Glossar

abiotisch: ohne Organismen; durch unbelebte (physikalische, chemische) Faktoren bewirkt.
abstehend: (fast) waagrecht abstehend; vgl. aufrecht-abstehend
Achäne: Einsamige trockene Schließfrucht, z. B. der Compositen/Asteraceae. Vgl. Nuss.
Achse: Achse = Sprossachse; Grundorgan der Höheren Pflanzen; Träger der Blätter; Achsen sind Stängel, Rosettenachsen, Blütenstandsachsen, Blütenstiele, Blütenböden usw.;  vgl. Spross
Achsenknolle: Aus einer Achse gebildete Knolle.
acidophil: Säureliebend, bevorzugt auf Böden mit niedrigem pH-Wert wachsend
agamospermisch: Samen ohne Befruchtung erzeugend
Aggregat (agg.): = Kleinartengruppe (→ Kleinarten)
Ährchen: Ährchen (spicula): meist wenigblütige Ähre als Teilblütenstand insbesondere der Süßgräser/Poaceae
Ähre: Blütenstandstyp (→ Blütenstand), bei dem ungestielte Blüten auf der Blütenstandsachse sitzen, z. B. Wegerich / Plantago, die meisten Orchideen / Orchidaceae.
alpisch: zum Florengebiet (Florenprovinz) des Alpicum gehörend, im Gebiet der Alpen. – Unter „alpin“ versteht man hingegen die Höhenstufe oberhalb der Baumgrenze.
Andrözeum: Gesamtheit der männlichen Organe der Blüte: → Staubblätter
angesalbt: → ansalben
annuell, Annuelle: annuell, Annuelle = Einjährige (⊙) = → Therophyten
ansalben: eine Pflanzenart ohne wirtschaftliches Motiv absichtlich in die freie Natur ausbringen, aus Dummheit oder missverstandenem Naturschutz. Unverzeihliche Florenverfälschung.
anthelminthisch: wirksam gegen Eingeweidewürmer
Anthere (= Staubbeutel): der obere, den → Pollen produzierende Teil des --> Staubblatts. Die Anthere besteht i. d. R. aus zwei Theken (Staubbeutelhälften), die je 2 Pollensäcke (= Mikrosporangien) enthalten.
anthropogen: durch die Tätigkeit des Menschen bewirkt, bedingt, gestaltet, verändert
Archäophyt (= Alteingebürgerter): schon in der Jungsteinzeit, also zu Beginn der stärkeren Einflussnahme des Menschen auf die Landschaft, vor allem mit dem Ackerbau aus einem fremden Florengebiet eingewanderte Sippe
archäophytisch: siehe → Archäophyt
Areal: geographisches Verbreitungsgebiet einer → Sippe
Arrabonicum: Einer von drei Florendistrikten des Eupannonikums; die anderen beiden heißen Vindobonicum und Laitaicum.
Art (= Spezies): Alle Individuen, die sich höchstens geringfügig voneinander unterscheiden und normalerweise untereinander unbeschränkt kreuzbar sind, gehören zur selben Art. Nächst verwandte Arten unterscheiden sich i. d. R. durch mehrere Merkmale und können nur ausnahmsweise miteinander hybridisieren (bastardieren); sie besiedeln i. d. R. auch verschiedene → Habitate (= Standorte) und haben verschiedene → Areale. Die Artnamen bestehen aus zwei Wörtern. Vgl. → Unterart, → Gattung.
aufrecht-abstehend: schräg aufwärts, etwa mit 45-grädigem Winkel abstehend
ausdauernd: ausdauernd (perennierend, ♃): Pflanze, die mehrere bis viele Jahre lebt und i. d. R. jedes Jahr blüht und fruchtet; vgl.→ Staude; im Gegensatz zu → einjährig, → Therophyten, → zweijährig
ausgerottet, ausgestorben oder verschollen (G0): Taxa, deren Habitate heute gänzlich zerstört sind oder die seit mindestens 40 Jahren ohne Nachweis sind; ≈ IUCN: REex bzw. REv (Regionally Extinct)
Autökologie: erforscht die Beziehungen zwischen (Einzel-)Organismus (ein Individuum oder eine einzelne → Sippe) und der Umwelt; ist somit der Gegensatz zur → Synökologie.
Balgfrucht: Balgfrucht = Balg (folliculus): einkarpellige Kapselfrucht, die sich an der Bauchnaht öffnet
basisch (Boden): alkalireich, mit pH-Wert über 7; Gegenteil von → sauer. Böden über → Karbonatgestein und salzreiche Böden sind basisch.
begrannt: begrannt (aristatus): mit einer → Granne versehen
Beikräuter: Wildpflanzen im Ackerland, Segetalarten, früher abwertend „Ackerunkräuter“ genannt
bereift: bereift (pruinosus): mit abwischbarem weißlichem Überzug (Reif, dünner Wachsschicht), dadurch bläulichgrün bis graugrün gefärbt
Bergland (Alpicum): Florenprovinz der Alpen, welches auch noch Teile des Mittel- und Südburgenlandes umfasst: die höheren Lagen des Rosalien- und Ödenburger Gebirges, die westliche und südliche Gebirgsumrahmung des Mittel-Burgenlandes, sowie das Gebiet zwischen den Flüssen Raab und Lafnitz ganz im Süden.
Bestäubung: Bestäubung (Pollination): Übertragung des → Pollens auf die Narbe, meist mit Hilfe von Tieren (z. B. Insektenbestäubung) oder durch den Wind (Windbestäubung). Die Befruchtung (Verschmelzung der aus dem Pollenkorn entstehenden Spermazelle mit der Eizelle) findet in der Samenanlage statt. Vgl. → Blüte.
bewimpert: bewimpert (ciliat): Blattrand (meist abstehend) behaart (mit Wimpern)
Biosystematik: Biosystematik = → Sippensystematik
Biotop: eine bestimmte Fläche in der Natur, auf der – aufgrund bestimmter Standortsverhältnisse – eine bestimmte Lebensgemeinschaft (Biozönose bzw. → Pflanzengesellschaft) lebt. „Biotop“ ist ein Fachausdruck der Ökologie, der also nicht „künstlicher Gartentümpel“ oder dergleichen bedeutet und daher in diesem falschen Sinn nicht verwendet werden darf. Man kann Trockenbiotope (z. B. Felsfluren, Steppen) und Feuchtbiotope (z. B. Niedermoore, Seeufer) unterscheiden.
Blatt: Grundorgan der Höheren Pflanzen; man unterscheidet → Niederblätter, → Laubblätter,→ Hochblätter → Blütenblätter. Die → Nebenblätter sind keine Blätter (sondern winzige Blattteile)!
Blättchen: Teilspreite eines zusammengesetzten Blattes. Ein „Kleeblatt“ z. B. besteht aus 3 Blättchen. Die Blättchen der → Fiederblätter heißen Fiedern. (Blättchen ist kein kleines Blatt!)
Blattrhachis: „Blattspindel“, stielförmiger Teil des → Fiederblattes, auf dem die → Fiedern angeordnet sind
Blattscheide: flächig entwickelter, meist rinnenförmiger, seltener scheidenförmiger, oft stängelumfassender unterster Teil des Blattes (unterhalb des Blattstiels), z. B. bei den Süßgräsern / Poaceae und bei vielen Doldenblütlern / Apiaceae
Blattstiel: Teil des Blattes, insbesondere des → Laubblattes (manchmal fehlend). Nicht mit dem → Stengel zu verwechseln!
Blüte: Sie besteht aus dem → Blütenboden (= Blütenachse) und den → Blütenblättern. Diese sind sehr verschiedenartig: Im Fall der typischen Zwitterblüte zu unterst (zu äußerst) Blütenhüllblätter (und zwar entweder → Perigon oder aber → Kelch und → Krone), darauf folgen die Staubblätter (= Staubgefäße, d. s. die männlichen Organe, die den → Pollen erzeugen) und die Karpelle (= Fruchtblätter), die den Stempel (weibliches Organ) bilden und meist (Ausnahme u. a. Hahnenfußgewächse / Ranunculaceae und Rosengewächse / Rosaceae) miteinander verwachsen sind. Der Stempel besteht i. d. R. aus dem Fruchtknoten, dem Griffel und der Narbe. Die Narbe dient der Aufnahme des Pollens; der Griffel bringt die Narbe in die für die → Bestäubung richtige Position; der Fruchtknoten enthält die Samenanlagen, aus denen nach → Bestäubung und Befruchtung die Samen entstehen. Aus dem Fruchtknoten entsteht i. d. R. die → Frucht.
Blütenblätter: → Kelchblätter, → Kronblätter, → Perigonblätter, → Staubblätter, → Fruchtblätter
Blütenboden = Blütenachse: Auf ihm sitzen die → Blütenblätter. Der Blütenboden kann scheibenförmig verbreitert oder krugförmig (Prunus, z. B. Kirsche) oder sogar röhrenförmig (Nachtkerze/Oenothera) ausgebildet sein.
Blütenstand (=Infloreszenz): In bestimmter Weise nahe beieinander angeordnete Blüten bilden einen Blütenstand. Je nach dessen Bauprinzip unterscheidet man → Traube, → Ähre, → Dolde, → Köpfchen, → Korb u. a.
