Rubus / Brombeere, Himbeere und Steinbeere

Bearbeiter der Gattung Rubus: Gergely Király (Sopron).

 

Beschreibung

♃ oder holzig; Stängel oft bestachelt; Laubblätter gefiedert oder gefingert; Nebenblätter klein, schmallanzettlich bis oft fadenförmig; Blütenstand: Rispe; Kelchblätter 5, Kronblätter 5, weiß bis purpurrosa; Staubblätter zahlreich; Karpelle zahlreich, aus denen sich einsamige Steinfrüchtchen entwickeln, die gemeinsam eine Sammelfrucht bilden (die „Himbeere“ bzw. „Brombeere“ usw.). Die Untergattung Rubus / Brombeeren i. w. S. bildet im 1. Jahr (meist bestachelte) vegetative (d. h. blütenlose) Sprosse („Schösslinge“), die im 2. Jahr verholzen, aus den Laubblattachseln Blühtriebe hervorbringen und danach meist absterben. Jährlich entspringen dem Rhizom (meist mehrere) neue Schösslinge.

 

Taxonomie

Die Gattung Rubus / Kratzbeere, Brombeere, Himbeere, Steinbeere ist außerordentlich vielgestaltig und gehört zu den taxonomisch schwierigsten Gruppen der mitteleuropäischen Flora. Im Laufe der Zeit hat sich das Studium dieser Gattung zu einem speziellen Zweig der Taxonomie entwickelt (die Brombeerforschung heißt Batologie, die Brombeerexperten nennt man daher „Batologen“). Die Anzahl der in Europa aktuell akzeptierten Arten beträgt über 700, was der eigenartigen apomiktischen (asexuellen) Fortpflanzung der Sippen zu danken ist. Bei den europäischen Vertretern der Gattung gibt es nur wenige diploide sexuelle Sippen, die als Ausgangsarten der vielen Apomikten interpretiert werden können. Solche diploide Grundsippen sind im Gebiet nur die krautige Steinbeere / Rubus saxatilis (sie hybridisiert aber nur ganz selten), die Himbeere / Rubus idaeus und die Filz-Brombeere / Rubus canescens; außerdem ist auch die tetraploide Kratzbeere / Rubus caesius sexuell. Es ist zu vermuten, dass mehrere Grundsippen schon früher (wahrscheinlich während der Eiszeiten) ausgestorben sind, die Vielfalt der Gattung entwickelte sich besonders in den Wiederbewaldungsphasen des Holozäns.

Die Entstehung der Brombeersippen („Kleinarten”) erfolgt durch Hybridisierung, wobei die Abkömmlinge infolge der apomiktischen Fortpflanzung morphologisch und genetisch konstant den Eltern gleichen, deren Merkmale beibehalten; sie können später auch ein eigenes Areal aufbauen, wenn sie sich der Umwelt anpassen können. Wir kennen im Gebiet triploide, tetraploide, pentaploide und einige wenige hexaploide Sippen. Gelegentliche sexuelle Fortpflanzung kommt bei den tetraploiden Sippen wiederholt vor, was eine Anzahl von singulären Morphotypen (Primärhybriden, „Singularsippenoder Lokalsippen) ergibt. Taxonomisch kann man diese (meist lokalen) Sippen nicht bewerten, denn nach dem aktuellen Standard (der ab den 1970er-Jahren ausgearbeitet worden ist) werden nur solche apomiktische Brombeeren als „gute” Arten behandelt, welche ein bestimmtes Verbreitungsgebiet („Mindestareal”) erreichen. Die Ausdehnung dieses Areals (Arealdurchmesser) soll nach der gegenwärtig akzeptierten Auffassung mindestens 20 km sein, mit womöglich mehr als 10 getrennten Herkünften. Regionalarten haben einen Arealdurchmesser von ca. 20 bis 120 km; Provinzialarten bis etwa 300 km. Noch größere Areale besiedeln die weitverbreiteten Arten, von denen es viele gibt, die einen Arealdurchmesser von mehr als 500 km haben.

Die wissenschaftliche Bearbeitung der Gattung machte den älteren Botanikern beträchtliche Schwierigkeiten. Denn es ist schon sehr früh (im 19. Jahrhundert, besonders in dessen zweiter Hälfte) aufgefallen, dass es viele, zwar nur geringfügig verschiedene, aber konstante Sippen gibt. Dabei spielte es natürlich eine wichtige Rolle, dass man die Natur des Fortpflanzungssystems dieser Kleinsippen damals nicht erkennen konnte. Die Batologen entwickelten mehrere taxonomische Konzepte, die zu einer unbehandelbaren Menge an Taxa und damit (wegen der unterschiedlichen Definitionen) zu einem Wirrwarr an Namen führte. Manche historische Brombeerexperten beschrieben mehr als 100 Arten (und dazu auch viele infraspezifische Einheiten), von denen heute nur wenige (bei gewissen Autoren sogar keine) als Art akzeptiert werden können. Diese Probleme lösten bei den Botanikern großen Skeptizimus  bezüglich der Sinnhaftigkeit der taxonomischen Behandlung der Brombeer-Kleinarten aus, sodass es von den 1910er- bis zu den 1970er-Jahren in Europa nur ganz lokale Brombeerforschung gab. Eine Renaissance der Erforschung der Gattung begann in den letzten Jahrzehnten, als sich (heute auch mithilfe moderner genetischer und populationsbiologischer Methoden) ein Ausweg aus dem Chaos zeigte. Die Kenntnis der Arten benötigt auch heute noch lange Spezialisierung, ist aber nun nicht mehr hoffnungslos.

In Österreich gilt nur die Steiermark als batologisch gut erforscht, manche anderen Bundesländer (Kärnten, Oberösterreich, Tirol) sind zwar teilweise auch nicht schlecht bekannt, das Burgenland gehört in dieser Hinsicht jedoch zur batologischen Peripherie, denn bis jetzt wurden in diesem Land nur einige weitverbreitete, gut erkennbare Sippen kartiert (diese Forschungen sind größtenteils Willibald Maurer in Graz zu verdanken). Eine umfassende batologische Erforschung Österreichs gehört noch zu den Aufgaben der näheren Zukunft. Die hier vorgelegte Darstellung der Gattung Rubus im Burgenland ist der erste zusammenfassende Überblick über die Brombeerflora eines österreichischen Bundeslandes.

 

Wichtigste Literatur und Quellen:

Weber H. E. & Maurer W. (1991): Kommentierte Checkliste der in Österreich nachgewiesenen Arten der Gattung Rubus L. (Rosaceae). – Phyton (Austria) 31: 67–79.

Maurer W. (1994): Brombeere, Himbeere u. Steinbeere, Rubus. – In: Fischer M. A. (ed.): Exkursionsflora von Österreich. [1. Aufl.]: pp. 414–427. – Stuttgart und Wien: Eugen Ulmer.

Maurer W. (1996): Flora der Steiermark 1. – Eching: IHW. (311 pp.)

Maurer W. & Drescher A. (2000): Die Verbreitung einiger Brombeerarten (Rubus subgen. Rubus) in Österreich und im angrenzenden Slowenien. – Mitt. Naturwiss. Ver. Steiermark 130: 141–168.

Király G. & Trávníček B.: Unpublizierte Angaben (Geländeangaben von 2011–2014). Zusätzliche Datensammlung aus den Herbarien GJO, GZU, W.

 

Taxonomische Artenliste der Gattung Rubus im Burgenland

Diese Artenliste und der Bestimmungsschlüssel enthalten alle Rubus-Arten, welche in zuverlässigen Quellen aus dem Burgenland publiziert worden sind, sowie vom Autor überprüfte Belege in österreichischen und ungarischen Herbarien. Jene Arten, die in engsten Nachbargebieten (Südsteiermark, Westungarn) vorkommen und daher wahrscheinlich auch im Burgenland zu finden sind, werden ebenfalls behandelt.

Bgld = Burgenland
★ = Kulturpflanze

 

Rubus

subgen. Idaeobatus / Himbeeren i. w. S.

