stängel hinablaufend, Stängel daher (fast) nicht geflügelt.

Gewöhnlich-Königskerze / Verbascum phlomoides

8* Mittlere und obere Stängelblätter deutlich (meist bis zum nächsten Stängelblatt) am Stängel hinablaufend, Stängel daher durchgehend deutlich geflügelt.

Großblüten-Königskerze / Verbascum densiflorum