Blütenstiel: unverzweigte Achse, die mit der Blüte endet. Der Blütenstiel ist entweder gänzlich unbeblättert, d. h. er umfasst nur ein einziges → Internodium, oder er ist mit → Hochblättern besetzt.
Boden: Was man im Alltag „Erde“ oder „Humus“ nennt, heißt fachsprachlich „Boden“. Für das Pflanzen­wachstum in erster Linie wichtig sind Durchfeuchtung (trocken – frisch – feucht – nass), Durchlüftung (luftarme Staunässe vertragen nur bestimmte Spezialisten!), Nährstoffgehalt (mager – fett) und pH-Wert (sauer – basisch). Auf bodensauren Standorten wachsen v. a. säureresistente (säurezeigende, acidophile) Arten, auf → basischen (meist karbonatreichen oder salzigen Böden) basiphile. Es gibt auch pH-indifferente Arten.
Bruchwald: Sumpfwald
Chamaephyt: Lebensformtyp, krautig (♃) oder holzig (♄). Die Überdauerungsknospen liegen zwischen einem und 30 cm über der Bodenoberfläche, deshalb Schneeschutz und Vorteile des bodennahen Mikroklimas genießend. Meist anspruchslose, daher langsamwüchsige und konkurrenzschwache Sippen auf ungünstigen Standorten.
Charakterart (= Kennart): Arten, die in einer bestimmten Vegetationseinheit (Klasse, Ordnung, Verband, Assoziation) ihren ökologischen Schwerpunkt aufweisen, werden als Charakterarten dieser Einheit bezeichnet.
Chorologie: Wissenschaft von der räumlichen Verbreitung der Tiere und Pflanzen auf der Erde
Chorotypus: siehe Chorologie
Cyathium: Cyathium nennt man die Scheinblüte der Gattung Wolfsmilch / Euphorbia: Es ist ein Blütenstand aus einer mit 4 Drüsen besetzten Hülle, mehreren nackten weiblichen Blüten (jeweils aus nur einem einzigen Staubblatt bestehend) und einer zentralen, auffällig gestielten nackten männlichen Blüte, die nur aus dem Stempel besteht. („Nackt“ heißt: ohne Blütenhülle; → Blüte.)
Daten fehlend: Datengrundlage ungenügend für eine Einstufung; ≈ IUCN: DD (Data Deficient)
Deckblatt: Tragblatt (am Grund) einer Blüte;  meist ein →  Hochblatt
disjunkt (Areal): zerstückelt, d. h. aus getrennten Teilarealen bestehend. Das → Areal (natürliche Verbreitungsgebiet) z. B. der Österreichischen Schwarz-Föhre / Pinus nigra ist disjunkt: Hauptareal auf der Balkanhalbinsel, ein Teilareal in Niederösterreich, kleine Arealsplitter in Süd-Kärnten, einer im Süd-Burgenland.
Döldchen (umbellula): Teil der → Doppeldolde (bei den meisten Umbelliferen/Doldenblütlern)
Dolde (umbella): Blütenstandstyp, bei dem die gestielten Blüten von einem Punkt entspringen (z. B. bei Flatter-Ulme / Ulmus laevis, Hornklee / Lotus, Kriech-Klee / Trifolium repens, Lauch / Allium). Die meisten Doppel-Doldenblütler / Apiaceae-Apioideae jedoch haben Doppeldolden, d. h. die Dolden (= „Döldchen“) sind in Form einer Dolde angeordnet.
Domatien: stark behaarte kleine Felder auf der Blattunterseite, meist in Nervenwinkeln (oft von Milben bewohnt)
Doppeldolde: ist aus → Döldchen zusammengesetzt
Drüse: aus einer oder mehreren Zellen bestehendes Organ, das ein Sekret produziert und abscheidet. Drüsen sind meist kugelig, köpfchenartig, entweder sitzend (Sitzdrüsen) oder an der Spitze eines Haares (→ Drüsenhaar)
Drüsenhaar: Haar, das in einer → Drüse endet
drüsig: drüsig (glandulosus): mit → Drüsen
Edellaubwälder: mäßig nährstoffreiche, frische Laubwälder: entsprechende Eichen-Hainbuchen-Wälder, Rotbuchen-Wälder, Harte Auwälder
eiförmig: eiförmig (ovat): Blatt- und Blättchenspreitengestalt: ähnlich wie oval (= elliptisch), aber breiteste Stelle am Grund
eingebürgert: eingebürgert (naturalisiert): ursprünglich fremde (=nicht → indigene) → Sippe, die sich in eine oder mehrere bestimmte Pflanzengesellschaften auf Dauer eingenischt (ökologisch eingefügt) hat und damit zu einem Element der wildwachsenden Flora geworden ist. Populationen, die sich regelmäßig fortpflanzen, im Gegensatz zu → unbeständigen → Sippen. Vgl. → Archäophyt und →  Neophyt.
einhäusig: einhäusig (= monözisch): Jedes Individuum (jede Pflanze) hat weibliche und männliche Blüten (die Blüten sind also keine → Zwitterblüten, sondern eingeschlechtig); z. B. Eiche / Quercus, Haselnuss / Corylus, Klein-Wiesenknopf / Sanguisorba minor, Mais / Zea, Rohrkolben / Typha (vgl. → zweihäusig).
einjährig: → annuell   
Elaiosomen: für Ameisen essbare zarte, durchscheinende oder weißliche Anhängsel an Samen oder Teilfrüchten oder Früchten (usw.), die bewirken, dass diese Samen etc. von Ameisen verschleppt (ausgebreitet) werden (Myrmekochorie); z. B. auf den Früchtchen: bei Leberblümchen / Hepatica; auf den Teilfrüchten: bei Lungenkraut / Pulmonaria; oder auf den Samen: bei Schöllkraut / Chelidonium, Lerchensporn / Corydalis, Erd-Primel / Primula vulgaris, Schneeglöckchen / Galanthus
Endemit, endemisch: → Sippe mit relativ kleinem → Areal
Epiphyt: Pflanze, die auf einer anderen lebt („Überpflanze“, „Aufsitzer“), meist auf Bäumen; sie sind nicht notwendigerweise Parasiten im eigentlichen Sinn (höchstens „Raumparasiten“). Abgesehen von den halbparasitischen Mistelgewächsen sind das bei uns i. d. R. nur Niedere Pflanzen (Algen, Moose und Flechten).
Ethnobotanik: Im weiteren Sinn angewandte Botanik, Erforschung der Verwendung der Pflanzen durch den Menschen; im engeren Sinn völkerkundliche und volkskundliche Aspekte der Botanik.
eutroph: sehr nährstoffreich (d. i. reich an Pflanzennährstoffen, also Mineralstoffen), fett, überdüngt. Eutrophierung = starke Nährstoff-(meist Stickstoff-)Anreicherung (Düngung).
extensiv: Gegenteil von intensiv. Eine Extensivweide ist ein Weiderasen, der wenig beweidet wird.
Familie: → Sippe (Verwandtschaftsgruppe), die die miteinander verwandten --> Gattungen zusammenfasst. Der botanisch-lateinische Name ist ein von einem Gattungsnamen abgeleitetes Wort, das auf „-aceae“ endet. Der deutsche Name endet meist auf „-gewächse“. Vgl. → Nomenklatur.
Felssteppe: sehr flachgründige, trockene, substratbedingte (edaphische) Primärsteppe (Volltrockenrasen).
fertil: = fruchtbar
fett: Boden nährstoffreich (natürlich oder künstlich gedüngt) (Gegensatz: → mager); z. B. Fettwiese, Fettweide
Fettwiese: nährstoffreiche, gut gedüngte → Wiese (Gegensatz: → Magerwiese)
feucht: Feuchtigkeitsgrad zwischen → frisch und → nass
Feuchtezahl (F): (Ellenberg’sche ökologische Zeigerwerte): 12-stufige Skala für die ungefähre Bodenfeuchtigkeit des Standorts: 1 = Starktrockniszeiger; 9 = Nässezeiger; 10 = Wechselwasserzeiger; 11 = Wasserpflanze; 12 = Unterwasserpflanze; noch unfertig
Feuchtwiese: → Niedermoorwiese
Fieder (pinna): Teilspreite eines → Fiederblattes
Fiederblatt: besteht aus der Blattrhachis und den fiedrig an ihr angeordneten Blättchen, den Fiedern; z. B.: Laubblätter von Holunder / Sambucus, Esche / Fraxinus, Robinie / Robinia, Wicke / Vicia.
filzig: filzig (tomentosus): dicht behaart, wobei die verzweigten Haare (Büschelhaare oder → Sternhaare) ineinandergreifen
flachgründig: seichtgründig, die Bodenkrume („Humusschicht“) ist dünn, geringmächtig.
Flachmoor: Flachmoor = → Niedermoor
Flora: die Gesamtheit aller Pflanzenarten, die in einem be­stimmten Gebiet wild wachsen: z. B. „Flora des Burgenlandes“. – Die Gefäßpflanzenflora Europas umfasst ca. 12 000 Arten (ohne Kleinarten und ohne Kulturpflanzen), jene Österreichs ca. 3100 Arten, die burgenländische 1773 Arten; rechnet man die ausgestorbenen und die unbeständigen hinzu, kommt man auf weit mehr als 1800.
