Artemisia laciniata

Schlitzblatt-Wermut

  • Schlitzblatt-Beifuß
  • Ung.: szeldeltlevelű üröm

♃. Grundständige Laubblätter und untere Stängelblätter 4–14 cm lang gestielt, Spreite länglich, ca. 8–14 cm lang, 3–6 cm breit, doppelt gefiedert, 10–18 Fiedern, diese 15–30 mm lang und 8–12 mm breit, auffallend nahezu rechtwinklig von der Rachis abstehend, Zipfel (Fiederchen) 4–10 mm lang und 2–5 mm breit, ebenfalls fast rechtwinkelig abstehend, fiederlappig bis -schnittig mit 4–8, scharf zugespitzen, 1–3 mm langen und 0,6–1 mm breiten Abschnitten (Zipfeln); Spreite oberseits kahl, unterseits fast kahl bis anliegend behaart und locker sitzdrüsig, beidseitig fein drüsig punktiert, nicht bis kaum aromatisch.

Korbstand rispig, etwas einseitswendig; dicht flaumig behaart. Körbe kugelig, nickend bis hängend, (2)3 mm lang und 3–4(–5) mm ∅. Korbhülle fast kahl bis sehr locker behaart, Hüllblätter breit trockenhäutig berandet.

Wuchshöhe: 20–40(50) cm. — Blühzeit: VIII–X.

Chromosomenzahl: 2n = 18 = 2x,

Schwach salzige, wechselfeuchtes Magerwiese: Molinion mit Serratula tinctoria, Sanguisorba officinalis, Succisa pratensis, Sesleria uliginosa, Inula salicina, Cirsium canum, Gentiana pneumonanthe.

Im Seewinkel nur an einer einzigen Stelle in den Zitzmannsdorfer Wiesen: Winzige Population aus etwa einem Dutzend Individuen.

In Österreich nur im Pannonikum und nur im Burgenland. In Niederösterreich (Marchfeld) um 1970 ausgestorben.

Gefährdungsgrad 1 (= „vom Aussterben bedroht“).

In Deutschland ausgestorben, in allen anderen Nachbarländern fehlend.

Nächste Vorkommen in Südrussland; Hauptareal von Zentral- bis Ostasien (Südsibirien vom Ural bis Amurgebiet und Mandschurei, Japan); disjunkt mit großer Areallücke nach Westen, in der Pontischen Florenprovinz lokal und sonst nur noch in der Pannonischen Provinz im Seewinkel.

Literatur: Kästner & Fischer (2011: 152–155).