Familie: Sapindaceae / Seifenbaumgewächse.

Anmerkung: Bis vor Kurzem stellte man die Gattung Acer / Ahorn zusammen mit nur einer weiteren, monospezifischen, ostasiatischen, aber sehr nahe verwandten Gattung (Dipteronia)  zu den Aceraceen. Diese Familie ist, wie man schon seit Langem weiß, nahe mit den Sapindaceen verwandt. Neuere Befunde über die Phylogenie zeigten, dass sowohl die Aceraceen wie die ebenfalls nahe verwandte, sehr kleine Familie der Hippocastanaceen / Rosskastaniengewächse mit der großen, hauptsächlich tropischen Familie der Sapindaceen / Seifenbaumgewächse vereinigt werden müssen. Die Sapindaceen sind sehr vielgestaltig, auch im Fruchtbau, so gehören u. a. der Litschibaum / Litchi chinensis und die als Zierbaum in Parkanlagen bei uns häufig kultivierte Koelreuteria / Blasenbaum aus Ostasien zu dieser Familie; Ahorn und Rosskastanie, so verschieden sie voneinander sind, liegen also innerhalb der Variationsbreite dieser Familie.

Die Gattung Acer umfasst rund 113 Arten, die meisten in Ostasien und in Nordamerika, nur 14 in Europa. Im Bgld (und in Österreich) gibt es nur 4 hier heimische Arten, von denen eine nur im Nord-Bgld an einer Stelle (bei Zurndorf) vorkommt: Tataren-A. / A. tataricum.

Die Laubblätter sind verschieden, rche voin ungeteilten über tief handförmig geteilten bis zu Fiederblättern. Die Blüten der Gattung sind untereinander sehr verschieden, sie zeigen nämlich eine eindrucksvolle Progression von zwittrigen, mehr oder weniger auffallend gefärbten, insektenblütigen (z. B. A. tataricum / Tataren-A.) bis zu eingeschlechtigen, unscheinbaren, windblütigen Blüten (A. negundo /Eschen-A.).

Die heimischen Arten:

A. platanoides / Spitz-A.

A. pseudoplatanus / Berg-A.

A. campestre / Feld-A.

A. tataricum / Tataren-A.

 

Kultivierte fremde Arten:

A. negundo / Eschen-A.: häufig kultiviert und verwildert und eingebürgert in Auwäldern

A. saccharinum / Silber-A.: in Parkanlagen und Alleen kultiviert

A. palmatum / Echter Fächer-A.: in Parkanlagen kultiviert, in verschiedenen Sorten

A. monspessulanum / Montpellier-A.: selten kultiviert

 

 

Schlüssel zu den Ahorn-Arten im Burgenland:

1   Laubblätter 3–5(7)-zählig gefiedert; Blüte stets 1-geschlechtig. — 2-häusig; Äste mehrere Jahre grün bleibend (jung ± bereift); Winterknospen behaart; Laubblattstiel ohne Milchsaft; Fiedern 5–10 cm lang, meist eiförmig bis schmal-elliptisch, lang zugespitzt, manchmal 2–3-lappig, vorn grob gesägt; Blüte vor den Laubblättern erscheinend; Blütenstand hängend; Krone fehlend; Fruchtflügel einen spitzen Winkel bildend.

Überwiegend Windbestäubung. – Wuchshöhe: 3–20 m. – Blühmonate: III–IV. Als Zierbaum (Sorten; Alleebaum) und forstlich kultiviert; ♂ auch als Bienenweide; collin bis submontan häufig verwildert und eingebürgert (besonders in Auwäldern), invasiv. (Heimat: Nordamerika.) – (Negundo aceroides) –Neubürger.                                                                                                     .
Eschen-A. / A. negundo

 

.. Laubblätter einfach (ungeteilt bis handförmig gespalten); Blüte zwittrig oder funktionell 1-geschlechtig (zumindest deutliche Rudimente von Staubblätter bzw. Stempeln vorhanden). — Trimonözisch 2

 

2   Laubblattspreite deutlich länger als breit, ungeteilt bis seicht gelappt, mit nur 1 von der Spitze des Laubblattstiels ausgehenden Hauptnerv (von dem oberhalb des Spreitengrunds die Seitennerven abzweigen), — meist 3–7 cm breit, eiförmig, stumpf bis spitz, gesägt, unterseits zumindest an der Basis und auf den Nerven bleibend behaart, sonst kahl; Laubblattstiel ohne Milchsaft; Blüten nach den Laubblätter erscheinend; Blütenstand aufrecht; Kronene grünl.weiß; Fruchtflügel einen sehr spitzen Winkel bildend (manchmal fast parallel stehend), zur Fruchtreife blutrot. Herbstfärbung gelb bis orange.