Florengebiet: Einheit innerhalb der Gliederung der → Flora der Erde. Ein Teil des (übergeordneten) Holarktischen Floren­reichs (das die gemäßigten Breiten der gesamten Nordhemisphäre der Erde umfasst) ist z. B. die Südsibirisch-Pontisch-Pannonische Florenregion; zu ihr gehört u. a. die Pannonische Florenprovinz, die weiter untergliedert wird in die Florenbezirke z. B. Eupannonicum und Praenoricum, diese weiter in Distrikte.
floristisch: Dieser Ausdruck bezieht sich auf die → Flora; ein Florist ist demnach kein Zierblumenhändler, sondern jemand, der eine Flora, also die Wildpflanzenarten eines bestimmten Gebietes, kennt und/oder erforscht.
floristischer Status: → Status, floristischer
FlorKartÖ: Floristische Kartierung Österreichs (Leitung: H. Niklfeld und L. Schratt-Ehrendorfer, Universität Wien)
Forst: ist ein „künstlicher Wald“, er verdankt seine Existenz mehr dem Förster als der Natur.
Fremdbestäubung: Fremdbestäubung = Kreuzbestäubung, Allogamie: Bestäubung zwischen verschiedenen Individuen (zur Vermeidung von Inzucht). Gegensatz: → Selbstbestäubung (Autogamie).
frisch: in der Vegetationsökologie Bezeichnung für den Feuchtigkeitsgehalt des Bodens: zwischen trocken und feucht (bedeutet also weder „kühl“ noch „jung“!);  vgl. → nass
Frucht: Frucht (fructus): entsteht i. d. R. aus dem Fruchtknoten (seltener aus der ganzen Blüte);  sie enthält entweder viele bis mehrere oder aber nur einen einzigen Samen. Im ersten Fall öffnet sie sich i. d. R. (→ Kapselfrucht), um die Samen freizusetzen, im zweiten Fall bleibt sie geschlossen (→ Schließfrucht) und wird als Ganzes ausgebreitet.
Fruchtblätter: = → Karpelle
Früchtchen: Frucht, die aus nur einem einzigen à Karpell besteht.
Fundort: Fundpunkt, Fundstelle, geografische (genauer: topografische) Stelle, Lokalität, an der sich eine Pflanze, eine Population, ein → Biotop, eine Pflanzengesellschaft etc. befindet. (Nicht zu verwechseln mit → Standort = Habitat!)
Gattung: Miteinander nahe verwandte Arten bilden zusammen eine Gattung. Ihr botanisch-lateinischer Name besteht aus einem einzigen Wort (meist Substantiv), das mit großem Anfangsbuchstaben geschrieben wird.
gefährdet (G3): Arten, deren Bestände zurückgehen, meist weil die Zerstörung ihrer Biotope anhält. Stark gefährdet sind Taxa mit mäßigem Aussterberisiko und deutlicher Gefährdung ihrer Rolle in der Biodiversität des Bezugsgebietes (des Burgenlandes); ≈ IUCN: VU (Vulnerable)
Gefäßpflanzen: auch Tracheophyta genannt. Die Gefäße sind spezielle Röhrensysteme in den Leitbündeln („Nerven“), die hauptsächlich Wasser (Bodenlösung) transportieren. Zu den Gefäßpflanzen gehören die Farnpflanzen (samt Bärlapppflanzen und Schachtelhalmen) und die Samenpflanzen (Blütenpflanzen).
gefiedert (pinnat): →  Fiederblatt
gegenständig: gegenständig (dekussiert): 2 Blätter entspringen an derselben Stelle des Stängels (= „Knoten“) und stehen dabei einander gegenüber.
Geophyt: Lebensformtyp: → Staude (♃) mit unterirdischem Speicherorgan, die während der für sie ungünstigen Jahreszeit ganz „einzieht“ (die oberirdischen Teile sterben ab). Nach dem unterirdischen Überdauerungsorgan unterscheidet man (hauptsächlich) Zwiebel-Geophyten, Knollen-Geophyten und Rhizom-Geophyten.
geschnäbelt (rostrat): mit einem stielartigen Fortsatz an der Spitze versehen
Gesellschaft: = → Pflanzengesellschaft
Granne (arista): borsten- oder haarförmiger Fortsatz eines Blattes
Grasartige: Grasartige („Gräser“ i. w. S.): (1) Familie Süßgräser („Gräser“ i. e. S.) / Poaceae + Riedgräser (= Fam. Sauergräser, Binsengewächse, Zypergrasgewächse / Cyperaceae) + Fam. Simsengewächse / Juncaceae; –(2) all diese ohne die Süßgräser
Griffel (stylus): Teil des → Stempels, verbindet den Fruchtknoten mit der →  Narbe; seine Funktion ist es, die Narbe in die für die → Bestäubung passende Position zu bringen. Wenn der Griffel fehlt (z. B. Tulpe / Tulipa), nennt man die Narbe eine sitzende.
Grundblätter: Die grundständigen (an der Stängelbasis) Laubblätter, die eine Grundrosette bilden
Grundrosette: besteht aus grundständigen (= an der Stängelbasis befindlichen) Laubblättern, die eine → Rosette bilden
Gynözeum: Gesamtheit der weiblichen Organe der → Blüte: d. i. der bzw. die → Stempel.
Habitat: Habitat (= Standort, Biotoptyp): die Gesamtheit aller für die Pflanzen an ihrem Wuchsort maßgeblichen Bedingungen (= Ökofaktoren) hinsichtlich Klima, Boden, anderer Organismen und menschlicher Einflüsse. (Vgl. jedoch → Biotop und → Fundort.)
Habitus: äußere Gestalt, äußeres Erscheinungsbild, Wuchsgestalt, Tracht, Gesamterscheinung
Halbrosettenpflanze: mit → Grundrosette und → Stängelblättern (Vollrosettenpflanzen haben keine Stängelblätter)
Halophyt: salztolerante Pflanze;  halisch = salzig, salzhältig (Gegenteil.: glykisch). Nur die wenigsten Salzpflanzen, wie beispielsweise die Salz-Kresse / Lepidium cartilagineum, brauchen tatsächlich Salz zum Leben. Die übrigen Halophyten sind nur salzertragend (= salztolerant).
handförmig: sind die → Blättchen eines → zusammengesetzten Blattes
Hemikryptophyt: Lebensformtyp: →Staude (♃), oder seltener verholzte (♄) Pflanze, deren Überdauerungsknospen in unmittelbarer Nähe der Bodenoberfläche (weniger als 5 cm darüber, meist gut geschützt in der Laubschicht) sitzen; sie befinden sich meist an basalen Abschnitten der vorjährigen Triebe oder an der Spitze seichtliegender unterirdischer Überdauerungsorgane, und können zur günstigen Jahreszeit rasch austreiben. Hemikryptophyten sind meist mehr oder weniger hochwüchsig; dieser Lebensformtypus ist der häufigste in durchschnittlichen mitteleuropäischen Standorten.   
Hochblätter (Brakteen): meist kleine, oft nicht-grüne Blätter oberhalb des Bereichs der Laubblätter, nämlich innerhalb des Blütenstands (z. B. die → Deckblätter)
Höhenstufen: planar-collin, submontan und montan sollen hier erklärt werden
holzig, Holzige: Alle Pflanzen, die zur Erhöhung ihrer mechanischen Festigkeit einen Holzkörper (sekundäres Xylem und Phloem) ausbilden. Einzelne Holzzellen zur Erhöhung der Standfestigkeit können auch in ansonsten krautigen Stängeln (z.B. Urtica dioica) vorkommen.
Hülse: einkarpellige Frucht der Hülsenfrüchtler (Leguminosen, Fabaceae s. lat.), die sich an Bauch- und Rückennaht klappig öffnet.
Hutweide: ausgedehntes, nicht abgezäuntes, extensives Weideland (Gemeinschaftsweiden, Weiderasen), das von einem umherziehenden Viehhüter (Hirten) betreut wird (hat weder mit Kopfbedeckung noch mit Kopfweide etwas zu tun!)
Hybride: Hybride (die!) = Bastard, Kreuzungsprodukt, Mischling. Interspezifische Hybriden sind solche zwischen zwei (selten drei) verschiedenen Arten.
Hydrophyt: Wasserpflanze
hygroskopisch: auf Schwankungen der Luftfeuchtigkeit reagierend
illyrisch: bezeichnet den geographischen Raum der nordwestlichen Balkanhalbinsel, insbesondere deren westlichen, adria-nahen Gebirgsraum (Dinarisches Gebirgssystem) der Balkanhalbinsel (etwa vom westlichen Slowenien über das westliche Kroatien, Bosnien-Herzegowina bis Montenegro und Albanien); gemeint ist insbesondere das Klima, siehe auch subillyrisch.
indigen: = ureinheimisch, zur ursprünglichen, natürlichen, noch nicht → anthropogenen Flora gehörend (im Gegensatz zu den → Archäophyten und → Neophyten).