              Rubus idaeus / Himbeere

              Rubus phoenicolasisus / Rotborsten-Himbeere, „Japanische Weinbeere“

subgen. Rubus / Brombeeren i. w. S.

     sect. Rubus / Eigentliche Brombeeren

         subsect. Rubus / Aufrecht-Brombeeren

            ser. Nessenses

               Rubus nessensis / Loch-Ness-Brombeere, Aufrecht-Brombeere

            ser. Rubus

               Rubus constrictus / Vest-Brombeere

               Rubus graecensis / Graz-Brombeere

               Rubus sulcatus / Furchen-Brombeere

               Rubus perrobustus / Unverwüstlich-Brombeere (wahrscheinlich auch im Bgld)

               Rubus plicatus / Falten-Brombeere (vielleicht auch im Bgld)

         subsect. Hiemales / Wintergrüne Brombeeren

            ser. Discolores

               Rubus armeniacus / Armenien-Brombeere (wahrscheinlich auch im Bgld)

               Rubus austromoravicus / Südmähren-Brombeere

               Rubus austroslovacus / Südslowakei-Brombeere

               Rubus bifrons / Zweifarben-Brombeere

               Rubus crispomarginatus / Krausrand-Brombeere

               Rubus flos-amygdalae / Mandelblüten-Brombeere

               Rubus grabowskii / Grabowski-Brombeere

               Rubus guttiferus / Tropfen-Brombeere

               Rubus henrici-egonis / Heinrich-Egon-Weber-Brombeere

               Rubus montanus / Berg-Brombeere

               Rubus parthenocissus / Jungfernreben-Brombeere

               Rubus pericrispatus / Wellig-Brombeere

               Rubus perperus / Lügen-Brombeere

               Rubus phyllostachys / Durchblättert-Brombeere

               Rubus praecox / Weinberg-Brombeere, Süßfrüchtige Brombeere

            ser. Rhamnifolii

               Rubus angustipaniculatus / Schmalrispen-Brombeere (vielleicht auch im Bgld)

               Rubus gracilis / Haarstängel-Brombeere (vielleicht auch im Bgld)

            ser. Silvatici

               Rubus wimmerianus / Wimmer-Brombeere (vielleicht auch im Bgld)

               Rubus ferox / Bienen-Brombeere (wahrscheinlich auch im Bgld)

               Rubus juennensis / Jauntal-Brombeere

               Rubus venosus / Adern-Brombeere (vielleicht auch im Bgld)

               Rubus macrophyllus / Großblatt-Brombeere

            ser. Vestiti

               Rubus solvensis / Sulmtal-Brombeere (vielleicht auch im Bgld)

            ser. Canescentes

               Rubus canescens / Filz-Brombeere

             ser. Micantes

               Rubus clusii / Clusius-Brombeere

               Rubus balatonicus / Plattensee-Brombeere

               Rubus styriacus / Steirisch-Brombeere

               Rubus tabanimontanus / Bremberg-Brombeere

               Rubus gayeri / Gáyer-Brombeere

               Rubus liubensis / Leoben-Brombeere

            ser. Radula

               Rubus radula / Raspel-Brombeere

            ser. Pallidi

               Rubus brunneri / Brunner-Brombeere

            ser. Glandulosi / Drüsen-Brombeeren

            ser. Hystrix / Stachelschwein-Brombeeren

               Rubus weizensis / Weiz-Brombeere

     sect. Corylifolii / Haselblattbrombeeren

        subsect. Sepincola

            ser. Sepincola

               Rubus franconicus / Franken-Haselblattbrombeere (wahrscheinlich auch im Bgld)

               Rubus scarbantinus ined. / Ödenburg-Haselblattbrombeere

            ser. Subradula

               Rubus pannonicus ined. / Pannonien-Haselblattbrombeere

            ser. Subcanescentes

               Rubus holosericeus / Seidig-Haselblattbrombeere

               Rubus fasciculatus / Büschelblüten-Haselblattbrombeere

               Rubus mollis / Weich-Haselblattbrombeere

     sect. Caesii / Kratzbeeren

               Rubus caesius / Auen-Brombeere, Kratzbeere

               Rubus ×idaeoides (= R. caesius × R. idaeus) / Halb-Himbeere (wahrscheinlich   auch im Bgld)

subgen. Cylactis / Steinbeere

            ser. Saxatiles

               Rubus saxatilis / Steinbeere, Felsenbeere (im Bgld verschollen)

 

 

 

Bestimmungsschlüssel für die Arten der Gattung Rubus im Burgenland

 

Hinweise zum Sammeln und Bestimmen von Brombeeren

Beim Sammeln muss man beachten, dass sowohl Teile des Schösslings (des blütenlosen, überwinternden, verholzten Langsprosses) als auch Blütenstände (oder Fruchtstände) erforderlich sind. Die Sprosse sind oft so kräftig, dass sie nur mit einer Gartenschere zu schneiden sind. Man soll zwei Laubblätter mit dem dazugehörigen Schösslingsachsenstück aus der Mitte des Schösslings abtrennen, damit im Herbar beide Seiten der Blätter studiert werden können. Den Blütenstand soll man beim obersten Laubblatt ohne Blütenzweige abschneiden, sodass der ganze Gesamtblütenstand erfasst wird. Man darf nur unbeschädigte, gut entwickelte Pflanzenteile sammeln und muss sie sorgfältig herbarisieren. Angaben ohne überzeugende Belege dürfen nicht publiziert werden.

B’chen = Blättchen; – Bgld = Burgenland, – Blü = Blüte(n); – Blüstd = Blütenstand; – Fr = Frucht (die Sammelfrucht); – Fr’chen = einzelnes Steinfrüchtchen; – H = Wuchshöhe; – He = Hemikryptophyt; – K = Kelch; – KB = Kelchblätter; – Kro = Krone; – KroB = Kronblatt; – LB = Laubblatt (wenn nichts anderes erwähnt, die Laubblätter des Schösslings); – NebenB = Nebenblatt; – NPh = Nanophanerophyt; – StaubB = Staubblätter; – Stg = Stängel (wenn nicht anders angegeben, bedeutet es die Schösslingsachse, d. h. die Achse des vegetativen Sprosses im ersten Jahr); – > = größer als …, mehr als …; – < = kleiner als …, weniger als …

Kantenseite = auf einem Fünftel des Umfangs.

 

1a Lebensform: He, Stg krautig. NebenB breit elliptisch bis eiförmig. Anzahl der Fr’chen 2 bis 6. – Stg kriechend, unbewehrt oder zart-weichstachelig. LB 3-zählig, beiderseits grün. Blühtriebe aufrecht, Blüstd eine Doldentraube mit 2–8 Blü, KroB weiß. Fr leuchtend rot, glänzend. H: 10–30 cm. He. V–VI. Submontan bis subalpin; kalkliebend, Föhrenwälder, Gebüsche, steinige, lichte Laubwälder. Weitverbreitete eurasiatische Art. – Bgld: einst bei Bernstein, verschollen.

Steinbeere (Felsenbeere) / R. saxatilis

1b Lebensform: NPh, Stg im zweiten Jahr holzig. NebenB eilanzettlich oder noch schmäler. Anzahl der Fr‘chen mindestens 10 …………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………… 2

 

2a LB unpaarig gefiedert (obere manchmal 3-zählig). KroB höchstens 5 mm lang u. 3 mm breit. Fr zur Reife sich ohne den Blütenboden loslösend, – rot bzw. rosarot. Stg stielrundlich, aufrecht oder bogig. LB unterseits glänzend weißfilzig. – (R. subgen. Idaeobatus) ………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………….. 3

2b LB hand- oder fußförmig 3–5-zählig (manchmal durch Spaltung des EndB‘chens 6–7-zählig). KroB wesentlich länger u. breiter. Fr zur Reife sich zusammen mit dem Blütenboden loslösend, – schwarz, schwarzrot oder bläulich. Stg gefurcht, kantig oder stielrundlich. LB unterseits grün oder weißfilzig. – (R. subg. Rubus) …………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………… 4

 

3a Stg mit höchstens 5 mm langen, schwarzpurpurnen Stacheln. K zur FrReife zuückgeschlagen. Kro weiß oder weißlich. Fr matt, manchmal behaart. – LB (3)5–7-zählig gefiedert. KroB aufrecht, etwas kürzer als der K. H: 50–200 cm. NPh. V–VII. Collin bis subalpin; Hochstaudenfluren, Waldsäume und Waldschläge, lichte Wälder. Weitverbreitete eurasiatische Art. – Bgld: zerstreut, vor allem im Mittelgebirge, oft auch gepflanzt u. verwildert.

Himbeere / R. idaeus

Anmerkung: R. ×idaeoides (= R. caesius × R. idaeus) / Bastard-Himbeere vermittelt morphologisch zwischen den Eltern. Stg bogig bis kriechend. LB 3–5-zählig. Kro mindestens so lang wie der K. Frucht fehlschlagend oder mit nur wenigen (rot bis schwarzroten) Fr’chen. Oft mit den Eltern. – Bgld: wahrscheinlich übersehen.

3b Stg dicht mit über 5 mm langen roten Borsten u. Drüsenborsten. K vor der FrReife aufrecht, zur FrReife abstehend. Kro rosa. Fr glänzend dunkelpurpurrot. – LB 3–5-zählig. H: 50–200 cm. NPh. V–VII. Kulturpflanze aus Ostasien. – In Österreich als Obststrauch kultiviert; an Waldrändern manchmal verwildert, wahrscheinlich auch im Bgld.


