Salicornia prostrata

Österreich-Glasschmalz

Syn.:
  • Salicornia europaea agg.
  • S. herbacea s. lat.

  • Pannonischer Queller, Pannonischer Europa-Queller; --
  • ungarisch: húsos sziksófű

Etymologie +

prostratus, -a, -um (lat.) = niederliegend, „hingestreut“. Dies Epitheton ist unpassend, weil die Pflanze durchwegs aufrecht wächst.

⊙. Reich verzweigtes bis ganz unverzweigtes, aufrechtes Pflänz­chen, scheinbar blattlos und nur aus saftigen, nudelförmigen Stängeln bestehend; kräftige Exemplare bis doppelt (gegenständig) verzweigt. Diese eigenartige Pflanze ist gleichzeitig achsen- und blattsukkulent, sie hat gegenständige, winzige, schuppenförmige, dicke (sukkulente), der Achse angepresste Laubblätter (dadurch Achsensukkulenz vortäuschend), in deren Achseln sich sehr unscheinbare Blüten entwi­ckeln. Sprosse zylindrisch, ca. 5–6 mm ∅, gegliedert, Glieder 3–5 mm lang. Sprosse im Herbst leuchtend rot verfärbt.

Blüten meist zu dritt in die Stängelglieder eingesenkt, die Staubblätter kaum herausragend; Selbstbestäuber.

Wuchshöhe: 5–20(–30) cm. – Blühzeit: (VII)VIII–IX(X).

Salzböden des See­winkels (sehr salztolerant): auf beweideten, nitratreichen, extremen Salzanreicherungsböden. Obligatorischer Halophyt: benötigt 2,5–3% u. erträgt 8–12% Salzgehalt (am stärksten salzresistente heimische Chenopodiacee).

In Österreich nur im Seewinkel, selten, jedoch stellenweise in Massenpopulation;

Üblicherweise selten, in manchen Jahren an manchen Stellen aber auch individuenreiche Populationen bildend.

Gefährdungsgrad 3 („gefährdet“).

Einst als Beigabe bei der Glaserzeugung verwendet.

 

Salicornia prostrata ist im Burgenland die einzige Art aus der Artengruppe Salicornia europaea agg. / Europa-Glasschmalz, Gewöhnlicher Queller. Nahe verwandte Arten (derselben Artengruppe) im Wattenmeerbereich an den europäischen Küsten.

S. prostrata, zur im Habitus recht gleichförmigen Kleinartengruppe S. europaea agg. gehörend, ist pontisch-pannonisch verbreitet: vom Burgenland über Ungarn, Rumänien, Bulgarien bis in die Ukraine.