Indikatorwerte: Zeigerwerte, Zahlenwerte, die über die ökologischen Vorlieben und Ansprüche einer Art Information liefern. Sie dienen unter anderem dazu, über vorhandene Artenlisten näherungsweise Aussagen über die Boden- und sonstigen abiotischen Bedingungen eines Standorts zu geben. Vgl. → Temperaturzahl, → Feuchtezahl, → Reaktionszahl, → Stickstoffzahl, → Lichtzahl, → Kontinentalitätszahl, → Salzzahl.   
infraspezifisch: innerhalb der Art (in der Rangstufenhierarchie unterhalb der Art; vgl. → Rangstufen)
Internodium: Internodium (Mehrzahl: Internodien): Achsenabschnitt (Stängelglied) zwischen zwei Knoten (Blattansatzstellen)
interspezifisch: zwischen (den) Arten
Jungtertiär: Abschnitt der Erdgeschichte. Veraltete deutsche Bezeichnung für das stratigraphische System des Neogen; ca. 23,03–2,588 mya
kahl: nicht behaart, ohne Haare (Gegensatz: behaart); („ohne Blätter“ hingegen heißt in der Fachsprache „nackt“)
Kapsel: Kapsel, Kapselfrucht: sich bei der Reife öffnende mehrkarpellige → Frucht
Karbonatgestein: Kalk-, Marmor-, Dolomit- oder Kalksand­stein, aus ihnen entstehen i. d. R. → basische → Böden
Karpell: Karpelle (= Fruchtblätter): Das → Gynözeum umfasst meist mehrere Karpelle, sie selten frei (z. B. bei den meisten Hahnenfußgewächsen/Ranunculaceae und bei vielen Rosengewächsen/Rosaceae), meist aber miteinander zu einem mehrkarpelligen → Stempel verwachsen sind.
Kelch: die Gesamtheit der meist grünen und kleinen Blütenblätter unterhalb der --> Krone; vgl. --> Blüte
Kelchblätter (Sepalen): Elemente des → Kelches, sie können untereinander frei (Kelch freiblättrig = chorisepal) oder miteinander verwachsen sein (Kelch verwachsenblättrig = synsepal)
Kennart: siehe Charakterart
Klausen: Klausen heißen die Teilfrüchte der Lippenblütler / Lamiaceae und Raublattgewächse / Boraginaceae; sie bestehen aus je einem halben → Karpell.
Kleinarten (=Mikrospezies): genetisch gut getrennte, aber phytographisch (merkmalsmäßig) wenig verschiedene, daher oft schwierig bestimmbare Arten. Sie werden oft zu Artengruppen (→ Aggregaten) zusammengefasst.
Kleine Ungarische Tiefebene: Tiefebene im Pannonischen Becken, umfasst Teile von Österreich, der Slowakei und Ungarn und ist Teil des euarsischen Steppengürtels mit seiner typischen Steppenvegetation. In Österreich gehören Teile von Wiener Becken, Oststeirischem Hügelland und dem Seewinkel dazu.
Kleistogamie: Extreme Form der Selbstbestäubung, bei der sich die (Zwitter-)Blüte überhaupt nicht mehr öffnet, die → Bestäubung findet innerhalb der → Blüte statt. Manche Arten entwickeln normale („chasmogame“) und kleistogame Blüten, z. B. Lamium amplexicaule / Rundblatt-Taubnessel und etliche Veilchen-Arten / Viola spp.
Klettfrüchte: Früchte mit Borsten oder Widerhaken, die damit von Tieren verschleppt werden (Klettfruchtverbreitung = Epizoochorie)
Klimaxvegetation: Endstadium der natürlichen Vegetations­entwicklung (= Sukzession) auf durchschnittlichen (d. h. ökologisch nicht extremen) Standorten in einer bestimmten Klima­region. Die Klimaxvegetation des pannonischen Nord-Burgen­landes sind trocken-warme Eichenmischwälder.
Knolle: Knolle (tuber): der Nährstoff- und/oder Wasserspeicherung dienendes Organ: entweder ein verdickter Achsenabschnitt (→ Achsenknolle), z. B. Krokus / Crocus, oder eine verdickte Speicherwurzel (→ Wurzelknolle), z. B. Scharbockskraut / Ficaria
Knoten (nodus): Stelle an der → Achse, auf der ein → Blatt entspringt
Kolben (spadix): Ähren mit ± stark (fleischig) verdickter Hauptachse, z. B. Arum / Aronstab, Typha / Rohrkolben.
Kontinentalitätszahl (K): (Ellenberg’sche ökologische Zeigerwerte): 9-stufige Skala für das Vorkommen innerhalb des Kontinentalitätsgefälles von der Atlantikküste ins Innere Eurasiens: 1 = euozeanisch (Hauptverbreitung im küstennahen Westeuropa; in Mitteleuropa nur mit wenigen östlichen Vorposte); 9 = eukontinental (Hauptverbreitung im osteuropäischen Steppengebiet; im westlichen Mitteleuropa fehlend, im östlichen selten, nur mit wenigen westlichen Vorposten).
Köpfchen (Kopf, capitulum): Blütenstandstyp, bei dem die ungestielten Blüten von fast einem Punkt entspringen, z. B. Kugelblume / Globularia
Korb (Blütenkorb, capitulum involucratum): Blütenstandstyp, der insbesondere für die Korbblütler (= Asteraceae = Compositae) charakteristisch ist: ein → Köpfchen, das von einer Hochblatthülle (Involukrum = Korbhülle) umgeben ist.
krautig, Krautige: Alle nicht → holzigen Pflanzen.
Kronblätter (Petalen): Elemente der → Krone; sie können untereinander frei (Krone freiblättrig = choripetal) oder miteinander verwachsen sein (Krone verwachsenblättrig = sympetal)
Krone (= Blumenkrone = Blütenkrone, Korolle, corolla): der meist auffällige, farbige Teil der Blütenhülle (vgl. → Kelch, → Blüte)
Lacke: Lacke = Lache, Tümpel, kleiner See
lanzettlich: Gestalt von Blatt- und Blättchenspreiten: breiteste Stelle in der Mitte, nach beiden Enden spitz zulaufend. – Achtung: In der englischsprachigen botanischen Terminologie ist eine andere Definition für lanceolate üblich: breiteste Stelle unterhalb der Mitte, deshalb gibt es den praktischen Terminus "oblanceolat" = breiteste Stelle oberhalb der Mitte.
Laubblatt (folium): das grüne, „normale“, der → Photosynthese dienende Blatt der Pflanze (im (Unterschied zu → Hochblatt und → Niederblatt)
Liane: holzige Kletterpflanze, z. B. Efeu / Hedera, Weinrebe / Vitis
Lichtzahl (L): (Ellenberg’sche ökologische Zeigerwerte): 9-stufige Skala für die ungefähre Beleuchtungsstärke des Standorts: 1 = Tiefschattenpflanze; 9 = Volllichtpflanze.
linealisch: linealisch (lineal, linear, linearis) ist ein schmales Blatt mit annähernd parallel verlaufenden Rändern;  ist es breiter, heißt es „länglich“.
Lippe (= Labellum, Honiglippe, labium): das mittlere (unpaarige) innere (in der geöffneten Blüte meist das untere) Perigonblatt der Orchideen-Blüte, das meist größer und reicher differenziert ist als alle übrigen. Der bei manchen Gattungen (z. B. Knabenkraut / Orchis, Waldhyazinthe / Platanthera) vorhandene → Sporn ist ein Anhängsel der Lippe.
Löss: Aus Trocken- oder Kältewüsten ausgewehtes Lockersediment, besteht aus durchschnittlich 60-70% Quarz, 10-30 % Kalk, 10-20 % Tonerdesilicaten. Löss umgibt gürtelartig die im Pleistozän vergletscherten Räume; er ist sehr standfest, daher sind hier tiefe Schluchten und Hohlwege typisch, ebenso Höhlenwohnungen und Vorratsräume. Der seit der ersten Hälfte des 19. Jh.s bezeugte geologische Fachausdruck für die gelbliche, feinkörnige Moränen- oder Steppenstaubablagerung ist von dem Geologen von Leonhard geprägt, und zwar wahrscheinlich aus alemanisch lösch locker, das wohl zu der Wortgruppe von los[e] gehört.
LSG: Abkürzung für Landschaftsschutzgebiet.
Magerwiese: nährstoffarme, ungedüngte, naturnahe, meist artenreiche Wiese (Gegensatz: →Fettwiese).
mediterran: mediterran = mittelmeerländisch;  vgl. → submediterran
Mischwald: mehr als eine einzige Baumart vorherrschend (das können auch verschiedene Laubholzarten sein!)
Modifikante: gestaltlich verschiedene, aber nicht erbliche Variante in Reaktion auf bestimmte Standortsverhältnisse, z. B. „Landform“ und „Wasserform“ derselben Art
montan: Bergstufe, "Bergwald"-Stufe, "Voralpen"-Stufe: Im Burgenland die höchste verwirklichte Höhenstufe, oberhalb der submontanen Stufe anschließen, also von etwa 350 - 450 m SH aufwärts, bis zum höchsten Punkt des Burgenlandes, dem Geschriebenstein, mit 884 m. Die zonale Vegetation sind Buchenwälder.(Die Montanstufe kann man weiter in die untermontane und die obermontane Stufe unterteilen, von denen aber nur erstere fürs Burgenland relevant ist, die obermontane Stufe beginnt nämlich erst ab etwa 700-900 m SH; es ist die Stufe, in der in den Randalpen die schönen und typischen Fichten-Tannen-Buchen ausgebildet sind. Achtung: untermontan ist nicht gleichbedeutend mit → submontan!)   
Morphologie, morphologisch: (1) Die Morphlogie (= Vergleichende M.) ist die Wissenschaft von der pflanzlichen Gestalt, sie vergleicht den Bau der Pflan­zenorgane; (2) alle bloß äußerlich feststellbaren gestaltlichen Merkmale (= Phytographie).
