Artemisia santonicum

Salzsteppen-Wermut

Syn.:
  • Artemisia monogyna (FR)
  • A. maritima subsp. salina (JAN)

  • Salz-Wermut
  • Salz-Beifuß, „Strand-Beifuß“, „Strand-Wermut“
  • "Ungarischer Beifuß"; ung.: sziki üröm

 

♃. Stark aromatisch (zerreiben!). Nichtblühende Triebe rosettig. Laubblätter graugrün, doppelt (bis dreifach) gefiedert, untere lang, Stängelblätter kurz gestielt bis sitzend, Spreite 2–4 cm lang, 2–3 cm breit, Zipfel schmallinealisch, 1 mm breit und (2)3–4(5) mm lang und 0,5–1 mm breit, dicht anliegend spinnwebig-feinfilzig, später fast kahl werdend.

 

Korbstand ± sparrig-rispig; Körbe ellipsoidisch bis eiförmig, 2,5–3 mm lang und 1,5–2 mm breit, entweder aufrecht oder nickend, Korbhülle fast kahl; alle Blüten (auch die randlichen) zwittrig.

Es gibt zwei Formae, die sich durch die Stellung der Körbe auffällig unterscheiden: aufrecht oder hängend;  man hat sie früher auch für zwei verschiedene Arten gehalten. Bei JAN (1977) als Varietäten bewertet: var. salina (Körbe nickend bis hängend); var. erecta (Körbe aufrecht).

Wuchshöhe: 20–40(50) cm. — Blühzeit: (VIII)IX–X.

Salzsteppen im Seewinkel, besonders charakteristisch (und  große Bestände bildend) für Solonetzboden, bei dem die Bodenschicht mit der stärksten Salzkonzentration nicht an der Oberfläche liegt.

Im Burgenland nur im Seewinkel, hier auf den salzreichen Böden ziemlich häufig.

In Niederösterreich nur im NSG Salzsteppe Baumgarten (im Marchtal).

Gefährdungsgrad 3 („gefährdet“).

In den Nachbarländern nur in Ungarn und in der Süd-Slowakei.

Taxonomie und Chorologie:

Diese pannonisch-pontisch-aralokaspisch verbreitet Art gehört zur Artengruppe A. maritima agg., die an den Küsten Mittel- und Westeuropas durch A. maritima s. str., an den mediterranen Küsten (z. B. Slowenien, Italien) durch A. caerulescens vertreten ist.

A. santonicum ist eine typisch östlich-kontinentale Art, die in den Salzsteppen Südosteuropas und Inneranatoliens und bis West-Kasachstan verbreitet ist. Diese Verwandtschaftsgruppe um A. maritima (agg.) umfasst allein in Europa 7 Arten, darunter solche binnenländischer Salzsteppen und solche der europäischen Meeresküsten wie die beiden erwähnten.