Urtica dioica

Groß-Brennnessel

  • Gewöhnliche Brennnessel
  • „Prenneißl“ (KOR)
  • Ung.: nagy csalán (UMF)

Etymologie +

urtica (lat.) = Brennnessel. Wohl schon im klassischen Latein für diese Gattung verwendet. Das Wort ist abgeleitet vom Verbum urere = brennen.

Aussprache: Das i in der zweiten Silbe ist lang, muss deshalb betont werden! Urtica!

♃. Die Art ist 2-häusig (selten 1-häusig); Stängel aufrecht, unverzweigt; Laubblätter gegenständig, mit Nebenblättern. — Im Winter ohne grüne Triebe; Internodien im Mittelteil nie verdickt, nicht hohl; Stängel stets deutlich 4-kantig, an den Knoten kaum bewurzelt; Laubblattspreite  4–15 cm lang, dunkelgrün, meist matt, unterseits fast kahl bis selten flaumhaarig; alle Nebenblätter lineal-lanzettlich, spitz, stets frei; neben Brennhaaren (selten fehlend) noch mit kurzen Deckhaaren; ♂ Rispen länger als der Tragblattstiel; ♀ Rispen hängend; Perigon kurzhaarig;

Wuchshöhe: 30–150(300) cm. – Blühzeit: VI–X.

Auwälder, Ruderalstellen, Gärten; Stickstoffzeiger; sehr häufig.

Diese Art umfasst zwei Unterarten:

Urtica dioica subsp. subinermis / Wenigbrennende Groß-Brennnessel

Urtica dioica subsp. dioica / Gewöhnliche Groß-Brennnessel

Lebensdauer, Wuchsform, Lebensform

Staude, teilimmergrün.

Hemikryptophyt

Blühzeiten

Blüht von Juni bis Oktober.

Blütenökologie

Windbestäubung:

Die männlichen Blüten explodieren, wobei die 4 Staubblätter beim Herausschnellen aus dem vorher geschlossenen Perigon eine Pollenwolke ausstoßen.

Höhenstufen

planar-collin bis montan

Biotoptyp

Wald, Forst, Waldrand, Ruderalfluren:

Primärstandorte sind Auwälder.

Indikatorwerte

L6, T6, K4, F7, R6, N9, S0

Indikatorwerte nach Borhidi 1995.

Vergesellschaftung (Pflanzensoziologie)

Charakterart der Galio-Urticetea / Nitrophile und feuchte Staudenfluren.

 

Gesamtareal

Eurasiatisch (nach Oberdorfer 2001).

Gesamtarealkarte aus Meusel & al. 1965.

 

Verbreitungsmuster im Burgenland

Allgemein verbreitete Arten

Floristischer Status

indigen

Toxizität

nicht giftig

Verwendung

Wildgemüse, Wildsalat

Volksarznei, Homöopathie

technische Nutzpflanze (Faser, Farben etc.)

Beschreibung

In der Volksmedizin wird die Frucht genutzt.

Wichtig auch im Biologischen Landbau (biologische Schädlingsbekämpfung, usw.)

Ehedem Faserpflanze („Nesseltuch“)

Zauberpflanze

Bestimmungsschwierigkeiten

keine