Mutation: sprunghafte Änderung im Erbgut
Mykotrophie: Ernährung durch Symbiose mit (eigentlich Parasitismus auf) Pilzen (Fichtenspargel / Hypopitys, einige Orchideen / Orchidaceae). – Früher dachte man, dass diese Orchideen Saprophyten seien, d. h. sich von toter organischer Substanz ernähren.
Nährstoffzahl (N): (Ellenberg’sche ökologische Zeigerwerte) = → Stickstoffzahl
Narbe (Stigma): Teil des → Stempels; dient der Aufnahme der → Pollenkörner
nass: Bezeichnung für ein bestimmtes Ausmaß des Feuchtig­keitsgehalts im Boden: stärker als feucht, Sumpfboden (Gummistiefel anziehen!); vgl. → frisch und → feucht
Nebenblätter (= Stipeln): paarig vorhandene, meist kleine Zipfel am Grund des Laubblatts (unterhalb des Blattstiels), z. B. bei der Gattung Veilchen / Viola, bei den Schmetterlingsblütlern / Fabaceae und bei den meisten Rosengewächsen / Rosaceae
Nektar: von → Nektardrüsen oder → Nektarblättern abgeschiedene zuckerrreiche Flüssigkeit
Nektarblatt:   Blütenblatt, das zu einem → Nektar produzierenden Behälter umgebildet ist, z.B. bei manchen Hahnenfußgewächsen / Ranunculaceae (Eisenhut / Aconitum, Nieswurz / Helleborus, Schwarzkümmel / Nigella, Trollblume / Trollius usw.)
Nektardrüse (Nektarium): → Nektar produzierenden → Drüse, meist innerhalb der Blüte, seltener außerhalb („extraflorales Nektarium“, z. B. auf den Stipeln mancher Fabaceen wie Zaun-Wicke / Vicia sepium)
Neophyt: nicht heimische, sondern aus anderen Kontinenten stammende Sippe, die frühestens zu Beginn der Neuzeit (ca. 1500) zu uns gekommen ist.
Neubürger: eingebürgerter Neophyt, z. B. unabsichtlich eingeschleppt oder verwilderte ehemalige Gartenzierpflanze. (vgl. → Archäophyt, → Neophyt)
nicht beurteilt: Taxon nicht beurteilt, nicht eingestuft weil im betreffenden Gebiet (Burgenland) nur eine unbeständige, indigene Sippe, ein Neophyt mit Etablierungstendenz oder eine unbeständige neophytische Sippe. ≈ IUCN: NE (Not Evaluated)
nicht gefährdet, ungefährdet: indigene oder archäophytische Taxa mit vernachlässigbar geringem Aussterberisiko; ≈ IUCN: LC (Least Concern)
Niederblätter (cataphylla): meist kleine, oft nicht-grüne Blätter unterhalb des Bereichs der Laubblätter; z. B. auf → Rhizomen
Niedermoor (= Flachmoor): alltagssprachlich „Sumpf“ ge­nannter Nass-Standort; relativ nährstoffreich im Verleich zum Hochmoor (das es im Bugenland in typischer Ausbildung nicht gibt)
Niedermoorwiese: durch Mähwirtschaft und oft auch nach Grundwasserabsenkung entstandene feuchte bis nasse Mähwiese, aus ehemaligem Niedermoor, relativ wenig produktiv, einschürig (= einmähdig).
Nomenklatur:   wissenschaftliche Benennung der → Taxa; durch ein weltweit gültiges Regelwerk festgelegtes (botanisch-) neulateinisches Benennungssystem für die Taxa. Die Namen der → Arten sind zweiteilig („binär“): Das erste Wort bezeichnet die Gattung, zu der die Art gehört, das zweite, das so genannte Art-Epitheton (Artbeiname), bezeichnet die Art; z. B.: Valeriana officinalis = Arznei-Baldrian, Valeriana ist der Gattungsname, officinalis ist das Art-Epitheton. Die Namen der → Unterarten bestehen aus je drei Wörtern: Valeriana officinalis subsp. tenuifolia bezeichnet die trockenheitliebende Unterart innerhalb der Art Arznei-Baldrian.
NP: Abkürzung für Nationalpark (Achtung! Oft, in ähnlichem Zusammenhang, auch als Abkürzung für Naturpark verwendet).   
NSG: Abkürzung für Naturschutzgebiet.
Nuss: → Schließfrucht (aus mehreren Karpellen bestehend) mit harter Fruchtwand
Nüsschen: Schließfrucht aus einem einzigen → Karpell bestehend, z. B. Hahnenfuß / Ranunculus, Anemone, Fingerkraut / Potentilla, Erdbeere / Fragaria.
ökologisch: in Bezug auf die Wechselwirkungen zwischen den Organismen (Pflanzen) und zwischen ihnen und ihrer Umwelt
p. p.: pro parte = zum Teil Steht zum Beispiel nach der Aufzählung von Merkmalen eines Taxons (p.p.), so heißt das, dass diese Merkmale nicht auf alle Vertreter zutreffen. Anderes Beispiel: die Gattung Jacobaea enthält einige, aber nicht alle Vertreter der ehemals weit gefassten Gattung Senecio, das kann man durch folgende Formulierung anmerken: Jacobaea (Senecio p.p.)
Pannonikum: Österreichischer Anteil an der Pannonischen Florenprovinz: östliches Niederösterreich (Weinviertel, Teile der Wachau, Marchfeld, Wiener Becken, Alpenostrand ("Thermenlinie"), Fuß des Leithagebirges), Wien und nördliches Burgenland (Rand und Vorhügel des Leithagebirges, Parndorfer Platte, Seewinkel, sowie die niederen Lagen des Mittel-Burgenlandes, östlicher Rand des Süd-Burgenlandes). Zeichnet sich durch trocken-warmes, submontanes Klima aus und erstreckt sich von der planar-collinen bis in die submontane Höhenstufe. Im Pannonikum ist naturnahe Vegetation nur in spärlichen Resten vorhanden, überwiegend ist sie in Kulturlandschaft mit stark anthropogen geprägter Vegetation umgeformt. Das Pannonikum lässt sich weiter in zwei Florenbezirke aufgliedern, dem Eupannonikum mit dem typisch pannonischen Klima  (weniger als 700 mm Jahresniederschlag und mindestens 9°C Jahresmitteltemperatur und dem Pränorischen Hügelland mit dem etwas kühleren und feuchteren subillyrischen Klima [unsere Webseite meint mit Pannonikum nur den ersteren Florenbezirk und gliedert das Pränorische Hügelland gesondert ab!].
pannonisch: bezüglich des Gebiets der Pannonischen Florenprovinz; Klima: subkontinental, mit warm-trockenen Sommern und kalten (frostreichen) Wintern, wie im pannonischen Ebenen- und Hügelland
Pannonische Florenprovinz: Westlichster Teil der Südsibirisch-Pontisch-Pannonischen Florenregion, mit subkontinentalen Trockenwäldern als Klimaxvegetation, im Gebiet der Großen und → Kleinen Ungarischen Tiefebene samt den randlichen Hügelgebieten (Ungarn, Südslowakei, Siebenbürgen, Vojvodina, östlichstes Österreich).
Pappus: meist zu einem Haarschopf (Flugapparat) umgewandelter → Kelch an der Spitze der meisten Korbblütler-Früchte
Parasit = Schmarotzer: Entnimmt Nahrungsstoffe aus einer Wirtspflanze. Man unterscheidet Vollparasiten (Holoparasiten, Vollschmarotzer: z. B. Teufelszwirn / Cuscuta, Sommerwurz / Orobanche) und Halbparasiten, die funktionsfähige grüne Laubblätter haben (Hemiparasiten: z. B. Mistel / Viscum, Läusekrautförmige / Orobanchaceae-Pedicularieae, zu denen u. a. die Gattungen Wachtelweizen / Melampyrum und Klappertopf / Rhinanthus gehören); sie schmarotzen mit Hilfe von Saugnäpfen (Haustorien) auf ihren Wurzeln an den Wurzeln benachbarter Pflanzen. Vollparasiten sind auch die → mykotrophen Orchideen.
Perigon: Blütenhülle, die nicht in → Kelch und → Krone gegliedert ist; besonders bei Einkeimblättrigen, z. B. bei Hyazinthengewächsen / Hyacinthaceae, Liliengewächsen / Liliaceae, Simsengewächsen / Juncaceae; aber auch bei Dikotylen wie z. B. den Gänsefußgewächsen / Chenopodiaceen
Perigonblätter: Das Perigon besteht aus Blättern, die untereinander frei (z. B. Schneeglöckchen / Galanthus) oder miteinander verwachsen (z. B. Traubenhyazinthe / Muscari) sein können. Sie können groß und bunt (kronblattartig = corollinisch; z. B. Liliengewächse / Liliaceen) oder unscheinbar, klein und grünlich sein (z. B. Amarantgewächse / Amaranthaceen).
persistierend: über längere Zeit als üblich erhalten bleibend
Pflanzengeographie: Auch Vegetationsgeographie oder Phytographie genannt, Teilbereich der Botanik, der die Pflanzendecke der Erde (Flora und Vegetation) in Beziehung zu geographischen Räumen untersucht. Sie beschäftigt sich sowohl mit den Faktoren, die die Verbreitung einzelner Arten auf der Erde, als auch mit jenen, die die Zusammensetzung einer Pflanzengemeinschaft bestimmen.   
