Lepidium perfoliatum

Durchwachs-Kresse

  • Stängelumfassende Kresse
  • Gelbe K., Durchwachs;
  • ungarisch: Felemás zsázsa.

Etymologie +

perfoliatus, -a, -um (bot.-lat.) = durchwachsenblättrig: der Stängel wächst scheinbar durch das Laubblatt durch. Tatsächlich sind die Laubblattöhrchen an der Spitze miteinander und mit dem umschlossenen Stängel so verwachsen, dass jener Eindruck entsteht. Diese Bildung ist in unserer Flora sehr selten. Andere Arten sind bloß in ihrem Namen perfoliat (tragen das Epithet perfoliatus) wie z. B. Microthlaspi perfoliatum, dessen Stängelblätter bloß stängelumfassend sitzen, also amplexicaul, nicht aber perfoliat sind.

⊙ bis zweijährig; nicht oder wenig verzweigt; mit auffallendem extremem Dimorphismus der Laubblätter:  untere Stängelblätter 2×-fiederschnittig, mit schmallinealischen Abschnitten, grasgrün, behaart; die mittleren länglich, grob gesägt, pfeilförmig sitzend; die oberen ungeteilt, eiförmig bis kreisrund, völlig ganzrandig, kahl, bläulichgrün, mit 2 großen, rundlichen, einander überlappenden Öhrchen (Zipfeln) stängelumfassend sitzend, daher scheinbar perfoliat (= vom Stängel durchbohrt).

Blütenstand reichblütig; Blüten 2–3 mm ∅; Krone blassgel; Griffel kürzer als 0,5 mm .

Frucht: Schötchen abgeflacht, breitelliptisch, schmal geflügelt, aufklappend.

Wuchshöhe: 20–40(50) cm. Blühzeit: V–VI (–X).

Steppenroller.

Auf nährstoffreichen, frischen, leicht salzigen Ruderalstellen, bes. Viehweiden, auch auf Äckern; salzresistent.

Im Pannonikum (besonders im Seewinkel) heimisch.

In Österreich autochthon nur im Seewinkel des Burgenlands; in einigen anderen Bundesländern selten unbeständig auftretend;

Gefährdungsgrad 1 (= „vom Aussterben bedroht“).

Verbreitungsareal Osteuropa bis Westasien; heimisch in der Slowakei, Ungarn und weiter östlich. Sonst, in Deutschland, Tschechien, Slowenien und Italien, neophytisch, selten und meist nur unbeständig;
auch in Nordamerika neophytisch.