Rotborsten-Himbeere, „Japanische Weinbeere“ / R. phoenicolasius

 

4a (2b) Untere B’chen fast sitzend (höchstens 2 mm lang gestielt). NebenB schmal bis breit-lanzettlich. Fr stark bereift u. matt, oder schwach bereift u. dann unvollkommen entwickelt. – Stg stielrund oder schwach kantig. LB’Stiel oberseits meist durchgehend rinnig
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4b Untere B’chen deutlich gestielt (nur selten < 2 mm lang gestielt). NebenB fadenförmig bis linealisch. Fr glänzend schwarz oder schwarzrot, meist alle Fr’chen gut entwickelt. – Stg kantig bis gefurcht (selten stielrund). LB’Stiel oberseits nicht oder nur in der unteren Hälfte rinnig (Ausnahme: R. canescens). – (R. sect. Rubus / Eigentliche Brombeeren)
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5a Stg dünn (meist < 5 mm im ∅), stark (weißlich bis hellbläulich) bereift, Stacheln meist < 3 mm lang, nadelig. Fr stark bereift, alle Fr’chen gut entwickelt. – Stg kriechend. LB 3(4–5)-zählig, unterseits grün, nicht filzig. KZipfel verlängert, nach der Blüte aufrecht. Kro weiß. Fruchtknoten kahl. H: 20–80 cm. NPh. V–VI(–X). Planar bis submontan; Auwälder, feuchte Gebüsche u. Säume, auch ruderal. Weitverbreitete europäische Art. – Bgld: mit Ausnahme der inneren Teile der Gebirge häufig.

Kratzbeere, Auen-Brombeere (Bereifte-B., Ackerbeere, Bockbeere) / R. caesius

5b Stg kräftiger (meist > 5 mm im ∅), nicht oder undeutlich bereift, Stacheln meist > 3 mm lang, nadelig bis kräftig. Fr nicht oder kaum bereift, Fr’chen meist z. Teil unvollkommen entwickelt. – Stg kriechend bis bogig (selten aufrecht). LB 3 bis 5-zählig, unterseits grün oder weiß, manchmal auch filzig. KZipfel kurz oder verlängert, nach der Blüte zurückgeschlagen bis aufrecht. Kro weiß bis rosa. Fruchtknoten kahl oder behaart. – (R. sect. Corylifolii / Haselblattbrombeeren)
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Rubus sect. Corylifolii – Haselblattbrombeeren

Die Haselblattbrombeeren sind artgewordene hybridogene Sippen, an denen R. caesius und Arten der Sektion Rubus beteiligt waren (in Westeuropa gibt es auch Hybridsippen von R. caesius und R. idaeus). Weil auch Rückkreuzungen möglich sind bzw. sich oft singuläre Lokalsippen entwickeln, gilt diese Artengruppe taxonomisch als sehr schwierig, sie ist in ganz Mitteleuropa nicht genügend erforscht. Die Bearbeitung der Sippen in Österreich ist besonders mangelhaft. Im Burgenland kommen mehrere Sippen vor, bei denen es sich wahrscheinlich um noch unbeschriebene Arten handelt. Die hier vorliegende Artenliste und der Bestimmungsschlüssel sind nur vorläufig, die unbestimmten Lokalsippen sind nicht berücksichtigt.

 

6a LB oberseits kahl oder mit ganz vereinzelten Haaren (< 50 Haare pro cm2), unterseits grün
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6b LB oberseits dichthaarig (> 100 Haare pro cm2), unterseits graufilzig. – Kro weiß
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7a EndB’chen breit eiförmig bis rundlich (oft breiter als lang). – Stg stumpfkantig mit 10–20 Stacheln und bis 20 Stieldrüsen pro 5 cm. Stacheln 4–5 mm lang. Serratur der Blättchen periodisch 2–3 mm tief gesägt. K an der Frucht aufgerichtet. Kro weiß. H: 50–100 cm. NPh. V–VI. Collin bis submontan; Gebüsche frischer und nasser Standorte. Weitverbreitet: zentrales Mitteleuropa, in Ö bis jetzt nur im Norden. – Bgld: wahrscheinlich im Süd-Bgld (im benachbarten West-Ungarn schon gefunden).

Franken-Haselblattbrombeere / R. franconicus

7b EndB’chen eiförmig oder elliptisch, viel schmäler als breit
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8a Stg ± stielrundlich, meist ohne Stieldrüsen, mit 5–8 Stacheln pro 5 cm, diese 2(–3) mm lang. Untere LB des Blüstd meist mit 5 B’chen. Kro weiß. – EndB’chen elliptisch, doppelt gesägt, Zähne 2–4 mm lang. BlüstdÄste u. BlüStiele auffallend lang, ± rechtwinkelig abstehend. KroB 10–15 mm lang. H: 50–150 cm. NPh. V–VI. Collin; frische Waldsäume, oft in Robinienbeständen. Vermutlich westpannonische Regionalart: Bgld, Süd-Steiermark, West-Ungarn, Nord-Slowenien. – Bgld: häufig im Nord- und Mittel-Bgld, zerstreut im Süden.

Ödenburg-Haselblattbrombeere / R. scarbantinus (ined.)

8b Stg (stumpf)kantig, immer mit wenigen Stieldrüsen, mit 8–15 Stacheln pro 5 cm, diese 3–5 mm lang. Alle LB des Blüstd mit 3 B’chen. Kro hellrosa. – EndB’chen eiförmig, periodisch 1,5–2 mm tief gesägt. KroB 8–12 mm lang. H: 40–80 cm. NPh. VI(–VII). Collin bis submontan; Föhrenwälder u. -Forste, Eichen-Hainbuchen-Wälder; eher kalkmeidend, schattenliebend. Vermutlich pannonische Regionalart (von der Steiermark bis Siebenbürgen). – Bgld: zerstreut im mittel- und südburgenländischen Hügelland.

Pannonien-Haselblattbrombeere / R. pannonicus (ined.)

 

9a (6b) Stg ohne Stieldrüsen, Stacheln 4–5 mm lang. LB oberseits kaum fühlbar behaart (mit vielen ganz feinen Haaren, im Herbst manchmal ± verkahlend). K zuletzt abstehend oder zurückgeschlagen. – Stg stumpfkantig, (fast) kahl, mit 5–15 geraden Stacheln. EndB’chen breit- eiförmig bis elliptisch, lebend oft konvex, 3–4 mm tief gesägt. BlüStiele mit 1,5–2 mm langen, derben Stacheln. H: 50–100 cm. NPh. VI(–VII). Collin bis submontan; an sonnigen Waldsäumen, Eichen-Hainbuchen- u. Zerreichenwälder; eher kalkliebend. Weitverbreitet: zentrales Mitteleuropa, aus Österreich nur wenige Angaben. – Bgld: im Mittel-Bgld, selten.

Büschelblüten-Haselblattbrombeere / R. fasciculatus

9b Stg stieldrüsig; Stacheln 2–3 mm lang. LB oberseits deutlich fühlbar dicht stern- und feinhaarig. K zuletzt aufgerichtet …………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………. 10

 

10a Stg kahl oder mit 1–5 Büschelhaaren pro cm Kantenseite. LB 5-zählig, untere B’chen 2–4 mm lang gestielt, EndB’chen scharf eingeschnitten 4–6 mm tief gesägt. – H: 30–80 cm. NPh. VI(–VII). Collin; Säume von Eichenwäldern; wärme- und kalkliebend. Weitverbreitet: Süddeutschland, Tschechien, Slowakei, in Österreich selten. – Bgld: nur bei Dörfl (einer der südlichsten Fundpunkte des Areals).

Weich-Haselblattbrombeere / R. mollis

10b Stg mit mehr als 10, teilweise langen Haaren pro cm Kantenseite. LB 3- bis 5-zählig, untere B’chen sitzend, EndB’chen regelmäßig 2–3 mm tief gesägt. – H: 20–50 cm. NPh. VI(–VIII). Collin; acidophile Eichen- und Föhrenwälder, Waldsäume; eher wärmeliebend. Regionalart, Hauptverbreitung in SO-Österreich (auch in Nord-Slowenien u. West-Ungarn). – Bgld: zerstreut im Süd-Bgld, ganz vereinzelt im Günser u. Ödenburger Gebirge.

Seidig-Haselblattbrombeere / R. holosericeus

 

 

Rubus sect. Rubus / Eigentliche Brombeeren

 

11a (4b) LB’Stiel oberseits mit einer durchlaufenden, deutlichen Rinne. – LB (zumindest wenn jung; Lupe!) oberseits sternhaarig (selten fast kahl). Stg kriechend oder niedrigbogig, 4–6 mm dick, etwas kantig. LB meist fußförmig 5-zählig (manchmal 3-zählig), oberseits oft weißlich (selten verkahlend), unterseits grauweißfilzig. EndB’chen schmal-rhombisch od. -elliptisch, mit breiten, 3–6 mm tiefen Zähnen. Blüstd auffallend schmal und lang. Kro weiß (beim Vertrocknen gelb). Fruchtknoten kahl. – H: 30–100 cm. NPh. V–VII. Collin bis submontan; lichte, trockene Eichenwälder, Waldsäume, auch in offenen Lagen (Trockenrasen); kalk-, licht- u. wärmeliebend. Weitverbreitete submediterrane Art, südliches Mitteleuropa, Mittelmeergebiet. – Bgld: ganz vereinzelt im Leithagebirge und im Süd-Bgld. – (Syn.: R. tomentosus)

Filz-Brombeere / R. canescens

Anmerkung: Diploide sexuelle Art, neigt zur Hybridisierung.