Pflanzengesellschaft:   Verschiedene Pflanzenarten wachsen aufgrund gleicher bzw. ähnlicher Standortsansprüche natur­gesetzmäßig immer miteinander. Man kann die Pflanzengesellschaften in ein hierarchisches System bringen (Syntaxonomie);  sie werden wissenschaftlich – ähnlich wie die Sippentaxa (→ Taxon) – mit künstlichen botanisch-lateinischen Namen bezeichnet, die sich von den Namen charakteristischer Arten ableiten. So ist etwa der Wimperseggen-Eichen-Hainbuchen-Wald eine Assoziation, die Carici-pilosae-Carpinetum (Endung -etum) heißt, abgeleitet von den Namen der beiden Charakterarten Carex pilosa / Wimper-Segge und Carpinus betulus / Hainbuche. So wie in der Sippensystematik verwandte Arten zu Gattungen zusammengefasst werden, fasst man in der Pflanzensoziologie ähnliche Assoziationen zu Verbänden (ihre Namen enden auf -ion), diese zu Ordnungen (Endung -etalia), diese zu Klassen (Endung -etea) zusammen usw.
Pflanzensoziologie: Teilgebiet der Botanik, das die → Pflanzengesellschaften erforscht
Phanerophyt: Lebensformtyp, meist hoch- und höherwüchsige Gehölze (♄), seltener strauchförmige Stauden (♃). Die Überdauerungsknospen befinden sich hoch über dem Erdboden, bei den sogenannten Makrophanerophyten (zu denen auch hochkletternde Lianen oder Misteln gehören) mindestens 5 m, bei den Nanophanerophyten (zu denen Zwergbäume, Sträucher, strauchförmige Stauden oder wenig hoch kletternde Lianen gehören) zwischen 0,3 und 5 m. Um die Überdauerungsknospen vor den in unseren Breiten kalten Wintern zu schützen, verfügen die meisten Gehölze über speziell ausgebildete Niederblätter, die sogenannten Knospenschuppen.  
Phänologie: Wissenschaftliche Betrachtung (Untersuchung) der jahreszeitlichen Erscheinungen an den Pflanzen und an der Vegetation, z.B. der Blühzeiten.
Photosynthese (= „Assimilation“): Ernährung der Pflanze durch Aufbau organischer Verbindungen (v. a. Kohlenhydrate) aus Wasser und CO2 mit Hilfe von Lichtenergie und Chlorophyll (Blattgrün, hauptsächlich in den grünen Laubblättern)
phototoxisch: Bei Lichteinwirkung giftig
planar-collin: Ebenen- und Hügelstufe, vom tiefsten Punkt Österreichs im Seewinkel (117 m SH) bis auf etwa 250-400 m SH reichend: durch trocken-warme Eichen-Hainbuchenwälder und Eichen(misch)wälder gekennzeichnet. Buchenwälder kommen in dieser Höhenstufe noch nicht vor. In den tiefsten Lagen der planar-collinen Höhenstufe findet man (kaum mehr erhaltene) Vegetationskomplexe aus lichten Eichenwäldern und Steppenrasen, die sogenannte "Waldsteppenzone".
Pollen: Pollen (der!) = Blütenstaub, besteht aus den Pollenkörnern. Siehe → Blüte.
pontisch: bezüglich des klimatischen Steppengebiets unmittelbar nördlich und nordöstlich des Schwarzen Meeres (in der südlichen Ukraine und im südöstlichen Russland)
pontisch: bezüglich des klimatischen Steppengebiets unmittelbar nördlich und nordöstlich des Schwarzen Meeres (in der südlichen Ukraine und im südöstlichen Russland)
potentiell gefährdet (G4): Sehr seltene Arten, die zwar aktuell nicht gefäihrdet sind, bei denen aber unvermutete Biotopzerstörung eine Bedrohung bedeutet. Potentiell gefährdet sind Taxa mit insgesamt sehr wenigen Vorkommen oder sehr kleinen Populationen, die aktuell keiner Gefährdung unterliegen oder Taxa mit deutlichen Bestandesrückgängen ohne dass jedoch ein unmittelbares Aussterberisiko besteht. ≈ (teilweise) IUCN: NT (Near Threatened)
Pränorisches Hügelland: Florenbezirk im Südburgenland, vom subillyrischen Klima beeinflusst, welches etwas kühler und feuchter ist als das eupannonische. Teil der Florenprovinz Pannonikum (oft meint man, wenn man von Pannonikum spricht, allerdings nur das im Nord-Burgenland lokalisierte Eupannonikum)
Primärstandort: Im Gegensatz zum → Sekundärstandort der Standort, an dem eine Pflanzenart natürlich, d.h. ohne Zutun des Menschen, vorkommen würde. So haben z.B. viele unserer typischen mesophilen Wiesenarten ihre Primärstandorte in Lawinenrinnen im Gebirge (waldfreie Standorte gab es vor dem Aufkommen des Menschen in Mitteleuropa kaum, und wenn nur an ungünstigen Standorten (z.B. überdurchschnittlich feucht oder trocken), an denen Waldwuchs nicht möglich war.   
Primärsteppen: ursprüngliche, durch Klima oder Boden bedingte Steppen; → Steppe
Pseudanthium: Blütenstand, der wie eine (einzelne) Blüte aussieht und bestäubungsökologisch funktioniert;  z. B. das → Cyathium der Wolfsmilch / Euphorbia und der → Korb der Korbblütlern / Asteraceae
purpurn: purpurn heißt jener Farbbereich, der zwischen rot und violett liegt und der umgangssprachlich oft „rot“ oder „rosa“ oder „pink“ oder „violettrot“ oder „blaurot“ genannt oder mit „lila“ (= fliederfarben) oder „violett“ (= veilchenfarben) verwechselt wird. Die meisten Blüten unserer heimischen Flora sind nicht rot, sondern purpurn, denn diese Farbe ist für das Insektenauge (Bestäuber!) sichtbar, wohingegen rot für Insekten unsichtbar (schwarz) bleibt, jedoch für das Wirbeltierauge (z. B. der Vögel) auffällig ist (und daher bei von Vögeln ausgebreiteten Früchten häufig auftritt). Purpurne Blüten (Kronen bzw. Perigon) haben z. B. Zyklame / Cyclamen purpurascens, Herbstzeitlose / Colchicum autumnale, Flecken-Taubnessel / Lamium maculatum. Rot hingegen sind die Krone des Klatsch-Mohns / Papaver rhoeas und die Hagebutten.
Puszta: (sprich „Pussta“): Weiderasen in der pannonischen Ebene. Es handelt sich um sekundäre (d. h. erst durch Rodung geschaffene) → Steppen (Wiesensteppen).
Rangstufe: Kategorie in der → Taxonomie, um den Grad der Verwandtschaft auszudrücken. Die wichtigsten Rangstufen im Pflanzensystem sind (von unten nach oben): Unterart (subspecies) – → Art (species) – Sektion (sectio) – → Gattung (genus) – Tribus (die) (tribus; Endung -eae) – → Familie (familia; Endung -aceae) – Ordnung (ordo; Endung -ales) – Klasse (classis; Endung -opsida oder -atae). Dazwischen gibt es (fallweise) noch zusätzliche Zwischenstufen, z. B. die Unterfamilie (subfamilia; Endung -oideae) zwischen Familie und Tribus.
Rasen: bezeichnet in der Vegetationskunde nicht nur Kunstrasen, sondern alle ± geschlossenen Vegetationstypen, die reich an Grasartigen sind, in denen größere Gehölze aber fehlen, also auch Wiesen, Weiderasen, Steppen usw.
Rasensteppe: pannonischer Volltrockenrasen, etwas feinerdereicher als die → Felssteppe und Vegetationsdecke ± geschlossen
Reaktionszahl (R): (Ellenberg’sche ökologische Zeigerwerte): 9-stufige Skala für das Vorkommen im Gefälle des Boden-pH-Wertes bzw. des Basen- und Kalkgehaltes: 1 = Starksäurezeiger; 9 = Basen- und Kalkzeiger (stets auf kalkreiche Böden).
Rhizom: Rhizom = Wurzelstock, d. i. ein unterirdischer, ± speichernder Spross zur Überdauerung ungünstiger Jahreszeiten, oft waagrecht oder schräg im Boden liegend. Nicht mit Wurzeln verwechseln!
Rispe (panicula): mehrfach verzweigter Blütenstand. Die Weintraube ist botanisch keine Traube, sondern eine Rispe.
Rosette: gestauchter Spross, Blätter daher dicht aufeinander folgend; vgl. → Vollrosettenpflanze, → Halbrosettenpflanze
ruderal, Ruderalstelle, Ruderalstandort: nicht genutztes Ödland.
s. lat.: sensu lato = im weiteren Sinn
s. str.: sensu stricto = im engeren Sinn
Salzlacken: Salzlacken = Sodalacken: stehende Gewässer mit salzhältigem Wasser (hauptsächlich → Soda, aber auch andere Salze); besonders zahlreich im Seewinkel östlich des Neusiedler Sees im Nord-Burgenland; → Lacke
Salzsteppe: verschiedene Pflanzengesellschaften (Rasengesellschaften) auf salzhältigen Böden. Beim „Salz“ handelt es sich im Seewinkel hauptsächlich um → Soda (→ Solonetz, → Solontschak).
