Robinia pseudacacia

Gewöhnlich-Robinie

  • Falsche Akazie
  • Scheinakazie

♄, Baum mit Fiederblättern, besonders an Schösslingstrieben mit verdornten Nebenblättern. Die Blütenstände sind weiße, herabhängende Trauben. Blüten intensiv wohlriechend (hüllen zur Blütezeit die Umgebung in angenehmen Orangenblüten-Duft).

Wuchshöhe: 4–12 m. Blühzeit: V (VI).

Häufig kultiviert als Forstbaum (hartes Holz), als Alleebaum, als Zierbaum und als Bienenweide.

Hei­mat: östliches Nord­amerika.

Trotz ihrer wertvollen Eigenschaften vom harten Holz bis zum süßen Duft und ihrer Beliebtheit ist diese Baumart (fälschlich: „Akazie“, im Dialekt: „Agázibam“) eine schlimme Gefahr für die pannonische Vege­tation und Flora. Die Robinie verträgt das sommertrockene pannonische Klima ausgezeichnet gut und verwildert daher gern. Dank den Stickstoff sammelnden Knöll­chen­bakterien an ihren Wurzeln kommt es unter Robinien, besonders in Robinienforsten, zu über­mäßiger Stick­stoffanrei­che­rung, wodurch im Unterwuchs die ursprüngliche Waldflora durch Stickstoffzeiger (Allerwelts-Ruderal­pflanzen) ersetzt wird: Schwarz-Holunder, Schöllkraut, Schwarznessel, Ruderal-Trespe, He­cken-Ehrenpreis usw. Die heimische Waldflora wird durch die Robinie verdrängt.

Die Bezeichnung „Akazie“ ist für diese Baumart abzulehnen, weil irreführend. Die echte Akazie ist eine sehr große Baumgattung (Familie Mimosengewächse), die in den Trocken­gebieten v. a. Afrikas und Australiens mit vielen (1200!) Arten verbreitet ist. Auch im Mittel­meergebiet werden (z. B. zur Küstendünenstabilisierung) Akazien kultiviert; und im Blumen­handel sind bei uns im Winter gelbblühende Zweige unter dem falschen Namen „Mimosen“ erhältlich (die echte Schamhafte Mimose / Mimosa pudica hingegen blüht purpurn und hat die sprichwörtlichen berührungsreizempfindlichen Laubblätter).