Wuchshöhe: 3–6 m. – Blühmonate: V–VI. – Auwälder; collin; sehr selten: Nur in denLeitha-Auen bei Zurndorf und im Trausdorfer Wald. – Hauptverbreitung: Ost- und Südost-Europa und Westasien; Pontisch-Pannonisch. Gefährdet. Selten als Ziergehölz kultiviert und verwildert.– (A. tataricum s. str.)
Tataren-A., Tatarischer Steppen-A., Schwarzring-A., (ungarisch:) Tatár Juhar /
A. tataricum
subsp. tataricum

 

Ähnlich:H Feuer-A., Mongolischer Steppen-A. / A. t. subsp. ginnala (A. ginnala) wird nicht selten kultiviert: Viele Laubblätter 3-lappig, unterseits erwachsen kahl oder nur auf den Nerven mit wenigen Haaren. Herbstfärbung orange bis purpurrot. Heimat: Ostasien.

 

.. Laubblattspreite meist etwas breiter als lang, deutlich (handförmig) gespalten, mit 3–5(–7) ungefähr gleich kräftigen, fingerförmig von der Spitze des Laubblattstiels ausgehenden Hauptnerven      3

 

3.. Laubblattspreite 3-spaltig (mit 3 Hauptnerven), — meist schmäler als 8 cm ……. 4

 

–.. Laubblattspreite 5–7-spaltig (mit 5–7 Hauptnerven), — meist breiter als 8 cm …. 6

 

4   Fruchtflügel waagrecht ausgebreitet; Laubblätter bewimpert, zumindest der mittlere Abschnitt meist unregelmßg gelappt; Laubblattstiel mit Milchsaft; Blütenstand aufrecht.Feld-A. / A. campestre

 

–.. Fruchtflügel nicht waagrecht ausgebreitet (sondern einen spitzen Winkel bildend); Laubblätter nicht bewimpert, der mittlere Abschnitt nicht gelappt (alle Abschnitte ungeteilt); Laubblattstiel ohne Milchsaft; Blütenstand zumind. gegen Ende der Anthese ± hängend. Laubblätter 3-spaltig, Abschnitte (fast) ganzrandig; Frucht­flügel fast parallel stehend. — Strauch oder kleiner Baum; Laubblätter meist 2–6 cm lang gestielt, Spreite (3–)4–6 cm breit, etwas ledrig, oberseits glänzend d’grün, Abschnitte stumpf; Blüte mit oder vor den Laubblätter erscheinend; Blütenstand zu­nächst aufrecht, später etwas hängend.

…. Wuchshöhe: (2–)3–6(–12) m. – Blühmonate: IV–V. – Selten als Zierbaum kulti­viert, sehr selten lokal eingebürgert in collinen, trocken-warmen Wäldern und Gebüschen, besonders auf felsigen Hängen (Heimat: Mediterrangebiet.)……………………………………………………………………………….
H Montpellier-A., Dreilapp-A., Felsen-A., Burgen-A., Französischer A., (it.:) Acero minore, Cestuccio / A. monspessulanum

 

6 (3) Laubblätter unterseits weißlich bis hellbläulichgrau; Krone fehlend. — Laubblätter 7–14 cm breit, tief 5-spaltig, Abschnitte spitz, scharf gesägt; Blüte unscheinbar, lange vor den Laubblätter erscheinend; ♂ Blüte in 5–7-blütig, von 4 Knospenschuppen becherförmig umgebenen Köpfchen, mit 4–6 StaubB, Staubf. 7–10 mm lang, aus der Blütenstandshülle weit herausragend; ♀ Blüte ####. Herbstfärbung leuchtend gelb. – Wuchshöhe: (5–)10–30(–40) m. – Blühmonate: II–III. Als Zierbaum in Sorten kultiviert, selten verwildert. – Heimat: östliches Nord­amerika. – (A. dasycarpum)H Silber-A. / A. saccharinum

 

A. saccharum / Zucker-A. (Heimat: östliches Nordamerika) wird sehr selten kultiviert: Laubblätter unterseits hellgrün, kahl, Abschnitte nicht scharf gesägt. Herbstfärbung goldgelb bis orange. Aus ihm wird der in Nordamerika unver­meidliche maple sugar (maple syrup) gewonnen.