Salzzahl (S): (Ellenberg’sche ökologische Zeigerwerte): 10-stufige Skala für das Vorkommen im Gefälle des Salz-, insbesondere Chloridkonzentration im Wurzelbereich: 0 = nicht salzertragend; 1 = salzertragend, nur gelegentlich auf etwas salzhältigen Böden vorkommend; 2 = oligohalin; 9 = euhalin bis hypersalin (auf Böden mit sehr hohem, in Trockenzeiten extremem Salzgehalt).
sauer (Boden): mit niedrigem pH-Wert (Essig und Zitrone sind sauer); bedeutet nicht „nass“! (Vgl. → basisch.)
Saum, Waldsaum, Saumgesellschaft: staudenreiche Gesellschaft des Waldrandes.
Schließfrucht: sich zur Reife nicht öffnende  → Frucht, z. B. → Achäne, Nuss, Beere
Schötchen (silicula): Schote, die weniger als 3× so lang wie breit ist
Schote (siliqua): sich mit 2 Klappen öffnende Frucht, dazwischen eine Scheidewand, an deren Rand (Replum) die Samen sitzen; bei den Kreuzblütlern / Brassicaceae. Die Schmetterlingsblütler (z. B. Bohne, Erbse) sind hingegen Hülsenfrüchtler / Fabaceae! (vgl.→ Hülse).
segetal: im Ackerland, Segetalpflanzen = → Beikräuter
Sekundärsteppe: durch Waldrodung und Beweidung entstandene Steppe; → Steppe
Selbstbestäubung (Autogamie): Bestäubung innerhalb derselben → Zwitterblüte;  vgl. Gegensatz: → Fremdbestäubung; vgl. → Kleistogamie
Serpentinophyt: Sippe, die auf Serpentingestein wachsen kann.
Silikatgebirge: Ihre Gesteine (Granite, Gneise, silikatische Schiefer usw.) bestehen hauptsächlich aus silikatischen Mineralien; oft auch „kristalline Gesteine“ oder fälschlich „Urgesteine“ genannt. Sie bilden meist saure Böden im Gegensatz zu den → Karbonatgesteinen.
Sippe: natürliche Verwandtschaftsgruppe, gleich welcher Rangstufe. Die in der Natur vorhandenen Sippen versucht der Sippensystematiker zu erkennen, zu erfassen, zu erforschen, er tut dies, indem er aus ihnen Taxa (→ Taxon) macht.
Sippensystematik: Sippensystematik = Biosystematik: Teilgebiet der Biologie bzw. der Botanik, das die → (Pflanzen-)Sippen erforscht, d. h. beschreibt, sie miteinander vergleicht, deren Verwandtschaftsverhältnisse und Entstehung untersucht, sie nach einem (oder mehreren) System(en) ordnet und benennt. (In diesem weiteren Sinn umfasst sie also auch die → Taxonomie.)
sitzend: sitzend nennt man ein ungestieltes Blatt (= ein Blatt ohne → Blattstiel).
Soda: Soda = Natriumkarbonat, Na2 CO3 (→ Salzlacken)
Solonetz: ein Salzbodentyp, bei dem die maximale Salzkonzentration nicht an der Oberfläche, sondern etwas unterhalb („begraben“) liegt.
Solontschak: Salzbodentyp, mit maximaler Salzkonzentration an der Oberfläche; mit „Salzausblühung“
Sori (Einzahl: Sorus): Soi nennt man die mit freiem Auge sichtbaren Gruppen der mikroskopisch kleinen Sporangien (Sporenkapseln) auf der Unterseite der Farnblätter.
Spore: Sporen sind einzellige Fortpflanzungskörper (Keime). Bei den Sporenpflanzen (Bärlapppflanzen, Schachtelhalme, Farnpflanzen) keimt die Spore am Wuchsort, um (wenn auch über den Umweg des Prothalliums) eine neue Pflanze zu erzeugen. Bei den Samenpflanzen ist die Sache komplizierter, nämlich (sehr vereinfacht) so: Die Spore keimt im Inneren der Mutterpflanze und erzeugt dort einen Embryo, der dann in Gestalt des Samens ausgebreitet wird, und dieser keimt am Wuchsort.
Sporn (calcar): hohles, zylindrisches (sackförmiges, schlauchförmiges) Anhängsel eines Blütenblattes, z. B. bei Veilchen / Viola, Lerchensporn / Corydalis; meist zur Aufbewahrung von Nektar.
Spreite (lamina): Blattfläche, im Gegensatz zu → Blattstiel, → Blatt­scheide und → Nebenblätter
Spross: Sprossachse samt den Blättern daran. Nicht nur Stängel mit Laubblättern sind Sprosse, sondern auch → Rhizome, Ausläufer, Blütenstände und auch die → Blüte.
Staminodium: verkümmertes, nicht funktionsfähiges, d. h. keinen → Pollen erzeugendes → Staubblatt
Standort:Habitat
Stängel: nicht gestauchte (verkürzte) → Achse, auf der → Laubblätter entspringen. Nicht mit dem → Blattstiel verwechseln! (Der Blattstiel ist Teil des Blattes.)
Stängelblätter (folia caulina): Auf dem Stängel angeordnete Laubblätter
stark gefährdet (G2): Falls die Gefährdungsfaktoren weiterhin anhalten, ist das ,„Aufrücken“ in Gefährdungsstufe 1 zu befürchten. Hierher gehören Arten, deren Populationen sehr klein sind oder klein, aber in besonders stark gefäihrdeten Vegetationstypen, und Arten, deren Vorkommen starke Verluste erlitten haben. Stark gefährdet sind Taxa mit deutlichem Aussterberisiko und starker Gefährdung ihrer Rolle in der Biodiversität des Bezugsgebietes (des Burgenlandes); ≈ IUCN: EN (Endangered)
Status, floristischer: Status, floristischer: → floristischer Status
Staubbeutel:Anthere
Staubblatt (= Stamen): männliches Organ der → Blüte, besteht aus Filament (= Staubfaden) und → Anthere
Staubfaden (= Filament): stielförmiger oder fadenförmiger, steriler Teil des → Staubblatts; er trägt an der Spitze die → Anthere (= Staubbeutel)
Staude: Staude (♃): → ausdauernde krautige (unverholzte) Pflanze
Stempel (=Pistill): weiblicher Teil der → Blüte; besteht aus einem oder (meist) mehreren, miteinander verwachsenen → Karpellen. Äußerlich gliedert sich der Stempel in den → Fruchtknoten, den → Griffel  und die → Narbe/n.
Steppe: Vegetationstyp ohne Sträucher und Bäume, mit zumindest einer trockenen Jahreszeit. Primärsteppe = natürlich, → Sekundärsteppe = durch Eingriffe des Menschen entstanden.
Steppenroller: Steppenroller (Steppenläufer, Bodenläufer, Steppenhexe, Burrian): Zur Fruchtreifezeit bricht der Stängel am Grund an einer vorgebildeten Stelle ab, die ± kugelgestaltige Pflanze wird vom Wind über die Steppe getrieben und streut dabei die Früchte bzw. Samen aus;  z. B. Feld-Mannstreu / Eryngium campestre, Stauden-Rapsdotter / Rapistrum perenne.
steril: steril = unfruchtbar; Gegensatz: → fertil
Sternhaare: ± sternartig verzweigte Haare
Stickstoffzahl (= Nährstoffzahl N): (Ellenberg’sche ökologische Zeigerwerte): 9-stufige Skala für das Vorkommen im Gefälle der Mineralstickstoffversorgung: 1 = stickstoffärmste, magerste Standorte anzeigend; 9 = an übermäßig stickstoffreichen Standorten konzentriert (Viehlägerpflanzen, Verschmutzungszeiger).
stielrund: stielrund (= teret): mit ± kreisförmigem Querschnitt
Stipeln: Stipeln = → Nebenblätter
Streuewiese (Streuwiese):: weniger für Futterheu als hauptsächlich nur zur Gewinnung von Streu („Einstreu“, für den Stall) verwendbare Wiese, meist einschürige → Feuchtwiese
subillyrisch: abgeschwächt → illyrisch, wie etwa im Süd-Bgld, in der Südost-Steiermark und in Ost-Slowenien.
submediterran: Übergangsgebiet zwischen eumediterran (echt mittelmeerländisch) und mitteleuropäisch; gekennzeichnet durch kalte (frostige) Winter, aber trocken-heiße Sommer
submontan: Höhenstufe zwischen Ebenen- und Högelstufe und Berg(wald)stufe, reicht von ca 250 - 400 m SH bis auf ca 350 bis 450, in Ausnahmefällen bis 600m SH:  Verwirklicht ist sie in Österreich an warmen Randlagen der Alpen und der Böhmischen Masse, sowie Teilen des nördlichen und südöstlichen Alpenvorlandes. Die zonale Vegetation sind (an frischen Hängen, z.B. nordexponiert) Buchenwälder und eichen-Hainbuchenwälder (an trockenen, aber auch an ausgeprägt feuchten Hängen). Diese Stufe wurde früher nicht unterschieden, sondern zum oberen Teil der collinen Höhenstufe gezählt.   
subruderal: nicht ganz → ruderal, halbruderal
südsibirisch:
sukkulent: fleischig-saftig. Blattsukkulente haben verdickte, wasserspeichernde Laubblätter (z. B. Mauerpfeffer / Sedum); Achsensukkulente haben verdickte Achsen (Stängel;  z. B. Glasschmalz / Salicornia). Es handelt sich dabei um Anpassungen an sehr trockene oder sehr salzreiche Standorte.
