Castanea sativa

Edelkastanie

  • Echte Kastanie
  • Esskastanie
  • Maronibaum
  • Kesten (sprich "Kaesten") ((bgdl.))

Etymologie +

Der Name stamt vermutlich aus Kleinasien, aus einer vorgriechischen Quelle: kaskeni (armenisch) –> kastanoi, kastaneion (altgriech.) –> castanea (lat.) –> Kesten (burgenländisch).

Die mit der Kastanie weder ähnliche noch botanisch irgendwie verwandte und auch nicht nutzbare (und in der Antike anscheinend unbekannte) Rosskastanie hat ihren Namen wohl im osmanischen Reich erhalten, als die Balkanhalbinsel und damit auch die Heimat der Rosskastanie / Aesculus hippocastanum osmanisch war. Man verglich die Samen der Aesculus hippocastanum mit den Früchten (= Nüssen) der Kastanie und verwendete die sehr oberflächliche Ähnlichkeit für die Benennung: at kastanı (türkisch) = wörtlich „Rosskastanie“ (ganz genau: „dem Pferd seine Kastanie“), da die Osmanen die Samen als Pferdefutter und/oder auch angeblich als Mittel gegen den Husten der Pferde verwendeten. Daraus dann gräci-latinisiert „hippocastanum“ –> Rosskastanie.

♄, Baum. Laubblätter länglich-lanzettlich, grob und spitz gezähnt. Einhäusig. ♂ Blütenkätzchen steif, aufrecht, gelb (In­sekten­bestäubung!), duftend;  ♀ Blütenstände unscheinbar, grün, am Grund der ♂ Kätz­chen. Die ♀ Blütenstände bestehen aus 3 Blüten, die gemeinsam von einer stachelige Hülle (= Cupula) umgeben sind; Früchte (Nüsse = Maroni) zu dritt in dieser 4-teiligen, stacheligen Cupula.

Wuchshöhe: 15–35 m. Blühzeit: VI–VII.

Wegen der essbaren, stärkereichen, wohlschmeckenden Früchte kultiviert;  in (bodensauren!) Laubwäl­dern verwildert und in naturnahe Wälder ± eingebürgert.

Weitere Nutzung: Holz; Bienen­weide (Kastanienho­nig).

Heimat: süd­europä­ische und südwestasiatische Gebirge. Das genaue Heimatgebiet ist nicht ausreichend gesichert, wahrscheinlich ist die Echte Kastanie im Kaukasusgebiet und in Nord-Anatolien ureinheimisch, von wo sie schon sehr früh, in der griechischen und römischen Antike, als wichtiger Nutzbaum, insbesondere Obstbaum, weithin ausgebreitet worden ist und sich im mediterranen Gebirgsraum in silikatischen Gebirgen so erfolgreich eingebürgert hat, dass sie den Eindruck einer ureinheimischen Art erweckt. Ab dem Mittelalter wurde sie auch in Mitteleuropa ausgebreitet.

Im Burgenland gibt es reichere Vorkommen der Kastanie z. B. im Rosaliengebirge.

Literatur: Reiter A. St., 2013: Die Edelkastanie im Burgenland. – Eisenstadt: Naturschutzbund Burgenland. (Broschüre, 55 pp.)