11b LB’Stiel oberseits ohne durchlaufende Rinne. – LB oberseits (auch wenn jung) ohne Sternhaare. Stg kriechend bis aufstehend, meist über 6 mm ∅. LB unterseits grün bis grau- oder weißfilzig. Kro weiß oder rosa …………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………. 12

 

12a BlüStiele u. BlüstdAchse ohne Stieldrüsen (bei R. ferox, R. gracilis u. R. macrophyllus sind vereinzelte Stieldrüsen möglich) ……………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………. 13

12b BlüStiele u. BlüstdAchse mit mindestens 3 Stieldrüsen pro 1 cm (bei R. liubensis an BlüStielen manchmal weniger) ………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………….. 40

 

13a K außen auf der Fläche grünlich (am Rand manchmal graufilzig. – Stg im Sommer aufrecht, später hochbogig (nur bei R. graecensis manchmal einwurzelnd), ± kahl. Pflanze sommergrün, LB beiderseits grün, nur an den Nerven behaart. Blüstd wenigblütig. Frühblühende (V–VI) Arten. – (R. subsect. Rubus)
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13b K außen auf der Fläche grau- oder weißfilzig. – Stg kriechend bis hochbogig, kahl oder behaart. Pflanze meist wintergrün (Ausnahme R. constrictus [20b]). LB unterseits grün bis grau- oder weißfilzig
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14a Stg ± stielrundlich; Stacheln kegelig bis pfriemlich, dunkelviolett. Fr schwarzrot. – Stacheln 1–3(–5) mm lang. LB 5-zählig, selten durch Spaltung des EndB’chens 6–7-zählig. Kro weiß. H: 100–150 cm. NPh. V–VI(–VII). Collin bis subalpin; Waldschläge u. -säume der Buchen- u. Fichtenzone; kalkmeidend. Weitverbreitet: Mittel- u. Nordeuropa, in Österreich zerstreut bis häufig. – Bgld: in den Mittelgebirgen zerstreut, sonst ganz selten. – (Syn.: R. suberectus)

Loch-Ness-Brombeere, Aufrechte Brombeere / R. nessensis

14b Stg ± kantig; Stacheln am Grund verbreitert, kräftiger, gelblich (bei R. graecensis [15a] Stg oft stachellos). Fr schwarz ………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………….. 15

 

15a Stg stachellos oder mit 1(–2) Stacheln pro 5 cm, Stacheln 2–3(–4) mm lang. – Stg anfangs aufrecht, im Herbst oft bogig u. an der Spitze oft einwurzelnd; stark gefurcht. LB unterseits samtig weichhaarig. Kro meist weiß (selten hellrosa). H: 100–150 cm. NPh. VI–VII. Collin bis montan; Waldsäume u. lichte Laubwälder; kalkmeidend. Regionalart (Steiermark, Kärnten u. getrenntes Teilareal in Mähren). – Bgld: selten (bei Mogersdorf u. Lockenhaus angegeben).

Graz-Brombeere / R. graecensis

15b Stg bestachelt mit 2–4 Stacheln pro 5 cm, Stacheln > 4 mm lang. – Stg auch im Herbst aufrecht u. nicht einwurzelnd. Kro weiß oder blassrosa …………………………………………………………………………………………..–…………………………………………………………………………………. 16

 

16a Untere B’chen 0–2(–4) mm lang gestielt, LB’Spreite auffallend gefaltet. K abstehend. StaubB kürzer als Griffel. – Stacheln (4–)5–7 mm lang. Stiel des EndB’chens 0,25–0,35× so lang wie die Spreite. H: 50–150 cm. NPh. V–VII. Collin bis montan; auf nährstoffarmen Böden, stark kalkmeidend. Weitverbreitete Art (Mittel- u. NW-Europa). In Österreich zerstreut, im Osten eher selten. – Bgld: nicht sicher nachgewiesen, vielleicht im Süden.

Falten-Brombeere / R. plicatus

16b Untere B’chen (2–)4–10 mm lang gestielt, LB‘Spreite nicht gefaltet. K ± zurückgeschlagen. StaubB die Griffel überragend. – Stacheln (5–)6–10 mm lang. Stiel des EndB’chens 0,35–0,45× so lang wie die Spreite. H: 100–250 cm. NPh. V–VII. Collin bis montan; eher kalkmeidend. Weitverbreitet: ganz Mitteleuropa, in Österreich häufig. – Bgld: mit Ausnahme der Tiefebene verbreitet, in submontanen Lagen häufig.

Furchen-Brombeere / R. sulcatus

 

17a (13b) LB unterseits grün, mit einfachen Haaren oder durch dünnen Filz graugrün ………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………….. 18

17b LB unterseits dicht grau- oder weißfilzig. – (R. ser. Discolores)
…………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………. 26

 

18a Stg kahl oder (nur an den Kanten) vereinzelt behaart ……………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………. 19

18b Stg (auch auf den Flächen) reichlich behaart
……………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………. 24

 

19a Kro weiß
………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………….. 20

19b Kro hell- oder blassrosa
………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………….. 21

 

20a Stg niederbogig; Stacheln 5–6 mm lang. LB unterseits rein grün, ohne Büschelhaare. BlüstdAchse auffallend zick-zack, ihre Stacheln zurückgerichtet, ± gerade. KroB 8–10 mm lang. – H: 80–150 cm. NPh. VI–VII. Collin bis montan; Buchenwälder und ihre Säume; schattenliebend, eher kalkliebend. N-Karpaten, Südpolen, Tschechien, in Ungarn westlich der Donau; in Österreich selten, nur im Nordosten, im Bgld noch nicht beobachtet, aber ein Fundort in Westungarn knapp an der Grenze zum Süd-Bgld.

Wimmer-Brombeere / R. wimmerianus

20b Stg hochbogig; Stacheln 6–7 mm lang. LB unterseits graugrün, oft mit Büschel- und Sternhaaren. BlüstdAchse nicht zick-zack, ihre Stacheln stark zurückgebogen, ± hakenförmig. KroB 12–15 mm lang. – H: 100–200 cm. NPh. VI–VII. Collin bis montan; frische Waldsäume; eher kalkliebend. Weitverbreitete Art: Mitteleuropa; in Österreich vor allem im Südosten. – Bgld: selten, Mittel-Bgld (Großwarasdorf), vielleicht auch im Süd-Bgld. – (Syn.: R. vestii)

Vest-Brombeere / R. constrictus

 

21a (19b) Kro 13–18 mm lang. LB oberseits reichlich, aber nicht fühlbar anliegend behaart. – Stg kriechend oder niederbogig, scharfkantig. Stacheln 5–10 pro 5 cm, 8–9 mm lang. LB 5-zählig fußförmig, unterseits graugrün bis graufilzig; EndB’chen länglich-verkehrt eiförmig. Blüstd länglich-pyramidal, seine Achse mit 4–7 mm langen, starken Stacheln; Kro dunkelrosa. – H: 50–100 cm. NPh. VI–VII. Collin bis submontan; eher kalkmeidend, schattenliebend. Regionalart (SO-Österreich, Slowenien, West-Ungarn). – Bgld: Südburgenländisches Hügelland, sehr selten.

Jauntal-Brombeere / R. juennensis

21b Kro höchstens 13 mm lang. LB oberseits kahl oder nur ganz spärlich behaart
…………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………. 22

 

22a Stg hochbogig. Stiel des EndB’chens höchstens 0,3× so lang wie die Spreite. Blüstd meist nur am Grund beblättert. Kro rosa. – Stg kantig, mit 3–7 Stacheln pro 5 cm, diese 6–8 mm lang. B’chen eiförmig oder elliptisch, 15–20 mm lang bespitzt. LB im Blüstd oft tiefer gesägt (manchmal geteilt) als die Stg-LB. KroB 10–13 mm lang. H: 80–150 cm. NPh. VI–VII. Collin bis montan; frische Säume von Buchenwäldern u. Fichtenforsten; eher kalkmeidend. Weitverbreitet: SO-Mitteleuropa, besonders in den Karpaten; in West-Ungarn zerstreut. In Österreich selten, vom Bgld noch nicht gemeldet, aber zu erwarten.

