Camphorosma annua

Einjahrs-Kampferkraut

  • ung.: magyar bárányparéj.

Etymologie +

Etymologie:  annuus, -a, -um (lat.) = einjährig.

ʘ. Niederliegende (bis ± aufsteigende), stark verzweigte, meist am Boden ausgebreitete Einjährige, 5–50 cm im ∅. Pflanze schwach behaart bis fast kahl, liegend bis aufrecht, geruchlos (die Wortbedeutung des Gattungsnamens betrifft eine andere, nicht heimische Art). Stängel jung locker behaart, dann verkahlend.

Laubblätter sitzend, schmallinealisch bis pfriemlich, spitz, schwach sukkulent, im Querschnitt halbstielrund, 5–10 mm lang und 0,5–1 mm breit, in der Jugend locker behaart und auffallend abstehend steif bewimpert, im Herbst (ab September) verkahlend.

Blütenstand: unten lockere, oben dichtblütige Ähre; Blüten meist einzeln in der Achsel laubblattähnlicher Deckblätter, vereinzelt knäuelig gehäuft. Deckblätter die Blüten meist überragen.

Blüten sehr unscheinbar; die meisten Blüten zwittrig, einzelne weiblich; Staubblätter mit langen Filamenten das Perigon weit überragend, Antheren 0,7–1 mm lang, oft purpurrosa; Perigon 2–3,5 mm lang, 4-zählig, locker behaart; Perigonblätter zu ½–⅔ miteinander verwachsen.

 

Frucht im Fruchtperigon eingeschlossen, 3–4 mm lang. Pflanze im Herbst purpurrötlich.

Wuchshöhe: 5–10(20) cm. — Blühzeit: (VII)VIII–IX(X).

Tonige, im Frühjahr überschwemmte, sommertrockene Böden auf kleinen gestörten, offenen Stellen („Blindzick“) in der Solonetz-Salzsteppe, typischerweise zusammen mit Matricaria chamomilla („subsp. bayeri“), oft aber auch an ruderalen, nitrophilen Stellen mit Lepidium ruderale, auch an Ackerrändern.

Im Seewinkel in gestörten Stellen nährstoffreichen, wechselfeuchten, beweideten, offenen Salzsteppen, auch ruderal; trittresistent (beweidungsfest!).

In Österreich nur im Pannonikum, und zwar nur im Seewinkel.

Sehr selten. Vom Aussterben bedroht!

Gefährdungsgrad 2 (= „stark gefährdet“).

Fehlt in Deutschland, Tschechien, Slowenien und Italien.

Gesamtverbreitung: Disjunkt vom Nord-Burgenland über die SW-Slowakei und Ungarn bis zum Donez (Ukraine) im Osten und nach Thrakien (SE-Bulgarien), hat also ein typisch pontisch-pannonisches Areal.

 

 

Literatur: Kästner & Fischer (2011: 134–136).

Blühzeiten

VIII–X.

Biotoptyp

Nassstandorte

Floristischer Status

indigen