 

.. Laubblätter unterseits grün; Krone vorhanden. — Kelch grünlich bis gelblich …. 7

 

7.. Blütenstand (zumind. gegen Ende der Anthese) ± hängend; Laubblattstiel ohne Milchsaft. Blüte (schon zu Beginn der Anthese) in hängenden, traubenförmig Rispen; Laubblattspreite 5–7-spaltig, meist 10–15(–23) cm breit, — Abschnitte unregelmäßig gesägt bis gekerbt. Schuppenborke; Winterknospen grün, kahl; Laubblätter 5–10(–15) cm lang gestielt, Einschnitte zwischen den Abschnitten spitz; Herbstfärbung: grün bis gelblichgrün; Blüte mit oder kurz nach den Laub-blättern erscheinend; Blütenstiele kahl; Kronblätter 2–4 mm lang; Fruchtflügel einen spitzen bis fast rechten Winkel bildend.

…. Wuchshöhe: 8–25(–30) m. – Höchstalter 400–500 Jahre. – Blühmonate: (IV–)V–VI. Frische bis feuchte, nährstoffreiche Edellaubwälder, Schluchtwälder, Weide­rasen (als Schattbäume: „Ahornböden“); Schatten- bis Halbschattenbaumart; submontan bis sub-alpin; sehr häufig bis zerstreut. Auch forstlich und als Zierbaum (Sorten) kultiviert (Wertholz); Bienenweide. ………………………………..
………………………………………………… Berg-A., Trauben-A. / A. pseudoplatanus

 

–.. Blütenstand (Schirmrispe) aufrecht; Laubblattstiel mit Milchsaft. — Rillenborke 8

 

8 . Laubblattabschnitte zugespitzt, mit wenigen, lang zugespitzten Zähnen; Blüte kurz vor den Laubblätter erscheinend; BlüteStiele kahl. — Winterknospen dunkelrot bis rötlichbraun, kahl; Laubblattstiel 5–15 cm lang, Spreite meist 10–18 cm breit, Ein-schnitte zwischen den Abschnitten rundlich; Herbstfärbung: leuchtend gelb oder rotgelb; Kronblätter ca. 5–6 mm lang, länger als der Kelch; Fruchtflügel einen stumpfen Winkel bildend.

…. Wuchshöhe: 10–20(–30) m. – Höchstalter 150 Jahre. – Blühmonate: (III–)IV(–V). –Frische Edellaubwälder, Schluchtwälder; Halbschatten- bis Lichtbaumart; collin bis montan; zerstreut. Auch als Park- und Alleebaum kultiviert (viele Ziersorten, zB rotblättrige: „Blut-A.“)………
……………………………………….. Spitz-A., „Lein-A.“, „Leim-A.“ / A. platanoides

 

   Laubblätter’Abschnitte stumpf bis abgerundet, seicht und unregelmßg gelappt, die beiden untersten oft ungeteilt und ganzrdg; Blüte mit den Laubblätter erscheinend; BlüteStiele behaart. — Äste manchmal mit flügelartig verdickten Korkleisten; Winterknospen braun, Spitze fein behaart; Laubblattstiel meist 2–5 cm lang, Spreite meist 4–8 cm breit; Herbstfärbung: leuchtend gelb; Kelchblätter und Kronblätter etwa 2–3 mm lang, bewimpert; Fruchtflügel waagrecht ausgebreitet.

Wuchshöhe: 2–15(–20) m. – Höchstalter 150 Jahre. – Blühmonate: (IV)V. – Trockenere Edellaubwälder, Gebüsche; sehr ausschlagfähig, wärmeliebend, Lichtbaumart; collin bis submontan (bis untermontan); häufig. – Wildgemüse. Häufig auch kultiviert (als „lebender Zaun“, auch Ziersorten). – [Pkt 4]
Feld-A., Maßholder, „Holder“, „Spindel-A.“, „Spindelbaum“, (bgld-kroatisch:) klin /
A. campestre