Unverwüstlich-Brombeere / R. perrobustus

22b Stg niedrigbogig oder kriechend. Stiel des EndB’chens mehr als 0,3× so lang wie die Spreite. Blüstd bis zur Spitze beblättert. KroB hellrosa, – 8–12 mm lang ……………………………………………………………………………………………………………………………………………………………… 23

 

23a Stg kantig. Stiel des EndB’chens mindestens 0,4× so lang wie die Spreite. Stacheln im Blüstd dicht stehend, 3–5 mm lang. – LB unterseits grün oder graugrün; EndB’chen elliptisch oder verkehrt-eiförmig. Blüstd lang (bis zu 50 cm), dichtblütig. H: 80–150 cm. NPh. VI–VII. Collin bis submontan; Säume von Eichen-Hainbuchen-Wäldern; lichtliebend. Weitverbreitet: Südpolen, Tschechien, Westungarn; in Österreich ganz selten, vom Bgld noch nicht gemeldet.

Schmalrispen-Brombeere / R. angustipaniculatus

23b Stg stumpfkantig oder stielrundlich. Stiel des EndB’chens höchstens 0,4× so lang wie die Spreite. Stacheln im Blüstd zerstreut stehend, 2–3(–4) mm lang. – LB unterseits stets grün; EndB’chen breit verkehrt-eiförmig oder breit-elliptisch. Blüstd oft kurz, wenigblütig. H: 80–150 cm. NPh. VI–VII. Collin bis submontan; frische Waldsäume auf dichten Böden. Regionalart, Slowenien, SO-Österreich (hier lokal häufig); vom Bgld noch nicht gemeldet, im Süd-Bgld zu erwarten.

Adern-Brombeere / R. venosus

 

24a (18b) Stg mit vereinzelten Stieldrüsen. Kro weiß. Fruchtknoten ± behaart. – Stg mit 10–20 Stacheln pro 5 cm. LB aus herzförmigen Grund eiförmig; Stiel des EndB’chens höchstens 0,35× so lang wie die Spreite. Blüstd schlank. H: 80–150 cm. NPh. VI–VII. Collin bis submontan, eher schattenliebend, auf frischen Böden; Waldsäume. Regionalart (SO-Österreich, Nord-Slowenien, ein inselartiges Vorkommen im Günser Gebirge in Ungarn). Vom Bgld noch nicht angegeben, vielleicht im Günser Gebirge oder im Südwesten. – (Syn.: R. lasiaxon, R. apum)

Bienen-Brombeere / R. ferox

24b Stg ohne Stieldrüsen. Kro hellrosa bis rosa. Fruchtknoten ± kahl ………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………… 25

 

25a Stacheln 4–6(–7) mm lang. LB lebend deutlich konvex, Stiel des EndB’chens mindestens 0,35× so lang wie die Spreite. – Stg kantig, mit 5–12 Stacheln pro 5 cm, mit einfachen, Büschel- u. Sternhaaren. EndB’chen aus herzförmigem Grund eiförmig oder verlängert. Blüstd pyramidal; KroB 8–12 mm lang. H: 100–150 cm. NPh. VI–VII. Collin bis montan; Waldsäume von Buchenwäldern, Schluchten; eher kalkliebend, schattenliebend. Weitverbreitet: West- und westliches Mitteleuropa, in Österreich nur (ganz selten) im Südosten. – Bgld: ein historischer Beleg vom Günser Gebirge.

Großblatt-Brombeere / R. macrophyllus

25b Stacheln 7–10 mm lang. LB lebend flach, Stiel des EndB’chens höchstens 0,35× so lang wie die Spreite. – Stg stumpfkantig, mit 6–20 Stacheln pro 5 cm, mit einfachen u. Büschelhaaren, Sternhaare oft fehlend. EndB’chen aus abgerundetem Grund elliptisch, verkehrt-eiförmig oder rundlich. Blüstd breit-pyramidal; KroB 10–13 mm lang. H: 50–150 cm. NPh. VI–VII. Collin bis submontan; Waldsäume von Eichenwäldern; eher kalkmeidend, lichtliebend. Weitverbreitet: Mitteleuropa, in Österreich nur (selten) im Südosten, für das Bgld noch nicht gemeldet, im Mittel- oder Süd-Bgld zu erwarten. – (Syn.: R. villicaulis)

Haarstängel-Brombeere / R. gracilis

 

26a (17b) LB deutlich 5-zählig fußförmig (manche auch 3–4-zählig). – Stg dunkelviolett, anfangs behaart, später verkahlend, mit 10–15 geraden Stacheln pro 5 cm. LB unterseits kaum fühlbar behaart, 2–3 mm tief gesägt. Stacheln der BlüstdAchse gerade. Kro hell- bis dunkelrosa. Fruchtknoten behaart. H: 50–200 cm. VI–VIII. Collin bis montan; trockene Waldsäume u. -schläge, Hecken; lichtliebend. Weitverbreitet: Mitteleuropa, in Österreich u. im Bgld (mit Ausnahme der Tiefebene) häufig.

Zweifarben-Brombeere / R. bifrons

26b LB 5-zählig handförmig (selten schwach fußförmig)
……………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………. 27

 

27a LB’Spreite lebend gegen den Rand zu auffallend kraus. Untere B’chen 0–2(–4) mm lang gestielt; EndB’chen stark periodisch 3–6 mm tief gesägt (oder auch lappig), Zähne u. Einschnitte. – Stg kantig, mit Stacheln 6–8 mm lang, 3–5 pro 5 cm. Stiel des EndB’chens 0,20–0,35× so lang wie die Spreite. Blüstd zylindrisch, stark durchblättert. Kro weiß. Fruchtknoten behaart. VI–VII. Collin bis montan; Waldsäume; kalkliebend. Weitverbreitet: Tschechien, Südpolen, Slowakei, Nord-Ungarn; in Österreich nur im Nordosten, sehr selten. – Bgld: Leithagebirge, selten.

Krausrand-Brombeere / R. crispomarginatus

27b LB’Spreite nicht auffallend krausrandig (höchstens am Rand kleinwellig). Untere B’chen 3–8 mm lang gestielt; Zähne des EndB’chens meist nicht über 4 mm tief
…………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………… 28

 

28a Stg auffallend kräftig, bis 10–15(–20) mm ∅. Fr kugelig oder eiförmig, groß (meist 15 bis 20 mm ∅) – Stacheln auf dem Stg 7–11 mm, im Blüstd 6-8 mm lang. LB unterseits dicht grau- oder weißfilzig, nicht fühlbar behaart. EndB’chen rundlich oder elliptisch. Fruchtknoten behaart. Tetraploide Sippen (2n = 28). – („R. praecox-Gruppe”)
………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………….. 29

28b Stg nicht auffallend kräftig (meist nicht über 10 mm ∅). Fr kugelig oder halbkugelig, meist nicht über 15 mm ∅. – Stacheln auf dem Stg meist nicht über 8 mm, im Blüstd nicht über 5 mm lang. LB unterseits undeutlich oder dicht grau- bis weißfilzig, fühlbar oder nicht fühlbar behaart. Fruchtknoten kahl oder behaart. Triploide Sippen (2n = 21) …………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………. 30

 

29a Stg (auch in der Sonne) meist grün, Stacheln (wenigstens am Grund) rot oder purpurn. Spreite des EndB’chens flach ± konvex, am Rand kaum wellig. Stacheln der BlüstdAchse ± gerade, waagrecht abstehend. – Spreite des EndB’chens 2–2,5× so lang wie der Stiel. Blüstd auffallend reichblütig u. breit. KroB 12–20 mm lang, rosa bis dunkelrosa. H: 100–200 cm. NPh. V–VII(–IX). Kulturpflanze, stammt wahrscheinlich aus den Kaukasusländern, in Mitteleuropa eingebürgert. Meist ruderal an Straßenböschungen. In Österreich eher im Westen. – Bgld: wahrscheinlich im Norden, verstärkte Ausbreitung erwartet. – (R. procerus s. lat. p. p.)