Synökologie: erforscht die Beziehungen zwischen den Organismen (zwischen den miteinanderwachsenden Pflanzen).
Synonym: anderer Name mit gleicher Bedeutung
Syntaxon (Pl. Syntaxa): In der Pflanzensoziologie eine Vegetationseinheit beliebigen Ranges.
Syntaxonomie: Die systematische Beschreibung der Pflanzengesellschaften durch eine Hierarchie von Rangstufen (Assoziation, Verband, Ordnung, Klasse) in weitgehender Analogie zur Sippensystematik.
System: bedeutet in der Biologie die (meist) natürliche, hierarchisch aufgebaute Anordnung der Pflanzen- bzw. Tier-Taxa (→ Taxon). → Überblick über das System der Höheren Pflanzen des Burgenlandes.
Systematik: mehrdeutiges Wort! Es kann bedeuten: (1) planmäßige, gesamthafte Ordnung, geordnete, logische, planmäßige Vorgangsweise; oder in der Biologie meistens: (2) → Sippensystematik (→ Taxonomie) oder (3) Synsystematik (→ Pflanzensoziologie). Vgl. →System, → Rangstufen.
Taxon (Mehrzahl Taxa): Taxon (Mehrzahl: Taxa): eine → Sippe, der der Taxonom (→ Taxonomie) einen bestimmten Platz (Zuordnung und → Rang­stufe) im → System angewiesen hat. Taxa (verschiedener Rangstufen: Unterart, Art, Gattung, Familie usw.) sind z. B. Pulsatilla pratensis subsp. nigricans / Schwarze Wiesen-Küchenschelle (eine Unterart), Viola mirabilis / Wunder-Veilchen (eine Art), Orobanche / Sommerwurz (eine Gattung), Ranunculaceae / Hahnenfußgewächse (eine Familie).
Taxonomie: (1) wissenschaftlicher Teilbereich der Botanik, der (Pflanzen-)Sippen nach ihrer Verwandtschaft ordnet, klassifiziert, benennt; (2) gleichbedeutend mit → Sippensystematik
Temperaturzahl (T): (Ellenberg’sche ökologische Zeigerwerte): 9-stufige Skala für die ungefähre klimatische Wärme des Standorts: 1 = Kältezeiger (in der alpinen und nivalen Höhenstufe); 9 = extreme Wärmezeiger (mediterrane Art)
Theke: Theke = Staubbeutelhälfte (→ Anthere), enthält 2 Pollensäcke, die den → Pollen produzieren.
Therophyt: Annuelle, Einjährige (⊙). Pflanzen, die höchstens ein Jahr lang leben, d. h. innerhalb eines Jahres ihren gesamten Lebenszyklus vollenden (Keimen – Blühen – Fruchten – Sterben): z. B. Vogelknöterich / Polygonum aviculare, Stechapfel / Datura stramonium, Echt-Kamille / Matricaria chamomilla. Bei den Gärtnern „Sonnenblumen“ genannt.
Traube: Blütenstandstyp, bei dem alle Blüten am Ende je eines unverzweigten Blütenstiels sitzen, der an der Traubenachse entspringt
Tripelhybride: Produkt aus der Kreuzung dreier Arten
unbeständiger Neophyt: auch „Ephemerophyt“, „adventiv“: gelegentlich (und besonders in anthropogenen Vegetationstypen) Auftauchende, bald wieder verschwindende, die sich bei uns nicht fortpflanzen können und daher keine dauerhaften Populationen aufbauen (sie werden immer wieder von Neuem eingeschleppt).
Unterart (= Subspezies): Die nächst verwandten Unterarten unterscheiden sich weniger stark als → Arten ((morphologisch und/oder standortsökologisch und/oder geographisch; hauptsächlich nur in einem dieser Kriterien) und sind auch weniger stark voneinander (genetisch) isoliert, d. h. Hybriden sind häufig und ± fertil (fruchtbar)
unterbrochen gefiedert: unterbrochen gefiedert (interrupte pinnatus): abwechselnd größere und kleinere Fiedern;  z. B. beim Gänse-Fingerkraut / Potentilla anserina
Varietät (varietas): in der → Taxonomie die → Rangstufe unterhalb der → Unterart. Die nächst verwandten Varietäten unterscheiden sich voneinander in nur einem oder sehr wenigen, ziemlich unwichtigen, willkürlich gewählten Merkmalen; es gibt i. d. R. weder ökologische noch geographische Unterschiede noch Kreuzungsbarrieren.
Vegetation: Alle → Pflanzengesellschaften einer bestimmten Gegend bilden zusammengenommen deren Vegetation.
vegetativ: ohne Blüten und Früchte
vom Aussterben bedroht (G1): Das Überleben ist unwahrscheinlich, wenn die Gefährdungsfaktoren weiterhin einwirken oder die bestandserhaltenden Maßnahmen (Naturschutz) wegfallen oder nicht ausreichen. Auch in Naturschutzgebieten kann die Gefährdung weiter bestehen, falls Pflegemaßnahmen nicht ausreichen oder sich entscheidende Standortsfaktoren (z. B. Grundwasserstand) verändern. Vom Aussterben bedroht sind Taxa, die mit hoher Wahrscheinlichkeit in den nächsten Jahrzehnten aussterben, wenn die Gefährdungsfaktoren weiterhin ungehindert einwirken und keine Maßnahmen zur Erhaltung der Bestände getroffen werden; ≈ IUCN: CR (Critically Endangered)
Wald: Fachsprachlich nur naturnaher Wald; Gegensatz: → Forst
Waldschlag: Waldschlag (auch „Holzschlag“ oder „Schlag“): durch forstliche Eingriffe (Schlägerung) entstandene Waldlichtung
Waldsteppe: Komplex aus (Busch)Wald und (Halb-)Trockenrasen
wechselständig: wechselständig (= schraubig): an jedem → Knoten entspringt nur ein einziges Blatt; Gegensatz: → gegenständig
Wiese: Wiese = Mähwiese: regelmäßig gemähtes Grünland
Wiesensteppe: pannonischer Halbtrockenrasen; Sekundärsteppe, tiefergründig als die → Rasensteppe
Wildwürzkraut: wildwachsende Würzpflanze (nicht Wildgewürz!)
wintergrün: wintergrün (Laubblätter): lebende, grüne Laubblätter überdauern zwar den Winter, leben aber insgesamt nicht länger als 1 Jahr (sie werden im Frühling durch neue Laubblätter ersetzt), z. B. Leberblümchen / Hepatica nobilis (im Unterschied zu immergrün: Laubblätter leben mindestens 2 Jahre lang).
Wurzel: Grundorgan der Höheren Pflanzen; unterscheidet sich vom → Rhizom durch Blattlosigkeit (niemals sind → Niederblätter vorhanden!); vgl. → Hauptwurzel, → Pfahlwurzel, → Seitenwurzel
Wurzelknolle: knollenförmig verdickte Seitenwurzel
xerotherm: trocken und warm (bezogen auf Klima, Standorte, Pflanzengesellschaften)
Zickstelle: mit starker oberflächlicher Salz-(Soda-)Anreicherung, → Solontschak, → Solonetz; ohne geschlossene Pflanzendecke
Zungenblüte: Blüte mit zungenförmiger → Krone, insbesondere bei den Korbblütlern / Asteraceae
Zusammengesetztes Blatt: Ein zusammengesetztes Blatt besteht aus voneinander durch Blättchenstiele und → Blattrhachis) getrennten Teilspreiten (= Blättchen)
zweihäusig: zweihäusig (= diözisch) ist eine Sippe, bei der es weibliche und männliche Pflanzen (Individuen) gibt; z. B. Wacholder / Juniperus communis, Eibe / Taxus baccata, Groß-Brennnessel / Urtica dioica, Hanf / Cannabis, Weidengewächse / Salicaceae (s. str.)
zweijährig, Zweijähige: Zweijährige (= Bienne): leben (mindestens) 2 Jahre (Vegetationsperioden) lang; im 1. Jahr bleiben sie → vegetativ und entwickeln meist eine Laubblattrosette (→ Rosette), frühestens im 2. Jahr treiben sie Blüten, fruchten und sterben ab. Sie blühen und fruchten also nur ein einziges Mal (sind hapaxanth = monokarpisch); z. B. Nachtkerze / Oenothera, Karotte / Daucus, Groß-Klette / Arctium lappa, Nick-Ringdistel / Carduus nutans.
Zwiebel (bulbus): unterirdischer Speicherspross, ein Rosettenspross aus → Niederblättern (Zwiebelschuppen), bei dem die Speicherung in den Niederblättern erfolgt; vgl. im Gegensatz dazu → Knolle
Zwitterblüte: die → Blüte enthält Staubblätter und Stempel.
zygomorph: Blüte mit nur einer einzigen Symmetrieebene, z. B. bei den Schmetterlingsblütlern / Fabaceae, bei den meisten Lippenblütlern / Lamiaceae und bei den Orchideen / Orchidaceae.