Atriplex intracontinentalis

Binnenlandische Strand-Melde

Syn.:

  • Binnenländische Soda-Melde, Binnenland-Melde
  • Strand-Melde i. w. S.
  • ung.: Belvidéki laboda, Parti laboda, Szárazföldi laboda (UMF)

Etymologie +

Etymologie:  littoralis, -e (lat.) = Strand-;  intracontinentalis, -e (bot.-lat.): innerhalb des Kontinents.

⊙. Aufrechte, verzweigte, ca. 50–120 cm hohe Einjährige, in der Jugend zur Gänze schülferig behaart, später verkahlend. Stängel längsstreifig (5 gelbliche bis rötliche, ± erhabene Längsleisten bis -rippen), nur die untersten Laubblätter gegenständig.

Laubblätter ca. 5–20 mm lang gestielt, Spreite (30–)40–60(–80) mm lang und 2–6(–7) mm breit, kaum sukkulent, schmallinealisch bis schmallanzettlich, ganzrandig bis entfernt schwach gezähnt, auch die untersten niemals spießförmig.

Blütenstand: aufrechte, oft auffallend lange (8–20 cm), blattachsel- und endständige, aus sehr dichten, mehrblütigen Knäueln aufgebaute unterbrochene Scheinähre ohne Laubblätter; Abstand zwischen den Knäueln ca. 12 bis 5 mm, im oberen Teil meist kaum 3 mm, dadurch zu einer kompakten Scheinähre zusammenfließend. Vorblätter der weiblichen Blüten zur Fruchtzeit krautig (nicht knorpelig), eiförmig bis 3-eckig-rhombisch, in Österreich 1,5–2,5 mm lang, nur unten miteinander verwachsen, sich postfloral kaum verlängernd mit markanter Spitze, Rand gezähnt mit 3 oder 4 spitzen Zähnen auf jeder Seite, auf der Fläche meist mit 2–5 hornförmigen, bis 1 mm langen, spitzen Warzen; ganzes Vorblatt sehr dicht mit 0,1–0,2(–0,3) mm langen, schlauchförmigen Blasenhaaren besetzt, dadurch hellgrau.

Wuchshöhe: 30–80 cm. — Blühzeit: VII–IX.

Die Art kann leicht verwechselt werden mit schmalblättrigen Morphotypen der häufigen und verbreiteten Atriplex patula, die sich von A. intracontinentalis außer durch die meist breiteren, spießförmigen Laubblätter noch durch die meist weniger dichten und kürzeren Scheinähren und die größeren Vorblätter, die sich postfloral stärker vergrößern, unterscheidet, vor allem aber durch die höchstens je 1 oder 2 seitlichen Zähne der Vorblätter sowie durch die weniger länglichen, nicht schlauchartigen Blasenhaare.

Salzhältige Ruderalfluren, im Randbereich von Salzlacken, auf im Frühling nassen, im Sommer austrocknenden, salzigen, stickstoffreichen Böden.

In Österreich nur im Seewinkel, und zwar sehr selten.

In Österreich und im Burgenland Gefährdungsgrad 1 (= „vom Aussterben bedroht“).

Gesamtverbreitung: pannonisch-pontisch-zentralasiatisch. Ist bisher von A. littoralis nicht unterschieden worden.

Sehr selten. Vom Aussterben bedroht!

 

Die Art ist Teil von Atriplex littoralis agg. / Artengruppe Strand-Melde

Taxonomie: Bis vor Kurzem wurde diese Sippe für Österreich (außerhalb des Seewinkels tritt sie bloß gelegentlich als Unbeständige auf) als A. littoralis bewertet. Suchorukow 2007 zeigte, dass sich die in subkontinentalen bis kontinentalen Bereichen Europas und Asiens vorkommenden Populationen (und damit auch die burgenländischen) von denen Nordeuropas (Strand-Melde / A. littoralis s. str.) unterscheiden und als eigene Art, phylogenetisch gesehen als Schwesternart von A. littoralis s. str. (Kadereit & al. 2010), zu betrachten sind: A. intracontinentalis.

 

Literatur: Suchorukow 2007; Kästner & Fischer (2011: 127–130) unter „A. littoralis“!