Armenien-Brombeere / R. armeniacus

29b Stg samt den Stacheln (besonders in der Sonne) weinrot bis purpurn. Spreite des EndB’chens flach, am Rand etwas wellig. Stacheln der BlüstdAchse ± gekrümmt, etwas zurückgeschlagen. – Spreite des EndB’chens 2,5–3× so lang wie der Stiel. Blüstd nicht auffallend verbreitert. KroB 10–15 mm lang, hellrosa (selten auch weiß oder rosa). H: 100–200 cm. NPh. V–VII(–IX). Collin bis submontan; Böschungen, Waldränder, Hecken, oft ruderal; wärme- und lichtliebend; eher kalkliebend. Weitverbreitete mitteleuropäische Art mit submediterraner Tönung. In Österreich häufig, im Bgld mit Ausnahme der montanen Lagen u. der stark acidophilen Standorte die häufigste Brombeere. – (R. procerus, R. macrostemon)


Weinberg-Brombeere, Süßfrüchtige Brombeere / R. praecox

 

30a (28b) Stg mit 5–30(–50) Büschelhaaren pro 1 cm Kantenseite. Blüstd meist bis zur Spitze durchblättert (LB im Blüstd meist einfach, seicht gesägt). – Stg stumpfkantig, mit 3–5 Stacheln pro 5 cm, diese 5–6 mm lang. Stiel des EndB’chens 0,35–0,50× so lang wie die Spreite, Spreite aus herzförmigem Grund eiförmig, Serratur ± gleichmäßig mit 1,5–2,5 mm tiefen Zähnen. KroB weiß (oder etwas hellrosa), 10–13 mm lang, Fruchtknoten kahl oder wenig behaart. H: 100–150 cm. NPh. VI–VIII. Collin bis submontan; auf frischen Standorten. Weitverbreitete mitteleuropäische Art; das Vorkommen in Österreich wurde früher bezweifelt. – Bgld: Süd-Bgld, selten.

Durchblättert-Brombeere / R. phyllostachys

30b Stg kahl oder bis 5 Büschelhaare pro 1 cm Kantenseite. Blüstd nicht bis zur Spitze beblättert (wenn doch – bei R. parthenocissus [34a] –, dann LB im Blüstd grob u. tief gesägt u. Stg tief gefurcht)
…………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………….….. 31

 

31a LB unterseits weißfilzig u. mit vielen abstehenden längeren Härchen, dadurch eindeutig fühlbar behaart. Blüstd kurz, breit eiförmig oder pyramidenförmig, nur am Grund beblättert, diese LB im Blüstd oft 5-zählig. – Stg meist weinrot oder purpurn, stumpfkantig, Stacheln 2–6 pro 5 cm, 6–7 mm lang. LB oberseits dunkelgrün; EndB’chen aus seicht herzförmigem oder gestutzem Grund elliptisch oder eiförmig, scharf u. periodisch 2–3,5 mm tief gesägt. KroB weiß, selten hellrosa, Fruchtknoten ± kahl. H: 100–150 cm. NPh. VI–VII. Collin bis submontan; eher kalkliebend. – Weitverbreitete Art (Tschechien, Slowakei, West-Ungarn), in Österreich selten. – Bgld: Günser Gebirge, Leithagebirge, wohl auch im Süd-Bgld.

Südmähren-Brombeere / R. austromoravicus

31b LB unterseits graugrün- oder weißfilzig, ohne oder nur mit wenigen längeren Härchen, deshalb nicht fühlbar behaart (wenn doch – manchmal bei R. pericrispatus [38a] –, dann Stg grün u. LB‘Rand kleinwellig). Blüstd anders gestaltet, meist ohne 5-zählige LB ……………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………… 32

 

32a Spitze des EndB’chens 15–25 mm lang. Untere B’chen auffallend lang, deutlich (bis 1,3×) länger als der LB’Stiel. Obere LB des Blüstd auffallend groß, verlängert. – Stg kantig, stark gefurcht, kahl bis zerstreut behaart, mit 4–7 Stacheln pro 5 cm. EndB’chen eiförmig bis elliptisch, Stiel 0,25–0,35× so lang wie die Spreite, Serratur ± grob: Zähne 2,5–5 mm tief. LB des Blüstd auffallend groß, verlängert. Kro rosa. Fruchtknoten deutlich behaart. H: 100–150 cm. NPh. VI–VII. Collin bis montan, kalkliebend. – Weitverbreitet: südl. Mitteleuropa; in Österreich bisher nicht bekannt. – Bgld: Leithagebirge, selten.

Lügen-Brombeere / R. perperus

32b Spitze des EndB’chens 5–15 mm lang. Untere B’chen kürzer oder kaum länger als der LB‘Stiel. LB im Blüstd nach oben zu allmählich kleiner werdend, die oberen nicht auffallend verlängert
………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………..…………. 33

 

33a LB gleichmäßig seicht (1–1,5 mm tief) gesägt, Zähne wesentlich breiter als lang. Stacheln am Grund 6–10 mm breit. – Stg kantig, wenig gefurcht, rotbraun, mit 2–5 Stacheln pro 5 cm. LB unterseits schwach grün-weiß filzig. EndB’chen oft konvex, aus herzförmigem Grund elliptisch. Kro weiß oder blassrosa. Fruchtknoten deutlich behaart. H: 80–150 cm. NPh. VI–VII. Submontan bis montan; Waldsäume, Schläge. Weitverbreitet (Tschechien, Südpolen, Slowakei, Nord-Ungarn), in Österreich selten. – Bgld: Günser Gebirge, Leithagebirge, selten.

Heinrich-Egon-Weber-Brombeere / R. henrici-egonis

33b Serratur gröber, Zähne 2–4 mm tief. Stacheln am Grund meist nicht mehr als 7 mm breit. – EndB’chen meist nicht konvex ………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………….. 34

 

34a Blüstd auffallend lang, dichtblütig, oft bis zur Spitze beblättert. Stiele der unteren B’chen 5–10 mm lang. – Stg dunkelpurpurn, tief gefurcht, mit 4–8 Stacheln pro 5 cm, diese 5–8 mm lang. EndB’chen breit-eiförmig bis verkehrt-eiförmig; Serratur grob, Zähne 3–4(–5) mm tief. LB im Blüstd 3–7 mm tief gesägt. KroB weiß (manchmal mit rosa Hauch), 10–15 mm lang. Fruchtknoten dicht behaart. H: 100–200 cm. NPh. VI–VII. Submontan bis montan; eher kalkliebend. Weitverbreitet (südl. Mitteleuropa), in Österreich erst neulich entdeckt, zerstreut. – Bgld: Leithagebirge, selten.

Jungfernreben-Brombeere / R. parthenocissus

34b Blüstd anders gestaltet. Stiele der unteren B’chen meist kürzer als 5 mm. – Stg meist nicht auffallend gefurcht (Ausnahme: R. grabowskii [35a]). KroB weiß bis rosa, bis 13 mm lang. Fruchtknoten kahl oder ± behaart ………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………….. 35

 

35a EndB’chen aus schwach herzförmigem Grund breit eiförmig bis verkehrt-eiförmig (selten bis ± rundlich), mit kurzer, abgesetzter Spitze. – Stg deutlich gefurcht, mit 4–8 Stacheln pro 5 cm. LB unterseits dünn grün-weiß filzig. Blüstd pyramidenförmig. KroB breit-elliptisch bis fast rundlich, hellrosa bis rosa. Fruchtknoten ± behaart. H: 100–150 cm. NPh. VI–VII. Collin bis submontan; frische Edellaubwälder u. Gebüsche; eher auf basenreichen Böden. Weitverbreitet (Mitteleuropa), in Österreich zerstreut. – Bgld: Mittel- u. Nord-Bgld, selten. – (R. „thyrsoideus“, R. „thyrsanthus“)


Grabowski-Brombeere / R. grabowskii

35b EndB’chen anders gestaltet (schmal verkehrt-eiförmig, eiförmig oder elliptisch). – Stg kaum gefurcht
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36a Fruchtknoten deutlich behaart
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36b Fruchtknoten kahl (selten ganz vereinzelt behaart, wenn jung)
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37a EndB’chen unter der Mitte am breitesten, bis zur Spitze allmählich verschmälert (Form der Spreite ähnlich einem Tropfen → Artepitheton!). LB unterseits dünn grün-weiß filzig. – Stg meist grün (nur in der Sonne purpurn überlaufen). Blüstd schmal-pyramidenförmig, ± dicht. KroB weiß, 9–12 mm lang. H: 80–150 cm. NPh. VI–VII. Submontan bis montan; frische Waldsäume, Hecken; eher kalkliebend. Weitverbreitet (SO-Mitteleuropa), in Österreich sehr selten. – Bgld: Leithagebirge, selten.

Tropfen-Brombeere / R. guttiferus

37b EndB’chen in der Mitte am breitesten, an der Spitze abrupt verschmälert (Spreite länglich-elliptisch, oft mit ± parallelen Rändern in der Mitte). LB unterseits dicht grau- oder weißfilzig. – Stg meist purpurn überlaufen oder purpurn. Blüstd breit-pyramidenförmig, ± locker. KroB weiß bis hellrosa, 8–11 mm lang. H: 80–150 cm. NPh. VI–VII. Collin bis submontan; halbtrockene Waldsäume, Waldschläge; eher kalkliebend. Weitverbreitet (südl. Mitteleuropa), in Österreich nur im Nordosten. – Bgld: Mittel-Bgld, Leithagebirge, lokal häufig, sonst selten.

