Suaeda pannonica

Groß-Salzmelde

Syn.:

  • Pannonische Sode
  • Ungarische Sode
  • „Strand-Sode“
  • Ung.: magyar sóballa (UMF)

Achtung! Diese Art wurde bis etwa 1996 in Ungarn und Österreich fälschlich für die Strand-Salzmelde / Suaeda maritima gehalten, die an europäischen Mee­res­küsten vorkommt, aber im Binnenland fehlt. Zur Verwechslungsgeschichte siehe: Fischer & Kästner 2011 in Neilreichia 6: 165–182. Siehe auch unter Suaeda prostrata! Der Irrtum ist zuerst von P. Tomšovic (in der der Flora Tschechiens = KVE) aufgedeckt, dann von Freitag & al. 1996 bestätigt und ausführlich begründet worden. Die deutschen Büchernamen „Ungarische“ oder „Pannonische“ Salzmelde sollten vermieden werden, um die Verwechslung nicht auch auf diese deutschen Namen auszuweiten.

⊙. Am Grund verzweigt, Zweige auf Solontschak-Lacken (infolge Beweidung?) niederliegend, am Boden ausgebreitet, anderweits ± aufrecht, kahl; Pflanze insgesamt kräftiger als Suaeda prostrata;  Stängel (1,5–)2,5–4,5(–5) mm ∅, nach Abwurf der Laubblätter glatt, Internodien 4–15(–25) mm lang, zur Fruchtreife oft rotbraun verfärbt; Sprossachsen zur Fruchtzeit besonders im oberen Teil stark brüchig.

Laubblätter (10–)20–30(–40) mm lang und (1–)1,5–2(–2,5) mm breit, linealisch, sukkulent, walz­­lich (nudelförmig), oft gebogen bis fast sichelförmig, oberseits konkav und unterseits konvex, meist bis zur Fruchtreife grünlich, seltener orange verfärbt, zuletzt meist schwärzlich, an der Spitze meist mit winziger (≈ 0,05 mm langer) aufgesetzter weicher Stachelspitze.

Fruchtperigon der seitlichen Blüten (die zentrale Blüte des Knäuels ist meist radiär!) monosymmetrisch bis asymmetrisch, 1,5–2,8 × 1,2–1,8 mm, die Frucht gänzlich einhüllend; das mediane Perigonblatt (oder auch 2 oder 3 weitere) größer als die anderen und mit einem Höcker (Lupe!), Fruchtperigon daher in Aufsicht unregelmäßig 1–2(3)-grobzackig-strahlig und deutlich länger als breit.

Die kleinen Samen (1,2–)1,3–1,5(–1,6) × 1,0–1,2 mm; dunkelrotbraun bis schwarz, glänzend, schwach skulpturiert; die großen Samen 1,4–1,6 mm im ∅, hellbraun.

H: 3–10(–40) cm. — Blühzeit: VIII–IX(X).

Hauptsächlich in extremen Salzsteppen: austrocknenden Soda-Lacken, Solontschak-Böden, an Stellen größter Salzkonzentration oft allein herrschend oder zusammen mit Lepidium cartilagineum / Salz-Kresse, Spergularia maritima / Flügel-Schuppenmiere und Puccinellia peisonis / Zickgras, selten jedoch zusammen mit Suaeda prostrata /Klein-Salzmelde und Salicornia prostrata / Glasschmalz. In größeren Populationen aus hochwüchsigen Pflanzen auch an Standorten weniger hoher Salzkonzentration am Rand perennierender größerer Lacken wie der Illmitzer Zicklacke.

In Österreich heute nur im Seewinkel; in den Salzsteppen mäßig häufig. (Einst auch am Rande Wiens und in Niederösterreich.)

Gefährdungsgrad 3 (= „gefährdet“).

Sonstige Verbreitung: Pannonisches Becken: von (ehemals!) Südost-Mähren, Süd-Slowakei, Ungarn, West-Rumänien, Nord-Serbien (Vojvodina); Ukraine, Südost-Russland; fehlt in Deutschland, Slowenien und Italien.

Pontisch-pannonischer Endemit.

Floristischer Status

indigen

Herbarbelege

Suaeda pannonica (als S. maritima ssp. prostrata), Seewinkel: Nordufer des Kirch-See bei Illmitz. Leg.: Hans Metlesics, 14.09.1958. LI 226828 (Biologiezentrum der OÖ Landesmuseen, Linz).

Suaeda pannonica (als S. corniculata), Seewinkel: Boden des ausgetrockneten Kirch-Sees bei Illmitz. Leg.: Hans Metlesics, 04.10.1964. LI 226932 (Biologiezentrum der OÖ Landesmuseen, Linz).