Veratrum album

Weiß-Germer

Syn.:
  • Veratrum album subsp. album

  • „Weiße Nieswurz“
  • „Hemmerwurzn“
  • „Hemmertwurzn“

Der Weiß-Germer / Veratrum album subsp. album ist im Habitus sehr ähnlich dem Schwarzen Germer / Veratrum nigrum, hat jedoch unterseits behaarte Laubblätter und weiße oder grüne Blüten. Er ist v. a. in der subalpinen Stufe der Alpen verbreitet und wegen seiner Giftigkeit (auch für den Menschen!) ein vom Vieh gemiedenes Wei­de­unkraut der Almen. Im Pannonicum ist er selten, kommt hier nur in Nieder­mooren vor, und zwar als Eiszeitrelikt (Glazialrelikt): Während der letzten Eiszeit (Würm-Eiszeit) waren die Vegetationsstufen gleichsam nach unten verschoben, die Hochlagen der Alpen waren größten­teils unter einer Gletscherdecke (jedenfalls westlich der Niederen Tau­ern) und damit vegetationslos, im Burgenland herrschten alpine und subalpine Vege­tation, Rasen- und Hochstauden­gesell­schaften;  nur an allergünstigsten Standorten konnten Baumarten und anspruchslose Wald­gesell­schaften überdauern. Mit dem allmählichen Wärmerwerden des Klimas wanderten an den günstigeren Stand­orten anspruchsvolle Wald­gesellschaften (Laubwälder) ein, und nur an extrem trockenen und extrem nassen Stellen konnten sich „eiszeitliche“ Arten mangels Konkurrenz halten, darunter etwa auch die Mehl-Primel / Primula farinosa.

Wuchshöhe: 50-175 cm, Blühzeit: VI-VIII.

Niedermoore und Feuchtwiesen, selten in Schwarzerlenwäldern.

Im Westen und Süden von Österreich gibt es eine andere Unterart mit hellgrünem Perigon, Veratrum album subsp. lobelianum (im Burgenland kommt nur die Nominatunterart Veratrum album subsp. album vor)