Südslowakei-Brombeere / R. austroslovacus

 

38a (36b) LB lebend mit unregelmäßigen welligen Rändern, Serratur ± unregelmäßig; EndB’chen schmal bis breit eiförmig, am Grund ± herzförmig. Untere B’chen 4–6 mm lang gestielt. – Stg (auch in der Sonne) grün, Stacheln zu 4–8 pro 5 cm. Blüstd kurz-pyramidenförmig mit breiterem Grund. LB hellgrün. KroB weiß (selten mit hellrosa Hauch). H: 100–150 cm. NPh. VI–VII. Collin bis submontan; frische Waldsäume u. Waldschläge; eher kalkmeidend. Weitverbreitet (Mitteleuropa), in Österreich selten. – Bgld: zerstreut vom Süd-Bgld bis zum Leithagebirge.

Wellig–Brombeere / R. pericrispatus

38b LB lebend flach, Serratur ± regelmäßig; EndB’chen schmal eiförmig oder verkehrt-eiförmig, am Grund schwach herzförmig. Untere B’chen 2–4 mm lang gestielt. – Stg oft purpurn, Stacheln nicht mehr als 5 pro 5 cm. Blüstd verlängert, schmal-pyramidenförmig oder zylindrisch. – („R. montanus-Gruppe“)
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39a EndB’chen schmal verkehrt-eiförmig oder eiförmig, mit ± breiter Spitze. BlüstdÄste u. BlüStiele auffallend schlank. – LB unterseits meist dünn graufilzig. KroB hellrosa (manchmal fast weiß), elliptisch, 9–12 mm lang. Collin bis montan, auf frischen Böden; Waldschläge, Waldsäume. H: 100–200 cm. NPh. VI–VII. Weitverbreitet (Mitteleuropa), aber mangelhaft bekannt, in Österreich nur für wenige Stellen angegeben. – Bgld: Leithagebirge, selten.

Mandelblüten-Brombeere / R. flos-amygdalae

39b EndB’chen schmal-elliptisch (in der Mitte oft ± parallelrandig), mit abrupter schmaler Spitze. Blüstd-Äste u. BlüStiele ± dick. – Stg grün oder hellpurpurn, meist ohne dunklere rötliche Flecken. LB unterseits dünn bis dicht grau- oder weißfilzig. KroB meist rosa (selten hellrosa), schmal elliptisch, 7–10 mm lang. Collin bis montan, auf frischen Böden, eher kalkmeidend; Waldschläge, Waldsäume. H: 100–200 cm. NPh. VI–VII. Weitverbreitet (Mitteleuropa), in Österreich häufig bis zerstreut. – Bgld: vom Süd-Bgld bis zum Leithagebirge nicht selten. – (R. candicans, R. thyrsoideus)


Berg-Brombeere / R. montanus

 

40a (12b) LB unterseits von nervenständigen, schimmernden Haaren samtig-weich. – Stg stumpfkantig, stark behaart, mit 6–12 Stacheln, diese 3–6 mm lang, gerade. LB 5-zählig, oberseits ledrig dunkelgrün, reichlich anliegend behaart, unterseits (neben den längeren Haaren) auch graugrün-filzig. EndB’chen aus seicht herzförmigem Grund verkehrt-eiförmig, Stiel 0,4–0,5× so lang wie die Spreite. Blüstd verlängert pyramidal, schlank, mit zahlreichen ungleich großen, rötlichen Stieldrüsen. KroB hellrosa bis fast weiß, 10–14 mm lang. Fruchtknoten dicht behaart. H: 100–200 cm. NPh. VI–VII(–VIII). Collin bis montan; Waldsäume, Waldschläge; auf frischen Böden. Regionalart (in Österreich: Kärnten u. Steiermark, Nord-Slowenien). – Bgld: vielleicht im Südwesten.

Sulmtal-Brombeere / R. solvensis

40b LB unterseits kahl oder behaart, aber nicht samtig-weichhaarig …………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………… 41

 

41a Stg mit vielen sehr ungleichen Stacheln, Stachelborsten u. Stieldrüsen besetzt. Stieldrüsen der Blü’Stiele meist länger als deren Durchmesser …………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………. 42

41b Stg mit ± gleich großen Stacheln u. davon deutlich abgesetzten kleineren Stachelborsten u. Stieldrüsen (oder Stieldrüsen ganz wenig oder fehlend). Stieldrüsen der Blü’Stiele kürzer als deren Durchmesser ………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………….. 43

 

42a Die größeren Stacheln des Stgs kräftig, am Grund deutlich verbreitert. – Stg ± kantig. LB hand- bis fußförmig (3-)5-zählig, gleichmäßig fein gesägt. EndB’chen aus schwach fußförmigem bis abgerundetem Grund verkehrt-eiförmig, abrupt schmal bespitzt. Blüstd kurz u. kompakt, Äste ± waagrecht abstehend, Stacheln im Blüstd gelblich. Kro weiß. Fruchtknoten anfangs zerstreut behaart, später verkahlend. H: 30–100 cm. NPh. VI–VII. Collin bis montan; eher schattenliebend u. kalkmeidend. Regionalart (meist in der SO-Steiermark, Einzelfunde in Nord-Slowenien). – Bgld: Stinatz, sehr selten.

Weiz-Brombeere / R. weizensis

42b Alle (auch die größeren) Stacheln des Stgs dünn, pfriemlich-nadelförmig. – Stg meist stielrund, kahl bis behaart, meist dicht stieldrüsig u./oder drüsenborstig. LB in Gestalt u. Serratur sehr unterschiedlich, 3- bis 5-zählig. Kro weiß bis blassrosa. Fruchtknoten kahl bis behaart. H: 20–80 cm. NPh. VI–VIII. Submontan bis montan, schattenliebend, auf frischen Böden. Buchen- u. Fichtenwälder, Waldschläge. – Bgld: im Hügelland zerstreut, in höheren Lagen der Mittelgebirge häufig, oft (mono)dominant.

Drüsen-Brombeeren / Rubus ser. Glandulosi

Anmerkung: Taxonomisch schwierige, vielgestaltige Serie; im Gebiet (Alpenraum, Pannonisches Becken) nur (?) mit sexuellen, nicht stabilisierten Typen (d. h. viele Morphotypen ohne taxonomischen Wert), oft auch Ausgangspartner von weiteren Hybridsippen mit anderen Brombeer-Serien und -Sektionen.

 

43a (41b) Stg mit 5–40 Stieldrüsen pro 1 cm Kantenseite
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43b Stg drüsenlos oder bis 5(–10) Stieldrüsen pro 1 cm Kantenseite
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44a Stg meist dunkelweinrot. LB unterseits grünlichgrau bis weißgrau filzig. – Stg flachkantig, mit 5–30 dünnen Stieldrüsen u. mit 5–20 Haaren pro 1 cm Kantenseite u. mit 5–15 Stacheln pro 5 cm, diese 6–10 mm lang, gerade. EndB’chen aus abgerundetem oder gestutztem Grund elliptisch, Stiel 0,3–0,4× so lang wie die Spreite. Blüstd schmal pyramidal, meist locker u. reichblütig. KroB 10–13 mm lang, blassrosa. H: 50–200 cm. NPh. VI–VIII. Collin bis submontan; Waldränder, lichte Wälder; eher lichtliebend u. kalkmeidend. Weitverbreitet (Mitteleuropa), in Österreich zerstreut. – Bgld: zerstreut im Süd- u. Mittel-Bgld.

Raspel-Brombeere / R. radula

44b Stg meist grün (auch in der Sonne nur schwach purpurn überlaufen). LB unterseits grün, nur auf den Nerven behaart, nicht filzig
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45a StgStacheln 4–7 mm lang, ± gerade u. waagrecht abstehend. EndB’chen aus herzförmigem Grund eiförmig oder dreieckig-eiförmig, untere B’chen eiförmig. KroB weiß. Fruchtknoten behaart. – Stg flachkantig, mit 5–30 Stieldrüsen pro 1 cm Kantenseite. Blüstd kompakt, schmal u. kurz. K zurückgeschlagen. H: 50–150 cm. NPh. VI–VII. Collin bis submontan; frische Edellaubwälder, Waldsäume u. -Schläge; halbschattenliebend. Weitverbreitet (SO-Mitteleuropa, von Bayern bis Slowenien), in Österreich mit Ausnahme vom Südwesten zerstreut bis häufig. – Bgld: weitverbreitet, fehlt nur im trockenwarmen Nordosten. – (R. gremlii auct.)

Clusius-Brombeere / R. clusii

45b StgStacheln 2–5 mm lang, gekrümmt u. geneigt. EndB’chen aus abgerundetem oder schwach herzförmigem Grund ausgeprägt verkehrt-eiförmig, untere B’chen verkehrt-eiförmig. KroB blassrosa. Fruchtknoten ± kahl. – Stg stumpfkantig, mit 10–40 Stieldrüsen pro 1 cm Kantenseite. Blüstd schmal, gedrängt, wenigblütig. KB abstehend oder etwas zurückgeschlagen. H: 50–100 cm. NPh. VI–VII. Collin; frische, lichte Wälder; schattenliebend u. eher kalkmeidend. Regionalart (SO-Österreich, SW-Ungarn, Nord-Slowenien), – Bgld: Bezirk Jennersdorf, zerstreut.

Brunner-Brombeere / R. brunneri

 

46a (43b) StgStacheln stark gekrümmt. LB’Stiel (1,1–)1,3–2× so lang wie die Spreite des unteren B’chens; die unteren B’chen nicht mehr als 55 mm lang. – Stg rötlich, mit 15–25 Stacheln pro 5 cm, u. mit 3–10 Stieldrüsen pro 1 cm Seite. LB unterseits graugrün flaumig. EndB’chen aus herzförmigem Grund eiförmig oder dreieckig-eiförmig. Blüstd breit pyramidal, locker, oft bis zur Spitze durchblättert. KroB 8–11 mm lang, rosa. Fruchtknoten behaart. H: 50–100 cm. NPh. VI–VII. Collin bis submontan; lichte Wälder, Waldschläge; halbschattenliebend, eher trockentolerant, kalkmeidend. Regionalart (SO-Österreich, West-Ungarn, Nord-Slowenien). – Bgld: im Süden u. im Mittel-Bgld bis Oberpullendorf zerstreut, inselartig im Leithagebirge.

Steirisch-Brombeere / R. styriacus

46b StgStacheln gerade oder schwach gekrümmt. LB‘Stiel 0,7–1,1(–1,2)× so lang wie die Spreite des unteren B’chens, die unteren B’chen mehr als 50 mm lang. – Kro weiß bis hellrosa
…………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………. 47

 

47a Stg deutlich behaart (mit mehr als 4 Haaren pro 1 cm Kantenseite). KB 8–15 mm lang, nach der Blüte deutlich aufrecht. – Stg stumpfkantig, mit 10–25 geraden Stacheln pro 5 cm. LB am Rand wellig, gleichmäßig gesägt, EndB’chen aus abgerundetem oder schwach herzförmigem Grund breit lanzettlich-eiförmig. Blüstd verlängert pyramidenförmig. KroB 8–12 mm lang, weiß. Fruchtknoten kahl. H: 50–100 cm. NPh. VI–VIII. Collin bis submontan; Waldränder, lichte Edellaubwälder; kalkliebend, halbschattenliebend. Regionalart, früher nur aus Ungarn (Transdanubisches Mittelgebirge) bekannt. – Bgld: Leithagebirge u. Mittel-Bgld (Großwarasdorf), selten.

Plattensee-Brombeere / R. balatonicus

47b Stg kahl oder undeutlich behaart (mit höchstens 2 Haaren pro 1 cm Kantenseite). KB bis zu 10 mm lang, zurückgeschlagen
…………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………. 48

 

48a Kro weiß. LB unterseits hellgrün, ohne Filz. – Stg dunkelviolett oder schwarzrot, stumpfkantig, mit 5–13 Stacheln pro 5 cm, diese 5–7 mm lang. EndB’chen aus herzförmigem Grund eiförmig oder länglich, am Rand ± wellig. Blüstd kurz-walzlich, gedrungen. KroB 10–13 mm lang. Fruchtknoten ± kahl. H: 50–100 cm. NPh. VI–VII. Collin bis montan; Waldränder; eher kalkmeidend u. schattenliebend. Weitverbreitet (Tschechien, Karpaten u. ihre Vorländer), in Österreich ganz selten (Niederösterreich). – Bgld: einziger Fundort im Leithagebirge.

Bremberg-Brombeere / R. tabanimontanus

48b Kro hellrosa bis rosa. LB unterseits grün- oder grauweiß filzig
…………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………………. 49

 

49a Stg stumpfkantig. Stiel des EndB’chens 0,20–0,30× so lang wie die Spreite. BlüStiele mit 3–30 Stieldrüsen. Fruchtknoten kahl. – EndB’chen aus herzförmigem oder gestutztem Grund eiförmig. BlüstdAchse mit (5–)15–30 Stieldrüsen pro 5 cm. KroB hellrosa. H: 50–100 cm. NPh. VI–VII. Collin bis submontan; lichte Wälder, Föhrenforste, Waldsäume; kalkmeidend, eher schattenliebend. Regionalart (West-Ungarn, Nord-Slowenien, SO-Österreich). – Bgld: im Süd-Bgld, zerstreut.

Gáyer-BrombeereR. gayeri

49b Stg rundlich oder schwach kantig. Stiel des EndB’chens (0,25–)0,30–0,40× so lang wie die Spreite. BlüStiele ohne oder mit bis 5 Stieldrüsen. Fruchtknoten ± behaart. – EndB’chen aus herzförmigem Grund verkehrt-eiförmig. BlüstdAchse mit 3–15 Stieldrüsen pro 5 cm. KroB rosa. H: 50–100 cm. NPh. VI–VII. Submontan bis montan, Waldränder, lichte Wälder. Regionalart (mehrere Teilareale in der Steiermark u. in Niederösterreich). – Bgld: bei Landsee u. Mogersdorf, sehr selten.

Leoben-Brombeere / R. liubensis

 

 

Alphabetische Liste der Rubus-Taxa

Zahl in Klammern = Nummer des Schlüsselpunktes

Rubus angustipaniculatus (23a)

(Rubus apum) (24a)

Rubus armeniacus (29a)

Rubus austromoravicus (31a)

Rubus austroslovacus (37b)

Rubus balatonicus (47a)

Rubus bifrons (26a)

Rubus brunneri (45b)

Rubus sect. Caesii (3a Anm., 5a)

Rubus caesius (5a)

(Rubus candicans) (39b)

Rubus ser. Canescentes (11a)

Rubus canescens (11a)

Rubus constrictus (20b)

Rubus clusii (45a)

Rubus sect. Corylifolii (7a bis 10b)

Rubus crispomarginatus (27a)

Rubus subgen. Cylactis (1a)

Rubus ser. Discolores (26a bis 39b)

Rubus fasciculatus (9a)

Rubus ferox (24a)

Rubus flos-amygdalae (39a)

Rubus franconicus (7a)

Rubus gayeri (49a)

Rubus ser. Glandulosi (42b)

Rubus grabowskii (35a)

Rubus gracilis (25b)

Rubus graecensis (15a)

(Rubus “gremlii”) (45a)

Rubus guttiferus (37a)

Rubus henrici-egonis (33a)

Rubus subsect. Hiemales (21a, 23a bis 49b)

Rubus holosericeus (10b)

Rubus ser. Hystrix (42a)

Rubus ×idaeoides (3a Anm.)

Rubus idaeus (3a)

Rubus subgen. Idaeobatus (3)

Rubus juennensis (21a)

(Rubus lasiaxon) (24a)

Rubus liubensis (49b)

Rubus macrophyllus (25a)

(Rubus macrostemon) (29b)

Rubus ser. Micantes (45a, 46a bis 49b)

Rubus mollis (10a)

Rubus montanus (39b)

Rubus ser. Nessenses (14a)

Rubus nessensis (14a)

Rubus ser. Pallidi (45b)

Rubus pannonicus ined. (8b)

Rubus parthenocissus (34a)

Rubus pericrispatus (38a)

Rubus perperus (32a)

Rubus perrobustus (22a)

Rubus phoenicolasisus (3b)

Rubus phyllostachys (30a)

Rubus plicatus (16a)

Rubus praecox (29b)

(Rubus procerus) (29a, b)

Rubus ser. Radula (44a)

Rubus radula (44a)

Rubus ser. Rhamnifolii (23a, 25b)

Rubus subgen. Rubus (5a bis 49b)

Rubus sect. Rubus (11a bis 49b)

Rubus subsect. Rubus (14a bis 16b, 20b, 22a)

Rubus ser. Rubus (15a bis 16b, 20b, 22a)

Rubus ser. Saxatiles (1a)

Rubus saxatilis (1a)

Rubus scarbantinus ined. (8a)

Rubus subsect. Sepincola (7a bis 10b)

Rubus ser. Sepincola (7a bis 8b)

Rubus ser. Silvatici (20a, 21a, 23b bis 25a)

Rubus solvensis (40a)

Rubus styriacus (46a)

Rubus ser. Subcanescentes (9a bis 10b)

(Rubus suberectus) (14a)

Rubus ser. Subradula (8b)

Rubus sulcatus (16b)

Rubus tabanimontanus (48a)

(Rubus “thyrsanthus”) (35a)

(Rubus “thyrsoides”) (35a, 39b)

(Rubus tomentosus) (11a)

Rubus venosus (23b)

(Rubus vestii) (20b)

Rubus ser. Vestiti (40a)

(Rubus villicaulis) (25b)

Rubus weizensis (42a)

Rubus wimmerianus (20a)